Aktuell
Home | Lokales | Der Druck nimmt zu – Lüneburger Landwirte gründen Dachverband Feldberegnung
Seit Jahrzehnten sind Landwirte auf künstliche Bewässerung angewiesen, künftig müssen sie für die Erlaubnis zur Wasserentnahme ein hydrogeologisches Gutachten vorlegen. Foto: A/t&w
Seit Jahrzehnten sind Landwirte auf künstliche Bewässerung angewiesen, künftig müssen sie für die Erlaubnis zur Wasserentnahme ein hydrogeologisches Gutachten vorlegen. Foto: A/t&w

Der Druck nimmt zu – Lüneburger Landwirte gründen Dachverband Feldberegnung

off Lüneburg. Sie ist seit mehr als 60 Jahren im Einsatz und für viele Landwirte unverzichtbar: die Feldberegnung. Rund 25000 Hektar, rund 40 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche im Landkreis Lüneburg, sind bisher erschlossen und können beregnet werden. Einzige Voraussetzung: die Genehmigung zur Wasserentnahme. Beim Landkreis Lüneburg müssen Landwirte die Erlaubnis beantragen sie zu erhalten, wird in Zukunft allerdings deutlich schwieriger.

„Wer künftig die Wasserentnahme beantragt, muss ein hydrogeologisches Gutachten vorlegen“, sagt Ackerbauer Jens Uffmann. „Und dieses Gutachten ist so aufwendig und teuer, dass es von einem Einzelnen kaum realisiert werden kann.“ In einem Dachverband Feldberegnung haben sich die Landwirte im Kreis deshalb jetzt zusammengeschlossen, mit Jens Uffmann als Vorsitzendem und Ulrich Ostermann als Geschäftsführer.

Die erste Aufgabe des Dachverbandes: „Wir lassen das geforderte hydrogeologische Gutachten erstellen“, sagt Uffmann. Dabei geht es in erster Linie um die Umweltverträglichkeit der Beregnung, um die Auswirkungen der Wasserentnahme auf Grundwasserstand, Pflanzen und Tiere, aber auch um Fragen wie: Wo liegen besonders sensible Gebiete? Oder: Wie lassen sich Wasserentnahmen kompensieren?

Bisher hat sich der Landkreis Lüneburg bei der Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis auf Schätzungen verlassen. „Doch dabei fehlte uns ein wirklich guter Überblick“, sagt Stefan Bartscht, Leiter des Fachdienstes Umwelt. Den soll das Gutachten in Zukunft liefern auch vor dem Hintergrund, dass der Beregnungsbedarf im Landkreis Lüneburg seit Jahren wächst. „Und wir als Landkreis dafür verantwortlich sind, dass die Wasserentnahme sich nicht negativ auf die Umwelt auswirkt“, so Bartscht.

Kosten wird das Gutachten nach ersten Schätzungen rund 250000 Euro, „das bedeutet für unsere Mitglieder, dass sie 10 Euro pro Hektar zahlen müssen“, sagt Uffmann. Zusätzlich wird jährlich ein Verbandsbeitrag von 50 Cent pro Hektar fällig. „Dafür kümmern wir uns für unsere Mitglieder um die komplette wasserrechtliche Genehmigung.“
Angeschoben hat die Gründung eines Dachverbandes der Bauernverband Nordostniedersachsen, vorbereitet hat sie in enger Abstimmung mit dem Landkreis Lüneburg Geschäftsführer Ulrich Ostermann. Detailfragen mussten geklärt, Landwirte informiert und von der Notwendigkeit eines Dachverbandes überzeugt werden. Das Ergebnis: „Mehr als 80 Prozent der Landwirte sind dabei“, sagt Ostermann. „Ein wirklich solides Standbein.“

Parallel zu Lüneburg hat sich im Kreis Uelzen ein Dachverband Feldberegnung gegründet, Geschäftsführer ist auch dort Ulrich Ostermann. „In vielen Teilen Nordostniedersachsens werden derzeit die Auflagen zur Wasserentnahme verschärft“, sagt er. Hauptgrund seien die genaueren Kenntnisse, die über das Grundwasser in den vergangenen Jahren gesammelt wurden. „Und die die Behörden veranlasst haben, genauer hinzuschauen.“ Welche Konsequenzen das für die Beregnung im Kreis Lüneburg hat, wird das Gutachten zeigen. „In zwei Jahren“, so Ostermann, „soll es fertig sein.“

One comment

  1. Dabei geht es in erster Linie um die Umweltverträglichkeit der Beregnung, um die Auswirkungen der Wasserentnahme auf Grundwasserstand, Pflanzen und Tiere, aber auch um Fragen wie: Wo liegen besonders sensible Gebiete? Oder: Wie lassen sich Wasserentnahmen kompensieren?
    nur soviel, ohne beregnung würde es der tierwelt weit aus besser gehen. unsere lebensmittel sind eh zu billig. sonst würden sie nicht tonnenweise im müll landen.