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Stephan Scheer (r.) freut sich über die Unterstützung: Thomas Köpping (l.) und Prof. Dr. Heiner Willenberg überbringen Zusagen für Zuschüsse. Sie vertreten Lotto Niedersachsen und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Foto: t&w
Stephan Scheer (r.) freut sich über die Unterstützung: Thomas Köpping (l.) und Prof. Dr. Heiner Willenberg überbringen Zusagen für Zuschüsse. Sie vertreten Lotto Niedersachsen und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Foto: t&w

Wo der Stadtsyndikus residiert, werden Millionen investiert

ca Lüneburg. „Hätte ich geahnt, was auf mich zukommt, hätte ich wohl die Finger davon gelassen“, sagt Stephan Scheer. Ursprünglich hatte er die Kosten für die Sanierung des ehemaligen Sport- und Kulturamtes an der Egersdorffstraße mit 1,5 Millionen Euro kalkuliert. Inzwischen liegt seine Schätzung in einem erheblich höheren Bereich. Und er hofft, dass er den millionenschweren Rahmen nicht überschreitet: „Ich gucke da auf jeden Euro.“ Selbstverständlich für ihn, auf dem Bau selber mitanzupacken. Deshalb freut sich der Unternehmer aus Bleckede, dass sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie Lotto Niedersachsen mit einer Spende von 40000 Euro an der Sanierung und Restaurierung des Gebäudes beteiligen.

Wie berichtet, will Scheer in das Gebäude ein Hotel samt Whiskey-Destille pflanzen. Es ist ein ehrgeiziges Unterfangen. Ein Jahr lang hat er mit Verwaltung und Denkmalpflege über Modalitäten verhandelt. Nun liege die Baugenehmigung vor, sagt der Heizungsbauer und Sanitärspezialist, der in Bleckede unter anderem das Brauhaus umgestaltet hat. Er rechnet damit, dass bald Handwerker anrücken. Eine besondere Herausforderung sei das Fundament des Hauses: „Wenn wir dort fertig sind, können wir Richtfest feiern.“

Das Haus hat eine lange Geschichte. Auf dem sogenannten Windberg saß über Jahrhunderte der Syndikus der Stadt, also ihr Rechtsexperte. Stadtarchäologe Prof. Dr. Edgar Ring hatte schon vor Jahren berichtet, dass man aufgrund von Untersuchungen wisse, das verwandte Balken aus dem Jahr 1439 stammen, ein Anbau, der in Richtung Graalwall liegt, kam im Jahr 1616 dazu. Der aktuelle Zuschuss der Stiftungen soll genutzt werden, um die Fassade herzurichten, die in Teilen aus Fachwerk besteht. Vor Jahren hatte unter anderem der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt Interesse bekundet, das Haus zu erwerben und mit Partnern herzurichten. Doch Verhandlungen mit der Stadt zerschlugen sich, auch wegen des Kaufpreises von 100000 Euro. Nun hat sich Stephan Scheer das Projekt vorgenommen. Er rechnet mit drei Jahren Bauzeit so lange wie ein Whiskey mindestens zum Reifen braucht.