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Lena hat von dem Projekt profitiert. Sie setzen sich dafür ein, dass weitere Jugendliche in den Genuss der Ausbildungsbrücke kommen, die Paten (v.l.) Bernd Wald, Gerhard Müller, Axel Schulz, Rolf Eggert und Klaus Danner. Foto: t&w
Lena hat von dem Projekt profitiert. Sie setzen sich dafür ein, dass weitere Jugendliche in den Genuss der Ausbildungsbrücke kommen, die Paten (v.l.) Bernd Wald, Gerhard Müller, Axel Schulz, Rolf Eggert und Klaus Danner. Foto: t&w

Ausbildungsbrücke sucht Paten

dth Bardowick. Pate sei Dank: Das Bewerbungsgespräch in dem Forschungszentrum lief so gut, dass Lena (15) den Ausbildungsplatz gehabt hätte. Doch sie schlug aus. „Ich will zuerst Abi machen“, sagt sie selbstbewusst. Und im Gegensatz zu vielen ihrer Altersgenossen hat sie für die Zeit danach bereits ein klares Berufsziel im Blick: „Elektronikerin für Geräte und Systeme“, sagt sie. „Sie formuliert ihre Wünsche und ihre Meinungen offener und klarer als früher“, sagt ihr Vater Frank Zielke aus St. Dionys und benennt damit einen der Effekte der ehrenamtlichen Initiative „Ausbildungsbrücke“. Dabei unterstützen ehrenamtliche Paten Schüler auf dem Weg von der Schule ins Berufsleben. Derzeit kann sich das Netzwerk vor Schüler-Anfragen kaum retten. Hingegen fehlt es an berufserfahrenen Paten, die den Nachwuchs an die Hand nehmen wollen. Bernd Wald, ehrenamtlicher Pate in Bardowick, sagt: „Wer noch gute Vorsätze erfüllen will, ist bei uns genau richtig.“

„Das macht so eine Freude“, sagt der ehemalige Unternehmer Wald zur Initiative Ausbildungsbrücke. „Dieses Programm ist sehr von Vorteil. Man kann damit nur gewinnen. Das Kind bekommt eine neue Sichtweise.“ Und auch die Eltern könnten sorgenfreier die Zukunftsplanung ihres Nachwuchses verfolgen. Auf der anderen Seite schützen die Paten die Heranwachsenden vor dem Ehrgeiz der Eltern und betonen die Stärken ihrer Schützlinge. So sieht das auch Planungsingenieur Klaus Danner, der mit 55 Jahren zu den jüngeren Paten gehört: „in der Regel wird das erste Schulpraktikum von den Eltern ausgesucht, nicht von den Jugendlichen.“ Wald ergänzt: „Wenn die Eltern einen Rat geben, ist es etwas anderes, als wenn es ein Außenstehender tut.“ Das sieht auch Lenas Vater Frank Zielke so. Lena selbst sagt zu ihrer persönlichen Entwicklung Dank der Patenbegleitung von Bernd Wald: „Früher hatte ich Schwierigkeiten, vor der Klasse Vorträge zu halten. Heute mache ich das gerne.“

Projekt-Koordinator Gerhard Müller von der Diakonie sagt: „Wir stellen uns als Paten zwei Jahre vor Schulende in den Klassen der Haupt- und Realschulen vor. Dabei bieten wir die Patenschaften nicht zur Suche eines Ausbildungsplatzes an, sondern auch bis zum Ende der Ausbildung. Wenn das Patenkind das wünscht.“ Und Wald sagt: „Wir sind keine Trainer, sondern persönliche Coaches für die Jugendlichen. Die Patenkinder bestimmen die Inhalte der wöchentlichen Treffen.“

Die Paten stehen in der Regel im letzten Drittel ihres eigenen Berufslebens oder sind bereits Ruheständler und haben während ihrer Tätigkeit große Verantwortung getragen. So wie der 57-jährige Axel Schulz, der bei einem Versicherungsunternehmen Verantwortung für große Kapitalanlagen trug und in seiner Funktion 13 Gesellschaften gründete. Seine Karriere begreift er auch als großes Glück und sagt: „Ich möchte als Pate bei der Ausbildungsbrücke der Gesellschaft etwas zurückgeben.“ Dabei setzt er sich vor allem für junge Erwachsene ein, die ihren Schulabschluss an der VHS nachholen. Schulz: „Die haben meist einen ganz steinigen Weg hinter sich und noch vor sich.“ Dabei wolle er ihnen helfend unter die Arme greifen.

Wer sich ehrenamtlich für die Ausbildungsbrücke engagieren möchte, meldet sich bei Koordinator Gerhard Müller unter Tel.:04139/699496 oder via E-Mail unter gerhard-mueller@patenmodell.de.

Begleitet wird das Projekt von der Diakonie. Bislang kooperiert die Ausbildungsbrücke mit der Oberschule Bardowick, der Adendorfer Schule Am Katzenberg, der Christiani-Schule in Lüneburg sowie der Volkshochschule Lüneburg. Derzeit unterstützen mehr als 40 Paten und Ausbildungsbegleiter 110 Patenkinder. Noch mehr Jugendliche würden gerne an der Ausbildungsbrücke teilnehmen, wenn es denn auch genug Mentoren gäbe.