Donnerstag , 29. September 2016
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Das Zentralgebäude ist ein Ausdruck für den Wohlstand der Uni besonders im Hinblick auf Intellektualität und die Zukunft, sagt Daniel Libeskind. Als Architekt beschäftige er sich mit der Kritik am von ihm entworfenen Gebäude weniger. Foto: t&w
Das Zentralgebäude ist ein Ausdruck für den Wohlstand der Uni besonders im Hinblick auf Intellektualität und die Zukunft, sagt Daniel Libeskind. Als Architekt beschäftige er sich mit der Kritik am von ihm entworfenen Gebäude weniger. Foto: t&w

„Es gibt immer einen kritischen Punkt“ – Interview mit Daniel Libeskind

mm Lüneburg. Für Aufsehen sorgen seine zahlreichen Bauten rund um den Globus. Auch in Lüneburg. Der weltbekannte Architekt Daniel Libeskind aus den Vereinigten Staaten hat das neue Zentralgebäude der Universität entworfen. Zum Richtfest kam der 68-Jährige nun in die Hansestadt, hielt eine flammende Rede bei der großen Feier im Audimax. Schon vorab traf er sich mit der LZ zum Interview im Hotel Bergström. Der 68-Jährige sprach über seine Lehrtätigkeit an der Leuphana und Architektur.

Sie erinnern sich bestimmt noch an das erste Gebäude, das Sie entworfen haben. Welches war das?

Libeskind: „Das war das Jüdische Museum in Berlin. Die Entwürfe dazu habe ich im Jahr 1989 vorgestellt.“

Es folgten zahlreiche weitere Bauten, die Sie berühmt gemacht haben. Was ist für Sie Ihr spektakulärster Bau und wo würden Sie in einer Rangfolge das Lüneburger Zentralgebäude einordnen?

Libeskind: „Jedes Gebäude beziehungsweise jeder Gegenstand wirkt auf seine Art und Weise. Schauen Sie sich beispielsweise diese Kaffeekanne oder die Blume dort an. Allein dadurch, wie das Licht fällt, wirken sie schon einzigartig. Eine Rangfolge der von mir entworfenen Gebäude festzulegen, ist eigentlich nicht möglich. Sicher ist aber: Das Leuphana-Zen­tralgebäude im wunderschönen Lüneburg ist ganz vorne mit dabei.“

Das Zentralgebäude wird geformt durch spitz zulaufende Winkel und verschobene Wände. Am höchsten Punkt werden 37 Meter erreicht. Wie hat die Mission der Universität Ihr Design beeinflusst?

Libeskind: „Die Leuphana bringt die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts mit auf den Weg. Diesen Gedanken soll auch das Gebäude reflektieren. Es bricht mit der Kasernenarchitektur auf dem Campus, etwas Neues, Modernes entsteht. Das Gebäude soll Heimstätte für Tausende Studenten sein.“

Inwiefern sind in den Entwurf Ideen von Studenten, die Sie während ihrer Lehrtätigkeit an der Leuphana betreut haben, mit eingeflossen?

Libeskind: „Die Studenten haben mir durch ihre zahlreichen Inspirationen gezeigt, wie das Gebäude genutzt werden könnte. Ein Wunsch war zum Beispiel die Einrichtung des Raums der Stille. Wir haben zusammen überlegt, wie so ein Raum aussehen könnte. Es soll ein überkonfessionelles Forum sein, wo sich Menschen unterschiedlicher Religionen treffen und eine Gemeinschaft bilden.“

Wie oft und wie lange haben Sie eigentlich an der Leuphana unterrichtet?

Libeskind: „Insgesamt zehn Seminare habe ich an der Universität gehalten. Es wurde viel geforscht, ich habe versucht, den Studenten einen besonderen Zugang zur Architektur zu vermitteln.“

Sind Sie für jedes Seminar extra eingeflogen?

Libeskind: „Natürlich, wie sollte das sonst funktionieren? Ich bin immer sehr gerne gekommen.“

Haben Sie selbst manchmal Sorge, dass Ihre spektakulären Entwürfe der Bauphysik nicht standhalten und es deshalb auch mal zu einem Baustopp kommen könnte?

Libeskind: „Nein, eigentlich ist es möglich, jedes Gebäude zu bauen. Ich habe eine Idee davon, wie ein Gebäude aussehen soll, dann wird es gebaut.“

Wie war das beim Zentralgebäude? Haben Sie sich mit der Kritik, das Gebäude sei vollkommen überdimensioniert und viel zu teuer, auseinandergesetzt?

Libeskind: „Es gibt bei jedem Neubau einen kritischen Punkt. Das Zentralgebäude ist ein sehr nachhaltiges, rationales und praktisches Gebäude. Es ist ein Ausdruck für den Wohlstand der Uni besonders im Hinblick auf Intellektualität und die Zukunft. Jeder in einer Demokratie hat aber auch das Recht zu kritisieren. Ein Architekt beschäftigt sich damit aber weniger, denn letztlich müssen die Bauherren das Projekt steuern.“

Wie oft haben Sie schon die Baustelle besucht?

Libeskind: „Ich war viele Male auf der Baustelle. Es gibt ja Architekten, die kommen nur zur Eröffnung. Bei mir war das anders. Da ich auch an der Universität gelehrt habe, war ich sehr regelmäßig dort.“

Wie beurteilen Sie die Bauentwicklung seit der Grundsteinlegung? Hätte es auch schneller vorangehen können?

Libeskind: „Es war ein sehr stetiger Prozess. Schon einen kleinen Raum zu bauen, ist nicht einfach. Und es ist eine enorme Herausforderung, ein solch großes Projekt wie das Zentralgebäude zu stemmen.“

Ist es richtig, dass Sie ein neues Projekt praktisch vor den Toren Lüneburgs im Hamburger Stadtteil Ottensen planen?

