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Stadtbaurätin Heike Gundermann (l.) und Architektin Sabine Bachmann (r.) schauten sich mit den Mitgliedern des Bauausschusses die Räume der neuen Kita im Hanseviertel an. Foto: t&w
Stadtbaurätin Heike Gundermann (l.) und Architektin Sabine Bachmann (r.) schauten sich mit den Mitgliedern des Bauausschusses die Räume der neuen Kita im Hanseviertel an. Foto: t&w

Ausschuss ebnet weg für Einkaufszentrum im Hanseviertel

as Lüneburg. In der Oktoberausgabe 2014 des Hanseviertel Journals hatte die idb Grundstücksentwicklung Immobilien, eine Tochter der Sparkasse, bereits angekündigt, dass im Neubaugebiet Hanseviertel ein Frischemarkt und ein Geschäft für ergänzende Sortimente entstehen solle. Im Bauausschuss wurde nun dafür der Weg geebnet mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Lübecker Straße inklusive frühzeitiger Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Sitzung fand im Casino der ehemaligen Schlieffenkaserne statt, dessen Obergeschoss inzwischen zur Kita Hanseviertel umgebaut wurde.

Stadtbaurätin Heike Gundermann erinnerte eingangs daran, dass der Ausweisung von Einzelhandelsflächen im Zentrum des Hanseviertels ein Gutachten zugrunde liegt. Das hatte die Stadt im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben als Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungs- und Zentrenkonzepts, das bei der Aufstellung von Bebauungsplänen als Leitfaden für die Einzelhandelsentwicklung gilt. In den Fokus genommen hatten die Gutachter die künftige Nahversorgung im östlichen Stadtgebiet, sie sprachen sich dabei für die Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenters im Hanseviertel aus. Eine Größe von maximal 1800 Quadratmetern sei verträglich für die bestehenden Nahversorgungsstrukturen im östlichen Lüneburger Stadtgebiet (LZ berichtete). Ende November wurde das Gutachten vom Rat abgesegnet.

Für die Ansiedlung eines Vollsortimenters bedarf es einer Neuaufstellung des Bebauungsplanes. Eine erste Änderung des B-Planes hatte eine größere Ausnutzung der Bebauung mit bis zu fünf Vollgeschossen ermöglicht und dort Mischgebiete (Wohnen und Gewerbe) festgesetzt. Daraus resultierte, dass dort nur ein Lebensmittelmarkt mit bis zu 800 Quadratmetern hätte entstehen können. Ein Vollsortimenter bedarf aber nach heutigem Standard einer Verkaufsfläche von 1200 bis 1300 Quadratmetern, machte Matthias Eberhard, Bereichsleiter Stadtplanung, im Ausschuss deutlich.

Eberhard erläuterte auch, dass auf den Lebensmittelmarkt ein viergeschossiger Riegelbau für Wohnungen aufgesetzt werden soll. Außerdem soll eine weitere Fläche für Ladengeschäfte mit 600 Quadratmetern Grundfläche ausgewiesen werden, darüber ebenfalls Wohnungen entstehen. Die Stadt will im Februar in die Bürgerbeteiligung gehen, Ende März solle diese beendet sein, „damit Ende des Jahres der Satzungsbeschluss steht“, so Eberhard.

Auf die Frage von Andreas Meihsies (Grüne), ob es bereits einen oder mehrere Investoren gebe, die für das Projekt Interesse bekundet hätten, hieß es seitens der Verwaltung, dass dies im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung beantwortet würde. Rainer Petroll (Linke) warf ein, dass die Sparkasse schon eine Entscheidung zugunsten von Rewe getroffen habe. Das sei im Hanseviertel Journal Extra 2015 nachzulesen. Die Sparkasse meine anscheinend, dass die Änderung des B-Planes nur noch eine Formalie sei. Er kritisierte, dass das von der Stadt in Auftrag gegebene Gutachten ein Gefälligkeitsgutachten für die Sparkasse sei. Dem hielt Stadtbaurätin Heike Gundermann entgegen, dass die idb das Gelände gekauft habe, diese suche jemanden, der das Zentrum mit dem Lebensmittelmarkt entwickeln wolle. „Es ist kein Gefälligkeitsgutachten für die idb. Hier soll etwas für die Menschen in dem Gebiet entwickelt werden.“

Ausschussvorsitzender Heiko Dörbaum (SPD) untermauerte das: „Wir planen hier für die Bürger. Das Loewe-Center ist an der Grenze der Belastung. Deshalb brauchen wir einen Frischemarkt im Hanseviertel.“ Und auch sein Fraktionskollege Klaus-Dieter Salewski meinte: „Wir tragen den Aufstellungsbeschluss ohne Wenn und Aber.“ Von einer Rückwärtsdiskussion halte er nichts. Der Bauausschuss votierte einstimmig für den Aufstellungsbeschluss, den der Verwaltungsausschuss in der kommenden Woche beschließen soll.

Neue Kita stellt sich vor

Bereits in der vergangenen Woche ist die Kita Hanseviertel an den Start gegangen. Im Obergeschoss des Casinos der ehemaligen Schlieffenkaserne haben nun zwei Krippen- sowie eine Kita-Gruppe Platz. Die Stadt hat dafür erhebliche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen vorgenommen. Manfred Koplin vom Fachbereich Gebäudewirtschaft erläuterte dazu im Ausschuss, dass der Dachboden komplett entkernt worden sei und Schadstoffe entfernt wurden. Für den Ausbau des Obergeschosses wurde dann die Deckenbalkenanlage durch Stahlträger verstärkt, Dachflächenfenster neu eingebaut, Brand- und Schallschutz optimiert, elektrische Anlagen komplett erneuert, Lüftungsanlagen eingebaut. Ein Aufzug sorgt für Barrierefreiheit. Entstanden sind helle, freundliche Räume, durch die Sabine Bachmann, zuständige Architektin, die Ausschussmitglieder führte. Neben den drei Gruppenräumen gibt es für die Krippenkinder zwei Schlafräume, außerdem sind ein Bewegungsraum, Sanitär- und Personalräume entstanden. In einem zweiten Bauabschnitt soll das Erdgeschoss saniert werden, die Tanzsportgruppe des VfL wird hier weiter beheimatet sein, außerdem sollen ein Stadtteilbüro, eine Quartiersküche und ein Stadtteilcafé Platz finden. Im Keller sollen ein Jugendbereich und Ateliers entstehen. Die Gesamtkosten belaufen sich inklusive der Gestaltung der Außenanlagen auf rund 1,9 Millionen Euro.

4 Kommentare

  1. sind für 4 wochen in Florida und lesen täglich begeistert ihre online-ausgabe. mit besten grüßen aus den sunshine -state

  2. Werner Schneyder

    Diese seltsame Vermengung von Sparkasse, Stadt und Privatinvestoren (Manzke senior verkauft an Manzke junior) müsste mal untersucht und transparent werden.

    • sie glauben doch wohl nicht ernsthaft, dass die cdu und die spd freiwillig ihre leichen aus dem keller holen, oder? ob hier berlin im kleinen stattfindet?

  3. Ausschuss ebnet weg.
    als handwerker habe ich den ausschuss immer entsorgt.