Mittwoch , 28. September 2016
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Stabile Basis für die kalte Jahreszeit – Arbeitslosenquote bleibt konstant + + + Mit Arbeitsmarktbericht

rast Lüneburg. Eine positive Bilanz für den Arbeitsmarkt in Stadt und Landkreis Lüneburg für den Dezember zieht Bernd Passier, Chef der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Denn die Zahl der Arbeitslosen stieg lediglich um 6 auf 5413 Personen. Damit blieb die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen mit 5,8 Prozent gegenüber November konstant im Dezember 2013 betrug sie 6,3 Prozent. Nach der Wiedervereinigung lag die Zahl in Stadt und Kreis in einem Dezember nur einmal unter der aktuellen: Ende 2011 registrierte die Agentur 5153 Arbeitslose.

Trotz der stabilen Lage rechnet Passier zunächst mit einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen: „Denn im Januar und Februar enden die dreieinhalbjährigen Ausbildungsgänge. Erfahrungsgemäß melden sich nach der Ausbildung viele Jugendliche zunächst arbeitslos. Mit freundlicheren Temperaturen im Frühjahr wird die Arbeitslosigkeit saisonbedingt in diesem Bereich wieder sinken.“

Der positive Aspekt: „Seit April lag die Arbeitslosenzahl deutlich unter dem Vorjahresniveau. Dies hat zur Folge, dass wir eine stabile Ausgangsbasis für die kalte Jahreszeit haben und mit einer niedrigen Arbeitslosenzahl in die Wintermonate gehen“, erläutert Bernd Passier. „Neu ist, dass der Arbeitsmarkt sich von der konjunkturellen Lage bis zu einem gewissen Grad entkoppelt hat, so dass auch bei schwächeren Rahmenbedingungen die Beschäftigung wächst.“ Dies zeige sich darin, dass insbesondere die Beschäftigung in Dienstleistungsbranchen, die in geringerem Maße konjunkturanfällig sind, zunimmt. Im kompletten Agenturbezirk verzeichneten der Handel, die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen, zu denen auch die Zeitarbeit zählt, sowie das Gesundheits- und Sozialwesen überdurchschnittliche Zuwächse.

Diese Beschäftigungszuwächse kompensieren in Stadt und Kreis die Arbeitslosenzahlen in den witterungsabhängigen Branchen. Passier: „Für den Winter ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit typisch.“ Grund dafür ist unter anderem, dass in Branchen, die von der Witterung abhängig sind, die Arbeit in den Wintermonaten reduziert wird. Traditionell arbeiten in diesen Branchen, wie beispielsweise dem Bau und der Landwirtschaft, eher Männer. Dies spiegelte sich auch in der Arbeitslosigkeit wieder: So nahm sie bei den Männern um 3,7 Prozent zu, während 0,1 Prozent Frauen weniger arbeitslos waren als im November.

Mit 5413 betroffenen Frauen und Männern lag die Arbeitslosenzahl im Dezember in Stadt und Kreis um 379 unter der im Dezember 2013. 1308 Personen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos 48 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 1293 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit, ein Plus von 129 gegenüber 2013.
Seit Jahresbeginn gab es insgesamt 16871 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 496 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dem gegenüber stehen 17249 Abmeldungen von Arbeitslosen (plus 9).

Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Dezember um 67 Stellen auf insgesamt 1323 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 84 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Dezember 389 neue Arbeitsstellen, 41 mehr als vor einem Jahr. Seit Januar gingen 4808 Arbeitsstellen ein, gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 255.

>>>Arbeitsmarktreport

 

 

2 Kommentare

  1. http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=11343
    Nur 3,7 Millionen Arbeitslose, verkündete die Bundesregierung im Juli, die Quote sinke immer weiter, und zu verdanken sei das der positiven Konjunkturentwicklung. Wer sich aber einmal die Mühe macht, einen Blick auf die Website der Arbeitsagentur zu werfen, der erfährt: Tatsächlich sind derzeit mehr als 8,4 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos oder können von ihrem Einkommen nicht leben.

    Die Zahl 3,7 Millionen bezeichnet lediglich die Leistungsempfänger, die sich nicht in weiteren Maßnahmen befinden. Laut offizieller Statistik für den Monat Juli 2007 beziehen:

    1.007.000 Menschen Arbeitslosengeld I
    5.328.000 Menschen Arbeitslosengeld II
    1.978.000 Menschen Sozialgeld.

    Darunter befinden sich
    3.747.000 „Bedarfsgemeinschaften“

    Das sind Menschen, die sich in Umschulungs- und berufsvorbereitenden Maßnahmen befinden, sowie diejenigen, die zwar staatliche Unterstützung beziehen, nebenbei jedoch geringfügig erwerbstätig sind; sie werden in der Statistik der 3,7 Millionen nicht berücksichtigt. Ebenso wenig Ein-Euro-Jobber, Erwerbslose in ABM-Maßnahmen und als arbeitsunfähig krank geschriebene Bundesbürger. Außerdem ist zu bedenken, dass nicht jeder Arbeitslose auch als solcher amtlich gemeldet ist. Die Dunkelziffer liegt also noch um einiges höher. Daraus folgt auch, dass die offizielle Zahl sinkt, je mehr Geld die Bundesregierung oder die verantwortlichen Landesbehörden für die erwähnten Maßnahmen zur Verfügung stellen. Im Ergebnis bleibt es aber dabei, dass der vielzitierte konjunkturelle Aufschwung, der regelmäßig durch die Statistiken geistert und in der Folge stets relativiert wird, bei der Masse der Bevölkerung nicht ankommt. Denn wenn die Arbeitszeiten steigen, die Löhne sinken und zugleich die Inflation anzieht, ist jeder Aufschwung schnell verdampft.

  2. Revision der Beschäftigungsstatistik
    Die Beschäftigungsstatistik wurde zum Berichtsmonat Juni 2014 rückwirkend bis 1999 revidiert. Dies beinhaltet eine
    Verbesserung der Datenmodellierung und eine Erweiterung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten um
    neue Personengruppen. Die Revision führt zu einer Erhöhung der Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter.
    Grund für die Erhöhung ist hauptsächlich die Erweiterung um Beschäftigte in Werkstätten für Behinderte.
    ei ei, wir hatten ja noch nie soviele beschäftigte laut statistik in arbeit. jetzt weiß man auch warum. es sind eine menge niedriglöhner dazugekommen.