Libeskind: „Davon habe ich noch gar nichts gehört. Aber man weiß ja nie, nichts ist ausgeschlossen.“

Und wann sind Sie das nächste Mal in Lüneburg?

Libeskind: „Im April, dann gebe ich wieder ein Seminar.“

35 Kommentare

  1. Wer ist eigentlich „mm“? Der Fragesteller mit diesem Kürzel hält es für angebracht, zunächst den Ruhm des Architekten Libeskind herauszustellen und verweist auf dessen viel beachtete Bauprojekte andernorts. Er „impft“ den Leser praktisch vorab mit Hinweisen auf die „Autorität“ einer keine Widerrede erlaubenden Reputationsfigur, von der er annimmt, sie werde vergangene Achtungserfolge auch in Lüneburg wiederholen. Die kaum verschleierte Absicht scheint zu sein, mögliche Einwände von vornherein pauschal zu marginalisieren.

    Dabei bedient er sich einer blumig-vagen, pathetisch-subjektivistischen und stark übertrieben wertenden Ausdrucksweise: „für Aufsehen sorgen“, „zahlreiche Bauten“, „rund um den Globus“, „der weltbekannte Architekt“, „flammende Rede“, „große Feier“, „spektakuläre Entwürfe“, etc.

    Vor der zweiten Frage wird dem Leser noch einmal eingebläut, hier antworte gleich ein Mann „zahlreicher weiterer Bauten“, die ihn „berühmt gemacht haben“ und die wiederholte Formel vom „spektakulären Bau“ wird sogleich in den Superlativ promoviert: „Was ist für Sie Ihr spektakulärster Bau“?

    Ist es möglich, soll das wohl heißen, einem solchen Götterliebling der überwältigenden Architektursensationen mit kritischen Bedenken zu kommen?

    Ich versuche es trotzdem.

    Daniel Libeskind sagt zunächst völlig zutreffend: “Jedes Gebäude beziehungsweise jeder Gegenstand wirkt auf seine Art und Weise. Schauen Sie sich beispielsweise diese Kaffeekanne oder die Blume dort an. Allein dadurch, wie das Licht fällt, wirken sie schon einzigartig.“ Ob „einzigartig“ das richtige Attribut ist? Vielleicht. „Eine Kaffekanne“ hier und jetzt, in dieser Sekunde, in diesem Licht wirkt einzigartig. Aber das tut eine überquellende Mülltonne unter einer schäbigen Brücke auch. „Einzigartigkeit“ ist kein ästhetischer Wert, sondern bloß Hinweis auf ein eindeutig identifizierbares Exemplar einer beliebigen Gattung.

    Dann folgt ein Widerspruch: „Eine Rangfolge der von mir entworfenen Gebäude festzulegen, ist eigentlich nicht möglich. Sicher ist aber: Das Leuphana-Zen­tralgebäude im wunderschönen Lüneburg ist ganz vorne mit dabei.“ Kann eine „Rangfolge“ nicht festgelegt werden, ist es einfach Nonsense, „Das Leuphana-Zen­tralgebäude“ im gleichen Atemzug in einen „vorderen Rang“ zu rücken.

    Was die wolkige, ständig und überall wiederholte Marketingphrase der Leuphana, sie bringe „die Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts mit auf den Weg“, eigentlich besagt, ist vollkommen unklar. Tut das nicht jeder, der im 21. Jahrhundert lebt und seinen Hausflur regelmäßig kehrt? Wie kann ein Gebäude „diesen Gedanken“, der ernsthaft ja gar nicht als „Gedanke“ bezeichnet werden kann, „reflektieren“? Das wüsste man gerne.

    Gleich darauf behauptet Libeskind, das Geäude breche „mit der Kasernenarchitektur auf dem Campus, etwas Neues, Modernes entsteht. Das Gebäude soll Heimstätte für Tausende Studenten sein.” Wie kann man das verstehen? „Brechen“ ist ein resultatives Verb, das einen plötzlichen, einmaligen, momentan ablaufenden Vorgang mit unzweideutigem Ergebnis bezeichnet. Was bricht, ist zerbrochen. Doch was ist hier zerbrochen, wenn das „Neue“, „Moderne“ entstanden ist? Die optisch durch die Backsteinarchitektur aus den späten 1930er Jahren bestimmte formale Geschlossenheit der rund zwanzig großen – ehemaligen – Kasernengebäude, in welche in den 90er Jahren moderne Hörsaal- und Bibliotheksbauten eingestreut worden sind? In ihr war die Uni seit dem Wintersemester 1997/1998 untergebracht und ist seitdem „Heimstätte für Tausende Studenten“ gewesen. So what? Etwas weniger raunend als Libeskind es formuliert, könnte man vielleicht sagen, sein Zentralgebäudebau „unterscheidet“ sich von dem Umstehenden. Doch „Unterscheidung“ ist ebenfalls kein ästhetischer Wert. Ein knallgelber Anzug würde bei einem Bankangestellten gewiss einen Unterschied machen. Aber einen, über dessen „Bedeutung“ oder „Ausdrucksqualität“ noch gar nichts feststeht. Ich denke nicht, dass der Hinweis auf „Neuheit“ und „Modernität“ irgendeine brauchbare Information enthält.

