Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Alles andere als komfortabel und sicher ist es für Radfahrer auf der Landesstraße¿221 zwischen Lüneburg und Neetze  schon 2016 könnte sich das ändern, erste Vorgespräche für einen Radweg beginnen bald. Foto: t&w
Alles andere als komfortabel und sicher ist es für Radfahrer auf der Landesstraße¿221 zwischen Lüneburg und Neetze schon 2016 könnte sich das ändern, erste Vorgespräche für einen Radweg beginnen bald. Foto: t&w

Von der Ilmenau bis an die Elbe

pet Lüneburg. Seit dem Sommer 2006 können Radfahrer die knapp sieben Kilometer zwischen Neetze und Bleckede bequem und sicher neben der Landesstraße 221 auf einem Radweg zurücklegen. Das Warten darauf hatte lange gedauert so hatte schon 1984 die SPD-Fraktion im Lüneburger Kreistag den Weg beantragt. Jetzt können Radler darauf hoffen, dass sie auch die elf Kilometer zwischen Neetze und Lüneburg (Elbe-Seitenkanal) in absehbarer Zeit nicht mehr auf der viel befahrenen Landesstraße zurücklegen müssen.

In der zehn Radstrecken umfassenden Liste des „vordringlichen Bedarfs“ im Geschäftsbereich Lüneburg der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ist die Verbindung zwischen Neetze und Lüneburg mittlerweile auf den dritten Platz vorgerückt. Sieben Projekte in den Landkreisen Lüneburg, Uelzen, Harburg und Lüchow-Dannenberg sind in den vergangenen Jahren verwirklicht worden oder stehen in diesem Jahr an. Nur noch drei Strecken in den Kreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg und eben der Weg zwischen Neetze und Lüneburg sind noch offen.

Die Verbindung zwischen Neetze und Lüneburg könnte somit möglicherweise schon im kommenden Jahr gebaut werden, die sichere Radverbindung zwischen Ilmenau und Elbe wäre perfekt. Dirk Möller, Leiter des Geschäftsbereichs Lüneburg der Landesbehörde, bestätigte, dass vorbereitende Gespräche mit den betroffenen Kommunen entlang der Strecke schon in den nächsten Wochen beginnen werden.

Fast 4500 Kilometer der etwa 8000 Kilometer Landesstraßen in Niedersachsen haben inzwischen einen die Straße begleitenden Radweg. In diesem Jahr soll das Radwegenetz an den Landesstraßen um weitere 50 Kilometer ausgebaut werden. 19 Einzelprojekte gab Wirschafts- und Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) jetzt bekannt.

Dafür stellt das Land für 2015 fünf Millionen Euro bereit die gleiche Summe wie 2014. 2016 sollen für diese Projekte weitere 4,4 Millionen aus Landesmitteln fließen. Durch die finanzielle Beteiligung der Landkreise und Kommunen beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen der 19 Projekte in diesem Jahr 11,4 Millionen Euro.

Ein besonderes Augenmerk bei der Auswahl der künftigen Radwege, so das Ministerium, lag auf den Kriterien Radfahrerpotenzial, Schulwegsicherung sowie Tourismus, Machbarkeit und Kostenrelevanz. Das Radwegekonzept des Landes wurde bei der letzten Fortschreibung 2012 zusammen mit den Landkreisen entwickelt. Durch Niedersachsen führende Bundesstraßen sind über 3100 Kilometer mit Radwegen ausgestattet.

Neue Radwege für den Landkreis Lüneburg sind im Programm des Landes für dieses Jahr nicht vorgesehen, allerdings drei aus dem Einzugsgebiet des Geschäftsbereichs Lüneburg: Evendorf Egestorf (2862 Meter, 387000 Euro, voraussichtlicher Baubeginn 4. Quartal), Bad Bevensen Röbbel (2590 Meter, 381000 Euro, 2. Quartal) und Quarrendorf Brackel (1840 Meter, 255000 Euro, 2. Quartal).

Vorerst letztes Radwegeprojekt an einer Landesstraße im Landkreis Lüneburg war der Bau eines rund 300 Meter langen Stücks zwischen Sumte und der Bundesstraße 195 in der Gemeinde Amt Neuhaus. Davor hatte der Geschäftsbereich Lüneburg der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr ein Großprojekt gestemmt, als Teil der vor 2012 gültigen Prioritätenliste für Radwege: Zwischen 2008 und 2010 war in knapp zwei Jahren der Fahrradweg zwischen Melbeck und Ebstorf entstanden. 2,6 Millionen Euro hatte der 15,8 Kilometer lange Weg gekostet, 1,8 Millionen davon hatte das Land Niedersachsen übernommen, etwa 780 000 Euro hatten die Samtgemeinden Ilmenau und Altes Amt Ebstorf sowie die Gemeinden Melbeck, Bienenbüttel, Hanstedt und Ebs­torf aufgebracht.

„Der damalige Wirtschafts- und Verkehrsminister und stellvertretende Ministerpräsident, Jörg Bode (FDP), hatte den Weg eingeweiht. Ein solches Radwegeprojekt, betonte der Minister damals, habe es in dieser Länge im Land Niedersachsen bisher noch nicht gegeben.