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In Breselenz im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg brennen die Tannenbäume noch legal, denn dort vertritt die Kreisverwaltung die Meinung: Bei den Feuern handelt es sich um Brauchtum.  Foto: rg
In Breselenz im Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg brennen die Tannenbäume noch legal, denn dort vertritt die Kreisverwaltung die Meinung: Bei den Feuern handelt es sich um Brauchtum. Foto: rg

Tannenbaumverbrennen: Bei Nachbarn lodert es legal

off/rg Lüneburg/Lüchow. Ist das Tannenbaumverbrennen nun Brauchtum oder nicht? Über diese Frage streiten nicht nur Anhänger und Gegner der Aktionen, auch in den Kreisverwaltungen in Lüneburg und Lüchow-Dannenberg hat man dazu unterschiedliche Meinungen. Während Lüneburgs Kreissprecherin Katrin Holzmann gerade erst erläutert hat, warum es sich bei den Weihnachtsbaumfesten nicht um Brauchtum handelt und das Verbrennen der Tannenbäume verboten ist (LZ berichtete), heißt es aus dem Lüchower Kreishaus: „Wir sehen das als Brauchtumsveranstaltung an.“ Damit ist im Nachbarkreis legal, was im Kreis Lüneburg unzulässig ist – und ab kommenden Jahr sogar geahndet werden soll.

Wie berichtet, ist das Tannenbaumverbrennen seit dem Außerkrafttreten der alten Brennverordnung 2014 unzulässig. Das zumindest ist die Lesart des Kreises Lüneburg. Konkret heißt es in den neuen Regeln des niedersächsischen Umweltministeriums, dass das Verbrennen pflanzlicher Abfälle nur dann zulässig ist, wenn es „im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zur Pflege des Brauchtums“ stattfindet. Und für Kreissprecherin Holzmann ist eindeutig. „Bei Brauchtumsfeuern handelt es sich um Gepflogenheiten, die über viele Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte in der Region gewachsen sind.“ Die scheinbare Tradition des Tannenbaumverbrennens dagegen sei erst vor einiger Zeit von einer großen schwedischen Möbelhauskette aufgebracht worden. „Dadurch handelt sich noch nicht um Brauchtum.“

Dass man Brauchtum im Nachbarkreis offenbar anders definiert, spielt für die Lüneburger Kreisverwaltung keine Rolle. „Die alte Brennverordnung ist abgeschafft worden mit dem Ziel, den Schadstoff- und Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu verringern“, sagt Holzmann, „und vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht richtig, das Tannenbaumverbrennen künftig nicht mehr zu dulden.“ Der kommunale Abfallentsorger GfA sammle die ausgedienten Bäume kreisweit ein und führe sie einer sinnvollen Verwertung zu. „Und davon profitiert nicht nur die GfA, sondern im Übrigen auch der Gebührenzahler“, sagt Holzmann.