    Auf die Frage, ob er „sich mit der Kritik, das Gebäude sei vollkommen überdimensioniert und viel zu teuer, auseinandergesetzt“ habe, antwortet Herr Libeskind ausweichend: “Es gibt bei jedem Neubau einen kritischen Punkt“, soll wohl heißen, bei Neubauten finden sich immer Andersmeinende. „Jeder in einer Demokratie hat aber auch das Recht zu kritisieren.“ Das ist richtig, finde ich. Auf den Skandal der drohenden Unterfinanzierung und der mehrjährigen Planungsschlampereien (OFD- und LRH-Bericht 2014) geht er – vermutlich zu Recht – nicht ein: „Ein Architekt beschäftigt sich damit aber weniger, denn letztlich müssen die Bauherren das Projekt steuern.” So sollte es sein! Stattdessen sagt er, „das Zentralgebäude ist ein sehr nachhaltiges, rationales und praktisches Gebäude. Es ist ein Ausdruck für den Wohlstand der Uni besonders im Hinblick auf Intellektualität und die Zukunft.“ Was „Nachhaltigkeit“ und „Rationalität“ in Bezug auf ein Gebäude heißen könnten, ist sehr schwer zu ermitteln. Das von Libeskind wird schlicht sehr lange da sein und saftige Bewirtschaftungskosten verursachen — insofern kann man es „nachhaltig“ ( oder „von Dauer“) nennen. Und es verlangt sehr viel „Flexibilität“, die vorgesehenen Zwecke und Anforderungen seiner eigenwillige Form anzupassen — insofern hat es seine eigene „Rationalität“ (oder erzwingt Maßanfertigungen). Dass sein „Audimax“ im Vergleich zu anderen, eventuell funktionaleren Lösungen „praktische“ Qualitäten – oder gar Vorteile – besitzt, ist zumindest umstritten.

    Zuletzt noch eine Bemerkung zur häufigsten Vokabel, die (auch von unserer Wissenschaftsministerin) verwendet wird, wenn es gilt, etwas – vermeintlich Lobendes, in Wirklichkeit aber entsetzlich Hilfloses – zum Zentralgebäudeneubau zu äußern.

    „Spektakulär“ ist das Schlagwort der Stunde.

    Ist das Auffallende, Aufmerksamkeiterregende, Außergewöhnliche, Erstaunliche oder Imposante an sich schon ein Qualitätsmerkmal? Werden nicht auch Geiselnahmen, Kriegsbilder oder Schiffsuntergänge „spektakulär“ genannt?

    Der französische Situationist und Filmemacher Guy Debord hat 1967 ein einflussreiches Werk mit dem Titel „Die Gesellschaft des Spektakels verfasst“ (Neuauflage: Edition Tiamat, Berlin 1996), in dem er den westlichen Konsumgesellschaften den Spiegel vorhält und das von erstaunlicher Aktualität ist.

    Vernunft, Realitätssinn und alle Maßstäbe für Angemessenheit und Ausgewogenheit, heißt es dort, verschwänden heute hinter immer wieder repetierten, inhaltsleeren Floskeln, hinter einer Scheinwelt aus Werbung, Klischees und Propagandaparolen, die aber wiederum ganz reale Auswirkungen auf das Leben der Menschen hätten. Erlebtes oder Ersehntes werde zunehmend durch seine geschönte Darstellung und durch medial erzeugte Größenphantasien verdrängt.

    Vorbild und Held der Menschen sei der Film-, Fernseh-, Pop- oder Polit-Star. Er diene als Modell für all das, was man sich selbst versagen müsse. Der Star sei die „spektakuläre Darstellung eines lebendigen Menschen“, der das „Bild einer eigentlich unmöglichen Rolle“ in sich „konzentriert“, das „Objekt der Identifizierung mit dem seichten, scheinbaren, bloß erträumten Leben, welches die Zerstückelung der wirklich erlittenen, zermürbenden und gehetzten Alltags- und Arbeitsspezialisierungen“ betäuben und „aufwiegen“ soll. (S. 48)

    Auch Politik werde zur Show und Showbusiness zu Politik. „Das Spektakel ist die ununterbrochene Rede, welche die gegenwärtige Ordnung über sich selbst hält, ihr sich selbst lobpreisender Monolog.“ (S. 24) „Es ist die Sonne, die in dem Reich der modernen Passivität nie untergeht. Es bedeckt die ganze Oberfläche der Welt und badet endlos in seinem eigenen Ruhm.“ (S. 17) „Es ist das Gegenteil des Dialogs (S. 19), denn es stelle alles zur Debatte – nur nicht sich selbst:

    „Größe, Neuheit und gigantomane Markierungen des Unterschieds sind die modernen Götzen. Sie repräsentieren einen Drang in die Höhe, der verflacht. Die durch das Spektakel prinzipiell geforderte Haltung ist die passive Hinnahme, die es schon durch seine Art, unwiderlegbar zu erscheinen, also durch seine Monopolisierung des Scheins, faktisch erwirkt hat.“ (S. 17)

    „Im Spektakel […] ist das Ziel nichts, die Entwicklung alles. Das Spektakel will es zu nichts anderem bringen als zu sich selbst.“ (S. 18)

    „Das Spektakel wil spektakulär sein — sein einziger Sinn ist die sich aufbäumende Leere.“

    • “Das Spektakel will spektakulär sein — sein einziger Sinn ist die sich aufbäumende Leere.”

      Vielleicht wird darum immer „vom hauptberuflichen Leuphana-Vizepräsidenten Holm Keller in seinen Begrüßungsansprachen“ gebetsmühlenartig darauf hingewiesen, dass es in dem „neuen“ Zentralgebäude nach seiner Fertigstellung „einen ‚Raum der Stille‘ geben“ werde? (http://www.landeszeitung.de/blog/lokales/212003-audimax-ein-ort-der-begegnung-und-des-austausches-mit-fotogalerie)

      Per definitionem wäre dies ja der ideale Ort, an dem man in überkonfessioneller Eintracht über alles Fragwürdige, das sich mit dem „künftigen Auditorium Maximum“ verbindet, in ausführlichster diskursiver Rechtschaffenheit gemeinsam SCHWEIGEN kann.

