Dienstag , 27. September 2016
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Die personellen Wechsel im Barendorfer Kindergarten reißen nicht ab. Alte Konflikte sollen zudem mit Hilfe einer Supervision gelöst werden. Foto: A/ml
Die personellen Wechsel im Barendorfer Kindergarten reißen nicht ab. Alte Konflikte sollen zudem mit Hilfe einer Supervision gelöst werden. Foto: A/ml

Turbulenzen im Kindergarten Eltern wünschen sich Ruhe in Barendorfer Einrichtung

cw Barendorf. Der Kindergarten Barendorf kommt nicht zur Ruhe: Erst im September berichtete die LZ über die überraschende Versetzung von vier Erziehern durch den „Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband Lüneburg“ als Träger der Barendorfer Einrichtung. Jetzt haben wieder zwei Erzieherinnen die Flinte ins Korn geworfen: Beide brachen noch während der Probezeit ab. Vor den Feiertagen lief der Kindergartenbetrieb daher mit Vertretungsregelungen ab. Aber: Eine Stelle ist schon wieder besetzt, die andere ist ausgeschrieben.

„Soweit mir bekannt ist, haben die beiden Erzieherinnen gesagt, dass sie sich der Herausforderung nicht gewachsen fühlen“, berichtete Renald Morié, Pastor der Kirchengemeinde Reinstorf, zu der auch Barendorf gehört. Die Aufregung über die plötzliche Versetzung der vier Mitarbeiterinnen im Sommer wirke noch immer nach. So hätten die Eltern den beiden Neuen zunächst recht skeptisch gegenübergestanden. „Eine der beiden hat diese Haltung nicht ausgehalten und gekündigt.“ Nach LZ-Informationen gibt es derzeit zwei Lager in der Elternschaft: Die einen sehen die Situation nach wie vor sehr kritisch, die anderen wollen, dass endlich Ruhe einkehrt.

Die pädagogische Leiterin des Kindertagesstättenverbandes, Gabriele Stein, fasst die Lage so zusammen: „Es hat verschiedene Gespräche gegeben, dabei sind unterschiedliche Stimmen laut geworden.“ Auch habe ein offenes Gespräch der Eltern untereinander stattgefunden mit der Rückmeldung, dass die positive Stimmung überwiege. „Dem Wunsch der Eltern nach mehr Transparenz werden wir entsprechen“, sagt Stein. Eine Vertretungskraft habe die Arbeit bereits aufgenommen. „Die Vertretungsregelungen sind den Eltern bekannt, auch kennen sie die Vertretungskraft“, so die pädagogische Leiterin. Nun hofft Stein, dass die vakanten Stellen so schnell wie möglich und dauerhaft besetzt werden können.

Gleichzeitig stellt die pädagogische Leiterin fest: „Die bisherige Situation ist nicht zufriedenstellend.“ In einem seien sich aber alle einig: „Es muss jetzt Ruhe einkehren, und wir müssen künftig konstruktiv zusammenarbeiten.“

Seit der Gründung des Kindertagesstättenverbandes im Jahre 2008 werden alle Personalentscheidungen dort gefällt. Die Kirche hat nur noch wenig Einfluss auf ihren Kindergarten. „Wir waren damals sehr froh, dass wir keine Personalfragen mehr bearbeiten mussten, aber andererseits können dadurch auch genau solche Probleme entstehen“, sagt Pastor Morié. Die Kirchengemeinde sei auf eine Zuschauerrolle reduziert worden. Zwar säßen zwei Vertreter des Kirchenvorstands als Beisitzer im Verband, doch sie sollen nur den Informationsfluss gewährleisten und beraten.

Nach Ansicht des Pastors ist das Problem einerseits die mangelnde Kommunikation und andererseits ein Konfliktmanagement, das „nicht so ist, wie es sein sollte“. Er wisse schon nicht mehr, wie viele Gespräche er in dieser Sache geführt habe. Leidtragende sei die Kirchengemeinde, denn von vielen Menschen wird der Kindergarten nach wie vor als Einrichtung der Kirchengemeinde Reins­torf gesehen. „Wir versuchen vor Ort Vertrauen aufzubauen und dafür sind solche Vorfälle ärgerlich und ein Desaster für die Öffentlichkeitswirkung“, so Morié.

Für ihn ist außerdem wichtig, dass sich das Team des Kindergartens neu findet. „Hier müssen alte Spannungen und Konflikte gelöst werden“, bemerkte er. Ab Januar soll eine Supervision für die Mitarbeiter beginnen.