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Josef Röttgers sagt von sich, allen Fraktionen gegenüber fair und loyal aufgetreten zu sein. Sein Politikstil wird jetzt augenscheinlich belohnt. Foto: t&w
Josef Röttgers sagt von sich, allen Fraktionen gegenüber fair und loyal aufgetreten zu sein. Sein Politikstil wird jetzt augenscheinlich belohnt. Foto: t&w

Samtgemeinde Gellersen: Josef Röttgers tritt wieder an

dth Reppenstedt. Obwohl er wegen einer plötzlichen Erkrankung über Monate ausfallen könnte, geht Josef Röttgers noch einmal ins Rennen um den Chefposten im Rathaus der Samtgemeinde Gellersen. Wahltag ist Sonntag, 26. April. Ende November hatte der Samtgemeinderat den Weg für die Wahl frei gemacht. Der parteilose Röttgers hatte den Rat darum gebeten, seine im Herbst 2013 bewilligte Amtszeitverlängerung wieder einzukassieren, nachdem die Kommunalreform zur Bildung einer Einheitsgemeinde gescheitert war. Röttgers hielt sich allerdings über Wochen bedeckt, ob er noch einmal kandidiert. Als der Entschluss für ihn längst feststand, folgte vergangene Woche der Schock: eine ernsthafte Erkrankung. Am Montag, seinem 56. Geburtstag, wurde Röttgers operiert. Auch wenn er kaum aktiv Wahlkampf betreiben können wird, hält er an der Kandidatur fest.

Röttgers gehe es den Umständen entsprechend gut, eine Genesung sei in Sicht, heißt es. Aber es werde einige Wochen dauern, bis er wieder auf dem Damm sei. Die LZ sprach mit Gellersens amtierendem Verwaltungschef wenige Tage vor der Operation über seine Motivation und die Ziele für eine mögliche zweite Amtszeit. Trotz des gesundheitlichen Rückschlags sagte Röttgers: „Ich bin der Auffassung, dass ich es auch alleine schaffen kann. Ich habe Anhänger in allen politischen Lagern.“ Doch der Parteilose ist nicht auf sich allein gestellt. Ganz im Gegenteil.

Am vergangenen Montag tagte der Vorstand des CDU-Samtgemeindeverbands. Vorsitzender Hans-Jürgen Nischk sagte auf LZ-Nachfrage: „Wir haben die Arbeit mit Herrn Röttgers in den vergangenen acht Jahren überwiegend als positiv bewertet und deswegen werden wir mit ihm als Kandidaten ins Rennen gehen.“ Die Christdemokraten waren es auch, die den parteilosen Röttgers 2006 auf den Schild gehoben hatten.

Und jetzt die Überraschung: Auch SPD und Grüne unterstützen Röttgers Kandidatur. Zwar hatte sich in den vergangenen Monaten Oliver Glodzei (Grüne) als Gegenkandidat in Stellung gebracht und war sich auch der Unterstützung der Sozialdemokraten gewiss. Zudem wurde er zwischenzeitlich zum stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister gewählt. Doch jetzt erklärte er auf LZ-Nachfrage: „Wir haben festgestellt, dass wir ganz gut mit Josef Röttgers zusammenarbeiten können. Zudem hat er unseren Haushalt mitgetragen. Deshalb verzichte ich auf eine Kandidatur.“ Seine Gellerser Grünen hat er darüber bereits in Kenntnis gesetzt, sie sollen offiziell bei einer Mitgliederversammlung am 21. Januar darüber abstimmen.

Röttgers zu unterstützen, haben die Gellerser Sozialdemokraten bereits vergangene Woche beschlossen. „Wir haben in der Amtszeit von Herrn Röttgers eine erfolgreiche rot-grüne Politik machen können, wir freuen uns, dass er kandidiert und gehen davon aus, dass wir die gute Zusammenarbeit fortsetzen können“, sagt Vorsitzender Dr. Hinrich Bonin. Die Entscheidung war intern gefallen, bevor Röttgers seine Diagnose erhielt.

Röttgers sagte im LZ-Gespräch: „Auch wenn nicht alles einstimmig gegangen ist, glaube ich, dass ich allen Fraktionen gegenüber fair und loyal aufgetreten bin und auf erfolgreiche acht Jahre zurückblicken kann. Trotz mancher Rückschläge, macht es einfach Spaß zu gestalten und etwas zu bewegen. Das möchte ich weiterhin.“ Wichtig sei ihm ein „gutes Miteinander im offenen Dialog“, im Ringen um die besten Lösungen.

Gefragt nach dem größten Erfolg der vergangenen acht Jahre sagt Röttgers: „Wir haben ein super Angebot in der Kinderbetreuung geschaffen sowohl im Krippenbereich als auch im Elementarbereich. Das kann sich sehen lassen.“

Zu seinen Zielen, sollte er wiedergewählt werden, nannte er zum einen den Feuerwehrbereich. Mit der Feuerwehrbedarfsplanung stünden wichtige Baumaßnahmen und große Beschaffungen bei den Einsatzfahrzeugen an. Und: „Mir liegt die Weiterentwicklung unserer Schulen, über die energetischen Sanierungen hinaus, besonders am Herzen. Wir müssen vor allem die Herausforderung der Inklusion angehen und den Ganztagsschulbetrieb.“

Solange Röttgers aus gesundheitlichen Gründen ausfällt, führt Bauamtsleiterin Susanne Stille als seine allgemeine Vertreterin die Rathausgeschäfte. Röttgers über Stille: „Ich werde bestens vertreten.“ Die repräsentativen Aufgaben übernehmen die stellvertretenden Samtgemeindebürgermeister Dr. Hinrich Bonin (SPD) und Oliver Glodzei (Grüne).

Wahlvorschläge

Der Tag zur Wahl eines neuen hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeisters in Gellersen ist auf Sonntag, 26. April, festgesetzt, eine mögliche Stichwahl würde am Sonntag, 10. Mai, erfolgen. Noch bis spätestens 23. März um 18 Uhr können bei der Gellerser Wahlleitung im Rathaus weitere Wahlvorschläge eingereicht werden. Der Wahlvorschlag muss unter anderem von mindestens 150 Wahlberechtigten des zuständigen Wahlgebiets unterzeichnet sein. Die Unterschriften sind nicht erforderlich für den bisherigen Amtsinhaber sowie für folgende Parteien und Wählergruppen in Gellersen: CDU, SPD, Grüne, FDP, Die Linke und SOLI.

2 Kommentare

  1. ich werde ihn wählen.

  2. Ich auch.

    Von der CDU „auf den Schild gehoben“ und „seine Kandidatur von SPD und Grünen unterstützt“, so stelle ich mir den Zieleinlauf des neuen Oberbürgermeisters von Lüneburg, Michèl Pauly, im Jahre 2021 vor.