  2. Genau, man hätte verschweigen müssen, das dieser No-Name-Typ woanders schon mal irgendwas gebaut hat…..Frechheit sowas

    • Ist er kein No-Name-Typ, brauchen Sie ihn auch nicht mit dem Talmigeklapper outrierter Imponierattribute aufzutakeln.

      Würde man uns Mozart als weltbekannten Komponisten aus dem Fürsterzbistum Salzburg vorstellen, dessen
      zahlreiche Opern rund um den Globus für Aufsehen sorgen, auch in Lüneburg, und sagen, er habe bei einer großen Feier eine flammende Rede gehalten, so würden wir auch nicht niederknien, sondern uns fragen, was der Schreiber damit bezweckt, wenn er sich als Jahrmarkt-Anreißer betätigt und seinen Helden wie sauer Bier anpreist.

    • Ich bin da ganz bei Ihnen, Frau Genau. Ausrufezeichen sind wichtig !!! Man soll seine Markennamen heiligen !!!!!

      Als ich gestern feststellte, dass der weltbekannte riesige goldene GUCCI-Schriftzug auf meiner einzigartigen GUCCI-Lederjacke, deren zahlreiche Replikate rund um den Globus zuverlässig für sehr viel Aufsehen sorgen, halb von meinem spektakulären GUCCI-Schal verdeckt war, habe ich die beiden sensationellen GUCCI-Accessoires sofort abgelegt, mich reuevoll davor in den Staub geworfen und den Gott des großen differenzierenden Brandings in flammender Rede um Vergebung meiner Sünden angefleht.

  3. Es gibt immer einen kritischen Punkt”
    stimmt, das geld. solange andere bezahlen , kann man überflüssiges produzieren , herstellen und bauen. in diesem schiefen bau wird niemand automatisch schlauer, aber die steuerzahler ärmer. wie sagte ein maurer: so was werde ich in meinem leben, wohl nie wieder bauen. es dauert so lange, weil alles so schief ist. schief ist zwar modern, aber selten effektiv. bei reparaturen wird es dementsprächend teurer. ob man die verantwortlichen deswegen später zur kasse bitten kann? wohl kaum. der dumme bleibt der steuerzahler. ob der bund der steuerzahler sich darauf stürzen wird?

  4. Der Ruf „Wir brauchen Neues!“ — so hat der amerikanische Schriftsteller Robert M. Pirsig vor etwas über einem Vierteljahrhundert formuliert — „führt zu einer endlosen Kette von affektierten Trivialitäten sensationsbegieriger Distinktionsprunkerei, aufgedonnerten Extravaganzen und überspannten Modeerscheinungen, dem Morast von morgen. ‚Wir brauchen Gutes!‘ — das ist ein Imperativ, der in die Tiefe, nicht in die Breite oder die Höhe führt und der den gefühlsklebrigen Morast des modischen Aufmerksamkeitsmanagements flußabwärts schwemmen kann.“ — Gut ist das, was im Ganzen stimmig, also wirtschaftlich, ästhetisch, moralisch und sozial angemessen ist und nicht nur in ein oder zwei gezwungen witzigen Bezügen, die schnell langweilen, aber durch ihre aufdringliche Dauerpräsenz die Nerven belasten. Auch im Seichten kann man ertrinken. Umso eher, je größer diese Seichtigkeit ist. Mit Schopenhauer gesagt: „Das Neue ist selten das Gute, weil das Gute nur kurze Zeit das Neue ist.“

  5. Hallo Herr Schmitz

    „Getretener Quark wird breit, nicht stark.“ Das Gerede oben haben Sie sehr gut als dünnen Unfug enttarnt. Mario Vargas Llosa hat sich 2013 in einem Essay auch der »Kultur des Spektakels« gewidmet, der »civilización del espectáculo«, wie das Buch im spanischsprachigen Original heißt. Er beklagt die Boulevardisierung, die unser gesamtes gesellschaftliches Leben ergriffen habe. So habe die Gedankenlosigkeit zur »Königin und Herrscherin über das postmoderne Leben« werden können. Nun zähle nicht mehr der Inhalt einer Sache, sondern lediglich das Aufsehen, das sie erregt. Diese Entwicklung sei Hand in Hand gegangen mit der schwindenden Unterscheidung zwischen ‚Wert‘ und ‚Preis‘. Und tatsächlich: Macht heutzutage nicht erst der Preis die gesellschaftsbezogene Qualität einer Sache aus? Sind es nicht mittlerweile überteuerte Marken, Trends, Moden denen wir bereitwillig huldigen? – Unabhängig von dem wahren Wert einer Sache unterscheiden wir rein nach Kriterien wie Bekanntheit und Prestigeträchtigkeit. Wertvoll ist nur noch, was auch teuer ist oder zumindest den Anschein erweckt, es gewesen zu sein. Ebenso wie sich diese Begriffe verwaschen haben, verhalte es sich auch mit dem Begriffspaar ‚Kultur‘ und ‚Unterhaltung‘: Nur was unterhält, wird heute als Kulturgut anerkannt. »Literatur light, Kino light, Kunst light, sie geben dem Leser oder Betrachter das behagliche Gefühl, er sei gebildet, revolutionär, modern und marschiere an der Spitze des Trends, das alles mit einem Minimum an intellektuellem Aufwand.« Wodurch zugleich alles in den Genuss kommen kann, ein Kulturgut zu sein: Rave-Partys, Kochkunst, Talkshows à la Hubertus Meyer-Burckhardt, Sport.

