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Foto: Symbolbild/A./t&w
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Polizei ermittelt Tierschänder – Täter sieht sich selbst als „Zoophilist“

Buchholz/Tostedt.  In den vergangenen Monaten hatte ein Unbekannter für Angst unter Pferdebesitzern gesorgt, nun konnte die Polizei den mutmaßlichen Tierschänder ermitteln und festnehmen. Er hat die Tat bereits gestanden.

In mindestens 13 Fällen sei es demnach zu Verstößen gegen das Tierschutzgesetz gekommen. Immer wieder wurden Stuten im Genitalbereich angegriffen und zum Teil auch verletzt. Die Polizei hatte nach ersten Zeugenaufrufen noch vor Weihnachten eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe eingesetzt, die Hinweisen aus der Bevölkerung nachging und Spuren auswertete. Pferdebesitzer und Reiter hatten ihre Weiden mit Kameras ausgestattet und sich zu nächtlichen Kontrollgängen verabredet, um gemeinsam mit der Polizei weitere Taten zu verhindern.

Die hohe Emotionalität, die mit der Tatserie einhergeht, sorgte dafür, dass neben vielen hilfreichen Hinweisen auch allzu schnell Meldungen mit Namen, Kennzeichen oder sogar Adressen vermeintlicher Täter in sozialen Netzwerken gepostet wurden. Die Beamten waren hier immer wieder gefordert, Unschuldige vor falschen Verdächtigungen zu schützen und Verdachtsmomente auf ihre Objektivität zu überprüfen. Zeitweise wurde sogar ein Phantombild verbreitet, welches allerdings vor mehreren Jahren zu einer Fahndung im Raum Hessen veröffentlicht worden war. Hierdurch wurden die Ermittlungen teilweise erschwert.

Im Rahmen der aktuellen Ermittlungen geriet ein Heranwachsender aus der Region unter Verdacht. Am Dienstag, 13. Januar, konnten die Beamten den jungen Mann auf frischer Tat vorläufig festnehmen. Noch in der Nacht und am Folgetag legte der 20-Jährige ein umfassendes Geständnis ab – und zwar für nahezu alle bekannt gewordenen Taten.

Der Beschuldigte, der sich selbst als „Zoophilist“ – also Tierliebhaber – bezeichnet, hat mittlerweile den Landkreis Harburg verlassen. Er befindet sich in therapeutischer Behandlung. Gründe, die eine Untersuchungshaft rechtfertigten, liegen nicht vor.