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Ernst-Peter Beckmann (r.) und Christian Lindemann sind die Geschäftsführer der Firma BeckmannLindemann GmbH, die unter anderem Heizöl liefert. Foto: t&w
Ernst-Peter Beckmann (r.) und Christian Lindemann sind die Geschäftsführer der Firma BeckmannLindemann GmbH, die unter anderem Heizöl liefert. Foto: t&w

Wohin geht der Heizölpreis?

as Lüneburg. Für Besitzer von Ölheizungen ist die Lage derzeit erfreulich: Seit September des vergangenen Jahres ist der Heizölpreis auf Sinkflug. Mancher hofft darauf, dass er noch weiter fallen könnte. Doch Ernst-Peter Beckmann, Geschäftsführer der Firma BeckmannLindemann GmbH, sagt: „Keiner im Handel weiß, wie der Preis morgen aussieht.“

Eine Prognose für die Preisentwicklung abzugeben, sei unmöglich, „weil es unberechenbar ist, wie der Ölpreis auf dem Weltmarkt angeboten wird. Alles reine Politik“, sagt Beckmann. Hinzu komme, dass es überall auf der Welt Bohrlöcher gebe, die unterschiedliche Förderkosten hätten und dadurch unterschiedliche Barrelpreise. Mancher Kunde glaube zwar, er könne aufgrund der vielfältigen Informationen zum Thema Ölpreis inzwischen Schlüsse ziehen, „wir im Handel können aber beim besten Willen nicht sagen, wie es weitergeht“. Die Realität sehe so aus, dass, wenn seine Firma mehrere Bestellungen hat, die Mengen bei den Produzenten in Hamburg nachgekauft werden. Für den Einkauf des Händlers gebe es einen festen Preis. Schnellt der Ölpreis danach hoch, „haben wir keinen Mehrgewinn, geht er runter, haben wir keinen Verlust, weil auch mit dem Kunden ein fester Preis abgesprochen ist“. Konkret aktuelle Preise zu benennen, ist laut Beckmann schwierig, denn Preisänderungen erfolgen heute im Minu­tentakt.

Lässt sich mit Blick nach vorne auch nichts sagen, so können sich zumindest Kunden, die in den letzten Wochen Heizöl geordert haben, die Hände reiben. „Wer zum Beispiel 4000 Liter gekauft hat, hat gegenüber dem Vergleichszeitraum im vergangenen Jahr bis zu 1000 Euro gespart“, sagt Beckmann. Und er gibt einen aktuellen Vergleich: Bei 2000 Litern mussten im Juli 2014 noch rund 72 Euro pro 100 Liter bezahlt werden, derzeit sind es zirka 49 Euro. Macht eine Ersparnis von rund 550 Euro.

Lange Lieferzeiten sind dennoch derzeit kein Thema, was auch an dem milden Winter mit liegen kann. Anders war das im Jahr 2008, erinnert Beckmann: „2007 hatten Börsianer den Preis pro Barrel auf 140 Euro hochgetrieben. Im Jahr darauf rauschte er herunter. Das führte damals bei den Tankbefüllungen zu Wartezeiten bis zu drei Monaten.“