    Dieser Umstand habe letztlich zu einer Banalisierung des Kulturbetriebs geführt. An die Stelle des Intellektuellen sei daher in der öffentlichen Wahrnehmung der Star getreten: eine schon skurrile Figur, die ihre Präsenz unabhängig von Talent und Fähigkeit allein der medialen Inszenierung verdankt. So bleibe auch den Intellektuellen nur die Chance, über den Weg eines Bündnisses mit dem Boulevard zu Aufmerksamkeit zu gelangen – allerdings eben nur um die Preisgabe des inhaltlichen Gewichts. »In der Kultur des Spektakels interessiert der Intellektuelle nur, wenn er das Spiel des Tages mitspielt und den Narren gibt.« Nur wer seicht schreibe, male, inszeniere habe die Chance auf Aufmerksamkeit. Diese Entwicklung wiederum habe sich in alle Ebenen unserer Gesellschaft eingeschlichen: Von dem Politiker, der seine Bekanntheit auf Kosten der Substanz steigere, bis hin zum Künstler und Architekten, der sich, statt gehaltlich wirklich ansprechende Experimente zu wagen, in der ewigen Kopie seiner vergangenen Erfolgsrezepte wiederhole und dabei zwecks Aufmerksamkeit stets die gezielte Provokation suche.

    • Nur wer seicht schreibe, male, inszeniere habe die Chance auf Aufmerksamkeit.
      na na, wenn das man stimmt.ha ha.

  6. Ja, aber wer ist denn nun eigentlich “mm”, der in der LZ immer die weihevollen Preisgesänge des Hochschul-Lobs anstimmt?

    Ist es ein Abgesandter des Leuphana-Marketings?

  7. es soll sogar politiker geben, die sich selbst interviewen um in der presse gut rüber zu kommen. was das immer alles kostet tz tz.

  8. ich glaube nicht, dass so ein niveauloses interview von der lz durchgeführt wurde. es ist das übliche. redaktionell erscheinen hilft bei der eigenen reklame. die lz muss geld verdienen. schade ist nur, es gibt immer noch menschen, die alles glauben, was schwarz auf weiß steht. und genau damit wird spekuliert.

  9. gibt es hier zum thema eine zensur? das wäre ja so ,wie bei der welt. wenn es unangenehm wird, erscheint nichts mehr.

  10. Liebe LZ-Redaktion

    Wer ist mm? Im Gesprächsintro steht über Professor Libeskind und seinen Interviewer: „Schon vorab traf er sich mit der LZ zum Interview im Hotel Bergström.“

    Er „traf sich mit der LZ“ ! Wie lautet der volle Name des in der LZ allgegenwärtigen Barden des anschwellenden Leuphana-Werbesingsangs? Redakteur oder freier Mitarbeiter?

    Herr Libeskind spricht kein Deutsch. Wer hat das Interview übersetzt?

    Vielen Dank, Jens Gartenschläger

    • Liebe Leser,
      es freut mich, dass Sie mit Interesse das Interview mit Architekt Daniel Libeskind gelesen haben. Ich, der Autor, bin LZ-Volontär und mein Name ist Maximilian Matthies, mein Kürzel „mm“.
      Wie immer prallen bei dem strittigen Thema Bau des Uni-Zentralgebäudes Meinungen und Stimmungen aufeinander. Ich habe versucht, durch meine Fragen ebenso Vorbehalte und Kritik gegenüber Herrn Libeskind und dem Uni-Zentralgebäude zu begegnen, wie auch Lob, das es gibt, mit aufzunehmen. Für mich lautet so das Gebot neutraler Berichterstattung.
      Manche Kommentatoren sollten sich noch einmal klar machen, dass nicht ich die Antworten gebe, sondern Herr Libeskind.
      Ich sehe es als meinen Auftrag, über die Uni und das Geschehen dort informierend zu berichten. Alles andere liegt mir fern. Ein Kommentar sollte es von meiner Seite geben, wenn dafür Platz ist, bei einem Interview ist das sicherlich nicht der Fall. Das Interview wurde von mir auf Englisch geführt, natürlich habe ich auch die Antworten übersetzt.
      Ich bin überzeugt, in 10 Jahren, wenn denn der Libeskind-Bau fertig sein sollte, wir er dieser Stadt viel Prestige verleihen. Natürlich bin ich mir bewusst, dass nicht unbedingt jeder das überhaupt möchte.

      • Hallo Herr Mathies, schön sie kennenzulernen. schön von der lz, dass sie es sich anders überlegt hat und nun bereit ist, sie dem anonymen gefräßigen zum ,,fraß,, vorzuwerfen. wie elegant libeskind ihren fragen ausgewichen ist, habe ich gemerkt, sie auch? Zitat: eigentlich ist es möglich, jedes Gebäude zu bauen. sollte man es denn auch tun? zu jedem preis?, zu jedem zweck? und was das prestige angeht, davon träumt sogar ein professor. Zitat: dann werden wir in der champions-league spielen.
        Manche Kommentatoren sollten sich noch einmal klar machen, dass nicht ich die Antworten gebe, sondern Herr Libeskind.
        stimmt, aber nachhaken sollte man dann immer, wenn man mit den antworten nicht zufrieden ist. waren sie zufrieden? Mit freundl. Grüßen von einem intensiven Leser

        • Besser: Vielschreiber

          • falsch, redakteure schreiben viel. ich reagiere nur hin und wieder. können sie alles lesen und alles verstehen?

          • nur mal so am rande. ich bin gebürtiger lüneburger und mich interessiert die lz sehr. ich freue mich, wenn diese zeitung noch keine nachwuchsmängel verzeichnet. zumindest sind sie mir nicht bekannt. da ich viele zeitungen lese, weiß ich , was wir alle an dieser zeitung haben. es ist wie mit der gesundheit , wehe , sie ist weg.

