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Die Äldermänner Uwe Stubbe (l.) und Bernd Wald (2.v.r.) hängen mit Unterstützung von Vereinskamerad Hans-Hermann Bardowicks und Vereinsvorsitzendem Dietmar Wienecke (r.) eines der Schiffsmodelle unter die Saaldecke. Foto: t&w
Die Äldermänner Uwe Stubbe (l.) und Bernd Wald (2.v.r.) hängen mit Unterstützung von Vereinskamerad Hans-Hermann Bardowicks und Vereinsvorsitzendem Dietmar Wienecke (r.) eines der Schiffsmodelle unter die Saaldecke. Foto: t&w

Die Bardowicker Feierbiester und ihr Schifferball +++ mit LZplay-Video und Fotogalerie

dth Bardowick. Die Tanzfläche war brechend voll: In eleganter Abendrobe und rustikalem Schiffer-Ambiente im mit Wimpeln, Steuerrädern und Positionslaternen geschmückten Saal feierte der Verein der „Ilmenau-Schiffer Bardowick von 1861“ im Gasthaus Zum Anker am Samstagabend seinen 154. Tanzball. Rund 180 Gäste waren der Einladung gefolgt und ließen das Tanzbein schwingen. Erstmals eröffnete der kürzlich gewählte neue erste Vorsitzende Dietmar Wienecke die Veranstaltung. Doch zunächst dankte er seinem Vorgänger Hans-Jürgen Werner und dessen Gattin Antje für ihr Jahrzehnte langes Engagement für den Verein. Die Gäste im Saal bedachten beide mit stehenden Ovationen.

Zum Auftakt des Tanzvergnügens marschierten Bernd Wald und Uwe Stubbe als sogenannte Äldermänner, Vertreter der ältesten anwesenden Vereinsmitglieder, in den Saal ein, gefolgt von Trägern mit Schiffsmodellen. Die Modelle wurde unter die Saaldecke gehängt. Dort schaukelten sie fortan leicht über den Wogen der fröhlichen Tanzgesellschaft.

Bereits seit 1995 begleiten die „De Bewicker Harmonikanten“ die Schiffer beim Einmarsch in den geschmückten Festsaal mit Musik von Hand gemacht, mit Teufelsgeige und Harmonika. Dafür dankte ihnen Wienecke und wünschte sich, dass es auch noch lange so bleiben möge. Die technischen Voraussetzungen dafür haben sie. Dazu Harmonikant Horst Blanquett: „Wir können noch ohne Steckdose spielen, die anderen können ja schlecht mit einer Kabeltrommel einmarschieren.“ Doch auch die moderne Tanzmusik hat in Bardowick eine gewisse Tradition: Musiker und Komponist Juri Davidoff sorgt mit seiner Partyband regelmäßig für stimmungsvolle Tanzmusik auf dem Bardowicker Schifferball und gehört schon fast zur Einrichtung.

Davidoff sagt: „Dass wir schon seit zehn Jahren dabei sein dürfen, ist für uns großartig. Der Schifferball ist nicht irgendein Ball, sondern eine langjährige Tradition. Dass das am Leben erhalten wird, finde ich außerordentlich wichtig. Und dass wir dabei sein dürfen, und das seit zehn Jahren, das ist eine große Ehre für uns und eine Anerkennung für unsere Musik.“ Und: „Wir sind in jedem Fall nächstes Jahr wieder dabei.“ Das dürfte sich auch die achtköpfige Tanzclique aus Rottorf, Luhdorf und Borstel um Peter Kolodziej wieder vorgenommen haben: „Wir sind zwar keine Vereinsmitglieder, aber wir kommen schon seit fünf Jahren regelmäßig zum Schifferball und es macht riesigen Spaß.“ Zumal es nicht nur ausreichend Gelegenheiten zum Tanzen, sondern auch zum Singen gibt, wie beim Bänkellied „Die Vereinsbank“.

Das Steuerhaus des Schiffer-Vereins hat der vormals langjährige Vorsitzende Hans-Jürgen Werner kürzlich verlassen, doch beim Bänkellied setzt er sich immer noch gerne den Zylinder auf, steigt auf den Tisch und dirigiert mit einem weißen Zeigestock den vollen Saal beim gemeinsamen Vers-Aufsagen mit anschließendem fröhlichen Gesang und Gejohle: „Ooooh-duuu-schööö-höööne-Veer-aah-heins-baaank …“