Mittwoch , 28. September 2016
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Kathrin Wolter leitet die Freiwilligen-Agentur. Seit 18 Jahren bietet der Paritätische an, Ehrenamtliche zu vermitteln. Jetzt veranstalten 40 Organisationen eine Ehrenamtlichen-Börse. Foto: t&w
Kathrin Wolter leitet die Freiwilligen-Agentur. Seit 18 Jahren bietet der Paritätische an, Ehrenamtliche zu vermitteln. Jetzt veranstalten 40 Organisationen eine Ehrenamtlichen-Börse. Foto: t&w

Ehrenamtlichen-Börse im Glockenhaus: „Deine Zeit für andere“

ca Lüneburg. Die Gesellschaft wird kälter, man setzt sich nicht mehr so für den anderen ein ein bekanntes Klagelied. Und für Kathrin Wolter ziemlich falsch. Sie leitet die Freiwilligenagentur des Paritätischen und weiß, dass sich in Stadt und Kreis Hunderte ehrenamtlich engagieren. Und vor allem ist die Nachfrage nach dem Ehrenamt ungebrochen. Deshalb organisiert Kathrin Wolter gemeinsam mit anderen am Sonnabend, 31. Januar, im Glockenhaus eine Ehrenamtlichen-Börse unter dem Motto „Deine Zeit für andere“.

„Viele wollen anderen helfen, wissen aber nicht, wo und wie“, hat die Sozialpädagogin beobachtet. Daher sei ein Forum eine gute Möglichkeit für Organisationen, sich vorzustellen und für Interessenten ein idealer Anknüpfungspunkt. Rund 100 verschiedene Institutionen haben sich bei der Agentur mit ihren Freiwilligen registriert. Schaut man genau hin, engagieren sich Tausende in der Region, etwa in Sportvereinen und bei den Freiwilligen Feuerwehren. Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt meint gar, dass sich 40 Prozent der Menschen zwischen Heide und Harz „bürgerschaftlich“ einsetzen.

Kathrin Wolter, die sich selber beim Bardowicker Faustball als Trainerin engagiert, weiß aus eigenem Erleben, aber auch aus einer Umfrage des Allensbach-Instituts, dass sich die Motive für das Ehrenamt unterscheiden. Junge Leute etwa schauen beispielsweise auf Jugendarbeit; das „Mittelalter“ blickt sich im Umfeld des Wohnortes um; Älteren geht es oftmals um Sinnfragen, um einen Einsatz beispielsweise aus ethischer und religiöser Motivation. Bei manchem kommt dazu, dass er wegen seines Alters oder aber aus gesundheitlichen Gründen aus dem Arbeitsleben ausgeschieden ist, aber weiter eine Aufgabe haben möchte.

Organisationen, die Ehrenamtliche einsetzen, sollten sich aber nicht zurücklehnen und glauben, dass sie Freiwillige quasi nur zum Arbeitseinsatz zu schicken brauchen. „Je mehr man sich um sie kümmert, desto mehr hat man von ihnen“, sagt die 37-Jährige. „Man sollte dem Ehrenamt ein Zuhause geben.“ Dazu bedarf es der Analyse: „Jeder kann irgendetwas besonders gut“, weiß Kathrin Wolter. „Wenn der Betreffende und die Organisation das ermitteln und denjenigen dann einsprechend einsetzen, fühlen sich beide wohl.“

Die Palette der Freiwilligenarbeit ist groß. Neben Klassikern wie Besuchsdiensten, Anleitung zu Spielen und Basteln und dem Einsatz als Helfer in der kirchlichen Jugendarbeit gibt es auch eher ungewöhnliche Ehrenämter. So schreibt ein Lüneburger Pressemitteilungen für mehrere soziale Gruppen, ein anderer berät Organisationen, wie sie Ehrenamtliche beispielsweise bei Studientagen betreuen können, eine Lübeckerin fährt regelmäßig nach Adendorf, wo sie dat Heimathus, ein kleines Lokal-Museum, unterstützt.

Auf der Ehrenamtlichen-Börse können Interessenten zwischen 11 und 17 Uhr viel über verschiedene Möglichkeiten erfahren. Dass auch Stadt und Politik die Hilfe zu schätzen wissen, zeigt sich daran, dass Oberbürgermeister Ulrich Mädge die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen hat.

Wer mehr erfahren möchte, wendet sich an Kathrin Wolter. Sie ist montags von 9 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr im Parlü am Thorner Markt zu erreichen. Eine Online-Plattform für Ehrenämter im Heidekreis finden Sie hier.