          • Sie reagieren „nur hin und wieder“ ?? Das ist wirklich der beste Witz seit Langem, dazu hat sich selbst Herr Jenckel schon anders geäußert. Zur Frage: Nein, gerade Ihre „Reaktionen“ sind manchmal etwas kryptisch und von mir unverstanden,das gebe ich gern zu und hoffe auf Ihr Verständnis..

          • @Gropius
            Sie können auf mehr Verständnis hoffen, als sie ahnen.

            Nein, gerade Ihre “Reaktionen” sind manchmal etwas kryptisch und von mir unverstanden,das gebe ich gern zu und hoffe auf Ihr Verständnis..

    • Lieber Herr Matthies

      Vielen Dank für Ihr „Outing“.

      Auf die scharfsinnig decouvrierende Analyse der zum großen Teil nebulösen, wenig informativen bis inhaltsarmen Aussagen von Herrn Libeskind durch den Kommentator Reiner Schmitz gehen Sie leider mit keinem Wort direkt ein.

      Stattdessen weisen Sie sogleich auf ein paar Selbstverständlichkeiten hin, die, soweit ich das erkennen kann, von keinem Ihrer Leser ernsthaft infrage gestellt wurden: 1.) Es gebe „strittige Meinungen und Stimmungen“ über den Uni-Zentralgebäude-Neubau, 2.) Nicht Sie, sondern Herr Libeskind habe die Antworten gegeben, 3.) In einem Interview solle der Fragesteller keine Kommentare geben, 4.) Sie sähen es als Ihren Auftrag an, „über die Uni und das Geschehen dort informierend [sic!] zu berichten“.

      Ich sage, diese Selbstverständlichkeiten seien „nicht ernsthaft“ infrage gestellt worden, weil es natürlich den Versuch gab, Sie bzw. Ihre Zeitung durch kleine aufmunternde Sticheleien dazu zu bewegen, endlich einmal den Klarnamen des Leuphana-Korrespondenten bekannt zu machen.

      Meine Einschätzung zu den genannten Punkten:

      Zu 1) Es gibt nicht nur „strittige Meinungen und Stimmungen“ über den Uni-Zentralgebäude-Neubau, Herr Matthies, sondern auch sehr gut untermauerte Nachweise objektiver Fehler. Dafür stehen nicht zuletzt die Berichte der niedersächsischen Oberfinanzdirektion und des niedersächsischen Landungsrechnungshofes von 2014. Mir scheint das Reden über „strittige Meinungen und Stimmungen“ ein rhetorisches Mittel zu sein, diese Fakten auszublenden und die sachlich berechtigte Kritik als letztlich rein subjetive Ansichten und Gefühle darzustellen. Ist so ein Manöver mit Ihrem Ethos der unparteiisch, ausgewogenen „Berichterstattung“ vereinbar?

      Zu 2) Ja, Herr Libeskind gab die Antworten. Aber Sie stellten die Fragen. Auch durch die Art des Fragens und des Vermeidens anderer Fragen beeinflusst man den Inhalt von Gesprächen. Beispiel: „Was ist für Sie Ihr spektakulärster Bau“? Diese Ihre Frage, von der in den Kommentaren sehr schön demontierten Blendvokabel „spektakulär“ einmal abgesehen, legt dem Interviewten einen Großteil seiner möglchen Antworten direkt in den Mund. Denn suggeriert wird, dass Herr Libeskind praktisch ausschließlich „Überwältigendes“ gebaut hat (was unter Kunsthistorikern sehr stark angezweifelt wird). Was soll der so – von Ihnen, Herr Matthies (!) – auf das ganz hohe Podest Gehobene noch antworten? Selbst die „an sich“ eigentlich bescheidene Reaktion von Libeskind „Das Leuphana-Zentralgebäude (…) ist ganz vorne mit dabei”, erhält ihre beinahe an Größenwahnsinn grenzende Qualität (Von dem Widerspruch zum vorher Gesagten sehe ich ab.) ALLEINE durch den in sie hineingellenden Superlativ, den SIE , Herr Matthies, dem armen Interviewten, aber damit auch UNS, ihren Lesern, regelrecht aufgezwungen haben. Ist so ein Manöver mit Ihrem Ethos der unparteiisch, ausgewogenen „Berichterstattung“ vereinbar?

      Zu 3) Ein Interviewer sollte keine Kommentare geben, betonen Sie. Dazu hat Herr Schmitz alles Nötige gesagt, das Sie hier in Ihrer Selbstauskunft aber einfach ignorieren. Schmitz schrieb: „Der Fragesteller“, also Sie, Herr Matties, „hält es für angebracht, zunächst den Ruhm des Architekten Libeskind herauszustellen und verweist auf dessen viel beachtete Bauprojekte andernorts. Er ‚impft‘ den Leser praktisch vorab mit Hinweisen auf die “Autorität” einer keine Widerrede erlaubenden Reputationsfigur, von der er annimmt, sie werde vergangene Achtungserfolge auch in Lüneburg wiederholen. Die kaum verschleierte Absicht scheint zu sein, mögliche Einwände von vornherein pauschal zu marginalisieren. Dabei bedient er sich einer blumig-vagen, pathetisch-subjektivistischen und stark übertrieben wertenden Ausdrucksweise: ‚für Aufsehen sorgen‘, ‚zahlreiche Bauten‘, ‚rund um den Globus‘, ‚der weltbekannte Architekt‘, ‚flammende Rede‘, ‚große Feier‘, ’spektakuläre Entwürfe‘, etc. Vor der zweiten Frage wird dem Leser noch einmal eingebläut, hier antworte gleich ein Mann “zahlreicher weiterer Bauten”, die ihn “berühmt gemacht haben‘ und die wiederholte Formel vom ’spektakulären Bau‘ wird sogleich in den Superlativ promoviert: ‚Was ist für Sie Ihr spektakulärster Bau‘?“ Ist so ein den Leser „einstellendes“, lobhudelndes Adjektivgewitter mit Ihrem Ethos der unparteiisch, ausgewogenen „Berichterstattung“ vereinbar?

