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Mehr als 460 verwilderte Hauskatzen und Welpen haben Johanna Hagen (l.), Brigitte Ruhnke und Team allein 2014 eingefangen, kastrieren lassen und versorgt. Ein Ehrenamt, das längst zum Vollzeit-Job geworden ist  und das wir in Zukunft so nicht mehr leisten können und wollen. Foto: t&w
Mehr als 460 verwilderte Hauskatzen und Welpen haben Johanna Hagen (l.), Brigitte Ruhnke und Team allein 2014 eingefangen, kastrieren lassen und versorgt. Ein Ehrenamt, das längst zum Vollzeit-Job geworden ist und das wir in Zukunft so nicht mehr leisten können und wollen. Foto: t&w

Katzenhilfe zieht die Notbremse – Bleckeder Verein beschränkt Engagement künftig auf vier Kommunen

off Bleckede. Seit neun Jahren dreht sich ihr Leben vor allem um eins: Katzen. Als Vorsitzende des Vereins „Katzenhilfe Bleckede“ kümmern sich Brigitte Ruhnke und Johanna Hagen kreisweit um Fangaktionen, Tierarztbesuche, Fütterung, Vermittlung, Spendenakquise, Unterbringung, Fahrdienst, Pflege, Lobbyarbeit, kurz: um den Schutz der frei lebenden Hauskatze. Längst ist das Ehrenamt für die beiden Frauen zum Vollzeit- und oft genug zu einem 24-Stunden-Job geworden. Bis jetzt haben sie durchgehalten für die Katze. „Doch wir können und wollen so nicht mehr weitermachen“, sagt Brigitte Ruhnke. Als Verein haben sie deshalb eine Entscheidung getroffen: „Wir werden künftig nur noch dort tätig, wo die Katzenschutzverordnung gilt.“

Mitte 2013 war dieser Entschluss schon einmal gefallen. „Doch weil es keine Lösung für die anderen Kommunen gab, sind wir eingeknickt“, sagt Ruhnke. Jetzt haben Katzenhilfe und Tierschutzverein Lüneburg gemeinsam ein Konzept entwickelt, den Katzenschutz im gesamten Landkreis neu aufgestellt. Ob die Pläne auch umgesetzt werden, hängt allerdings nicht allein an ihnen. Gefragt sind Landkreis Lüneburg und Kommunen.

Der Plan: Der Tierschutzverein und das Tierheim sollen räumlich und personell so ausgestattet werden, dass man sich dort hauptamtlich um den Schutz der verwilderten Hauskatze kümmern kann. „Bisher übernimmt das auf ehrenamtlicher Basis fast ausschließlich die Katzenhilfe Bleckede“, sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Karsten Pasemann. Dem Tierheim selbst fehlt für die Aufgabe zum einen das Personal, zum anderen die Räumlichkeit. „Aktuell gibt es Platz für 50 bis 60 Hauskatzen“, sagt Pasemann. „In diesen Räumen auch die verwilderten Katzen unterzubringen, ist seuchen­technisch nicht möglich.“

Erst 2013 wütete im Tierheim die Katzenseuche, „um das in Zukunft zu verhindern, sollen ganz eigene Räumlichkeiten für die frei lebende Hauskatze geschaffen werden“, sagt Pasemann. Veranschlagt haben die Tierschützer eine Container­lösung mit 50000 bis 60000 Euro, „dort könnten die Katzen dann aufgenommen, kastriert, versorgt und solange wie nötig untergebracht werden“. Kümmern, so das Konzept, wird sich darum und um entsprechende Fangaktionen ein fester Mitarbeiter. Veranschlagte Kosten pro Jahr: 28000 Euro.

„Das Konzept haben wir bereits beim Landkreis und bei den Kommunen eingereicht“, sagt Pasemann, „die Rahmenbedingungen sollen in der Fundtiervereinbarung, die in diesem Jahr neu verhandelt wird, aufgenommen werden.“ Bisher spielt die frei lebende Hauskatze in dem Vertrag, der regelt, welche Aufgaben das Tierheim für Landkreis und Kommunen übernimmt, keine Rolle. „Künftig soll sie genau wie Hund oder Hauskatze mit aufgenommen werden“, so Pasemann. Der Landkreis hält sich mit einer Stellungnahme zu dem Thema aktuell zurück und verweist auf die bevorstehenden Verhandlungen.

Egal, wie es am Ende ausgeht, für das Team der Katzenhilfe steht fest: „Wir tragen das nicht mehr allein.“ Nur 2014 haben Ruhnke und ihre Mitstreiter kreisweit mehr als 460 verwilderte Hauskatzen und Welpen eingefangen, kastrieren lassen und versorgt. Eine Aufgabe, „die wir künftig nur noch in der Stadt Bleckede und den Samtgemeinden Amelinghausen, Dahlenburg und Ostheide wahrnehmen“, sagt Ruhnke.

Bisher sind diese vier Kommunen die einzigen, die auf Initiative des Vereins eine Pflicht zur Kastrierung und Registrierung von Katzen eingeführt haben. „Wenn wir uns also beschränken müssen, dann auf diese vier Kommunen, in denen wir auf Nachhaltigkeit zumindest hoffen können“, sagt Ruhnke. „Alle anderen Kommunen soll künftig das Tierheim übernehmen.“ Vorausgesetzt Kreis und Kommunen schaffen dafür die Bedingungen.