      Zu 4) Gewiss, Herr Matthies, Sie haben „versucht, durch Ihre Fragen ebenso Vorbehalte und Kritik gegenüber Herrn Libeskind und dem Uni-Zentralgebäude zu begegnen, wie auch Lob, das es gibt, mit aufzunehmen“. Aber haben Sie nicht schon durch Ihr suggestives Intro gegen das von Ihnen herausgestellte „Gebot neutraler Berichterstattung“ verstoßen, in diesem Fall gegen Ihren „Auftrag, über die Uni und das Geschehen dort informierend [sic!] zu berichten“? Dieses Verhalten von Ihnen, Herr Matthies, (NICHT das von Herrn Libeskind !) haben die Kommentatoren „Ungenau“ und „Max Audi“ mit, wie mir scheint, nur allzu berechtigtem Biss gegeißelt. Im Hinblick DARAUF und auch nach Erwägung Ihrer hier vorgetragenen, aber leider nicht sehr überzeugenden Selbst-Exculpation, stellt sich erneut die Frage: Sind solche Manöver mit Ihrem Ethos der unparteiisch, ausgewogenen „Berichterstattung“ vereinbar?

      Ihre „Überzeugung“, in 10 Jahren, wenn denn der Libeskind-Bau fertig sein sollte, werde er dieser Stadt „viel Prestige verleihen“, halte ich dagegen – in DIESEM Rahmen hier – für eine ehrliche und legime Meinungsäußerung. Doch sollte sie von einem journalistischen Interviewer bei einem Interview schon darum immer strikt hintan gehalten werden, weil es sich um eine – grundsätzlich der Fehlbarkeit nicht überhobene – Privatmeinung handelt (denn mit Sicherheit „möchte nicht unbedingt jeder ‚Prestige‘ überhaupt“ und schon gar nicht um jeden Preis). Und dass „Prestige“, was immer das eigentlich sein mag, wirklich das Nonplusultra unter den Kategorien zur Bewertung sinnvoller Stadt- oder auch nur Hochschulentwicklungskonzepte darstellt, ist ebenfalls ganz allein Ihre Privatansicht — mit der ich Sie jetzt (hoffentlich etwas nachdenklicher als zuvor) alleine lasse.

      Herzlich

      Marlies Michels-Honrichsen

      • wau, wie war das mit dem ozean?

      • liebe marlies , kann das sein , dass sie, sie persönlich kennen( “Ungenau” und “Max Audi”) ?

      • entschuldigen sie meine neugier, ich wollte früher immer zur kripo. mein instinkt ist noch gut erhalten. ich rieche so manchen braten, bevor er verbrannt ist.

        • „ich werde mich in der zukunft hier etwas zurückhalten und mehr beobachten.“

          Klaus Bruns, 27. Januar 2015 um 08:18 Uhr

          http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/211768-ist-eigentlich-gute-kommunalpolitik-und-macht-ein-gutes-ratsmitglied-aus#comment-33807

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          • Oh würden Sie sich doch wenigstens nur an diesen einen Vorsatz halten !

            Einfach mal ein gutes Buch zur Hand nehmen, Krieg und Frieden auswendig lernen, Brieftauben trainieren, Rasenhalme kolorieren und ein bis zwei kleine LZ-Posts pro Woche, alle hätten mehr davon.

            Sind Sie nicht übrigens mit der Korrektur der Druckfahnen Ihrer demnächst bei Suhrkamp erscheinenden Werkausgabe gesammelter Bruns´scher Denkwürdigkeiten voll ausgelastet?

            Und dann noch vier Mal die Woche im Kraftstudio?

            Wie schaffen Sie das alles bloß ?

            Oder arbeiten Sie mit einem mehrköpfigen Sekretariat, mit mobilen Funkstudios und Übertragungswagen und allem Pipapo?

            Die Miegel-Statue wird ja nun bald entfernt.

            http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/hannover_weser-leinegebiet/Miegel-Denkmal-verschwindet-aus-Bad-Nenndorf,miegel130.html

            Haben Sie da auch mitgemischt?

        • Zwei Vorsätze

          Im neuen Jahr stehen zwei Vorhaben ganz dringend an: Ich werde mir meinen Zopf abschneiden lassen und etwas gegen meine Bierbrüste tun. Nicht noch mal soll mir beim Klogang im Alten Uhu die Tür zur Damentoilette aufgehalten werden.

          Klaus Bruns, 28. Januar 2015 um 03:36 Uhr

          • ha ha, ich betreibe seit vier jahren kraftsport. bierbrüste und der vorhanden gewesene weinberg ist weg. und der rausschmeißer vor deren damentoilette hat mittlerweilen angst vor mir. und was die haare angeht, welche meint man da ?oben zumindest sind kaum noch welche zusehen.
            aber sie, du als fan von mir, ich würde sie, du bitten, mich auf die damentoilette zu begleiten. kennen sie einen satz mit der die das? eine frau bekommt ein kind, der, die, das gemacht hat, ist weggelaufen.

          • immer diese lehrer, sie wollen im schulmeistern. haha.

          • 03:36 Uhr da schlafe ich den schlaf des gerechten. es ist ein fake und sowas wird bei der lz zugelassen? wo bleibt da der humor?

  11. Vielmehr als ein Architekt ist Herr Libeskind ein (Gebäude-)Designer. Die Funktionalität interessiert ihn, wie eigentlich alle anderen Gebäudedesigner („Stararchitekten“) nicht im Geringsten. Deshalb gibt es nicht einen kritischen Moment, sondern es wird täglich viele geben – wenn „spektakulär“ auf den Alltag trifft.

    Im Gegensatz zu den meisten Lesern der LZ habe ich eigene Erfahrungen mit Architektur, die eine Botschaft vermitteln soll. „Aufgabe einer Werbeagentur ist es, Öffentlichkeit für ein Produkt herzustellen. Das Gebäude für J. Walter Thompson stellt selbst eine Art Schaufenster dar. Gezeigt wird die Struktur des Gebäudes, die Stützen, Deckenplatten, Treppen und Aufzüge, aber vor allem die Menschen, die hier arbeiten.

    Ein zweigeschossiges Empfangsgebäude steht vor dem fünfgeschossigen Hauptbau. Der Besucher und die Mitarbeiter passieren den Empfang und erreichen über einen verglasten Übergang den Wintergarten, die zentrale Halle des Gebäudes und von dort aus die Büros. Der spektakuläre Wintergarten ist der wichtigste Raum des Gebäudes. Neben seiner Verteilerfunktion dient er auch als Lärmschutz gegenüber der Hanauer Landstraße und ist als Wärmepuffer integraler Bestandteil des Haustechnikkonzeptes.

    Auf Raumluftkonditionierung durch eine Klimaanlage wurde verzichtet. Neben zwei verglasten Aufzügen wird das Gebäude von einer vom Erd- bis zum Dachgeschoss ansteigenden einläufigen Treppe (Fred Astaire-Treppe) und zwei separaten Fluchttreppenhäusern erschlossen.“ (schneider+ schumacher Planungsgesllschaft mbH)

    „Bürohaus in Frankfurt –Ost, Baujahr 1995/96. „Vitrine im Hafen“ titelte die Bauwelt /10/. Einschalige Glasfassade aus Wärmeschutz-Isolierverglasung mit Lüftungsanlage ohne Klimatisierung. Das „spare 25 %“ so die Bauwelt, der Versuch, auf eine Klimaanlage zu verzichten, sei „geglückt“. Die Realität: Das Gebäude wird ganztägig von der Sonne aufgeheizt. Daran ändern auch die Alu-Lamellen des Sonnenschutzes wenig, der sich selbst aufheizt und als Hitzestrahler auf die Glasfassade wirkt. Der Nordriegel hat Überkopfverglasung und wird im letzten, höheren Stockwerk auch von Süden aufgeheizt, ohne dass Sonnenschutz existiert. Der außenliegende Sonnenschutz im Südbau musste kurz nach Bezug nachgerüstet werden. Am 01.08.2003 herrschten um 16.30 Uhr im Nord-Foyer 28 °C bei 26 °C Außentemperatur. Im 4. OG war es dann mit 38 °C
    wirklich heiß. Die Angestellten schildern ihre „Gegenmaßnahmen“: Ventilatoren unter und auf dem Schreibtisch, mit Wasser gefüllte Papierkörbe zur Fußkühlung. „Wir leiden hier für die Architektur“, so ein Angestellter, „..hier hilft nicht mal Fensteröffnen, das ist Tierquälerei..“ so ein anderer. Ein weiteres Problem, dass sich auch bei der Glasellipse in Duisburg und am Main-Tower in Frankfurt zeigte: Einzelne Glaselemente fallen heraus oder bekommen Risse.“ (Dipl. Ing. Stadtplanung Eicke-Hennig, IWU Darmstadt über das gleiche Gebäude)

    Kleine Ergänzungen meinerseits: Der angesprochene nachgerüstete Sonnenschutz kostete 300.000 DM. Mit den Fahrstühlen konnten keine Getränke-/Snack-Automaten, die es im alten Bürogebäude auf jeder Etage gab, transportiert werden. Manmusste deshalb immer ins Erdgeschoss, um sich mit Nachschub zu versorgen. Ein Ausgang konnte nicht benutzt werden, da eine Treppe unmittelbar davor endete. Die Energiekosten waren enorm, da das offene Treppenhaus geschätzt 1/4 des umbauten Volumens einnahm.

    Der Kommentar des zur Einweihung aus London angereisten Europachefs „Nie wieder werden wir es einer Niederlassung gestatten, ein Bürogebäude eigenständig planen zu lassen.“

    Beim libeskindlichen Zentralgebäude wird man die Zinkfassade verwittern, oh nein, Patina ansetzen lassen. Die Reinigung der Fenster, so sie denn stattfinden soll, und man nicht darauf wartet, dass die Wollmäuse auf der schiefen Fensterbahn den Weg nach unten alleine finden, wird sicherlich ein interessantes Schauspiel werden.

    • Auch wir Lüneburger leiden eben gerne für die Architektur Herr Bembel.

      Empty spaces – what are we living for

      Abandoned places – I guess we know the score …

      The show must go on,

      The show must go on …

      • Architektur ist Tarnung. Bezahlt wird sie von jemanden, der davon meistens keine Ahnung hat. An der Leuphana gut zu erkennen.

      • Hääähhhh?

        Architektur ist Tarnung? Was wird in Lüneburg oder an der Leuphana getarnt und warum? Wird nur optische oder auch akustische, thermische und olfaktorische Tarnung betrieben?

        Bezahlt wird sie von jemanden, der davon meistens keine Ahnung hat? Wie kann das sein? OB, Sradträte, Landespolitiker, Zeitungsleute, Heizölhändler, Vorsitzende des Museumsvereins für das Fürstentum Lüneburg und hauptberufliche Vizepräsidenten loben doch fortgesetzt das Spektakuläre, das Extravagante und das Sensationelle, alles sei groß, einzigartig und beeindruckend und es diene dem Prestige, dem Renommee und der Reputation und zwar nicht nur in Lüneburg, sondern auch in Häcklingen und Deutsch Evern.