Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Das Schild über der Ampel und die neuen Markierungen auf der Fahrbahn machen es deutlich: Der Weg von der Lünertorstraße führt nur noch nach rechts oder links, nicht mehr geradeaus. Foto: us
Das Schild über der Ampel und die neuen Markierungen auf der Fahrbahn machen es deutlich: Der Weg von der Lünertorstraße führt nur noch nach rechts oder links, nicht mehr geradeaus. Foto: us

Geradeaus geht nicht mehr an der Scholzekreuzung

us Lüneburg. Autofahrer, die von der Bleckeder Landstraße kommend stadteinwärts fahren, dürfen an der Scholze-Kreuzung jetzt nur noch rechts oder links abbiegen. Geradeaus fahren in die Lünertorstraße ist seit einigen Tagen nicht mehr möglich. Die Änderung hat die Stadt im Zuge der Anpassung der Ampelschaltung an der Scholze- und der Scharff-Kreuzung in der vergangenen Woche vorgenommen, „testweise“, wie Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck erklärt. „Wir erhoffen uns davon eine Erleichterung für den Berufsverkehr.“ Dafür gibt es Lob und Kritik.

Bislang gab es für Rechtsabbieger und Geradeausfahrer eine gemeinsame Spur, wodurch es insbesondere in den Morgenstunden häufig zu Staubildungen in Richtung Bleckeder Landstraße kam. „Wir gehen davon aus, dass nicht sehr viele Autofahrer geradeaus fahren“, erläutert Moenck. Autofahrer, die beispielsweise mit Ziel Hotel Bergström in die Lünertorstraße fahren wollen, müssen nun rechts abbiegen und den Weg über den Schifferwall und die Reichenbachstraße nehmen, an der Kreuzung Bardowicker Straße wenden und zurück über Reichenbachstraße und Schifferwall an der Scholze-Kreuzung rechts in die Lünertorstraße abbiegen.

„Die Autofahrer werden sich vermutlich schnell daran gewöhnen und die Bleckeder Landstraße meiden, wenn sie die Lünertorstraße anfahren wollen, und stattdessen die Dahlenburger Landstraße nutzen und über Scharff-Kreuzung rechts in die Schießgrabenstraße abbiegen, um von dort dann links in die Lünertorstraße zu fahren“, sagt Suzanne Moenck.

Die Neuregelung stößt bei Autofahrern auf ein geteiltes Echo. Während LZ-Leser Tim Gutmann die Lüneburger Verkehrsplaner lobt, weil der Verkehr „endlich wieder flutscht“, hält eine andere Leserin das Geradeaus-Fahr-Verbot für „Blödsinn“ und fragt, ob dabei auch an die Anwohner gedacht wurde. „Um zur Lünertorstraße zu kommen, muss man nun ewig weite Umwege fahren.“

Ob es bei der aktuellen Verkehrsführung bleibt, ist laut Suzanne Moenck noch offen: „Sollte sich der erhoffte Effekt nicht einstellen, kann es sein, dass wir das kurzfristig wieder ändern.“ Von der Änderung an der Scholze-Kreuzung sind im Übrigen nur die Autofahrer betroffen, Radfahrer können auch weiterhin geradeaus in die Lünertorstraße fahren.

12 Kommentare

  1. ob die autofahrer das hotel bergström aus richtung bleckeder landstrasse noch finden werden?

  2. „Autofahrer, die beispielsweise mit Ziel Hotel Bergström in die Lünertorstraße fahren wollen, müssen nun rechts abbiegen und den Weg über den Schifferwall und die Reichenbachstraße nehmen, an der Kreuzung Bardowicker Straße wenden und zurück über Reichenbachstraße und Schifferwall an der Scholze-Kreuzung rechts in die Lünertorstraße abbiegen.“

    Och das ist ja ganz einfach. Vor allem für nicht Lüneburger. Und auf der Reichenbachstrasse ist ja eh nicht viel Verkehr. Auch die Scholz-Kreuzung wird dadurch nicht belastet, weil eventuell zu viele Abbieger zur Reichenbachstrasse eben noch mal schnell bei gelb/grün über die Ampel huschen. Aber es war schon immer etwas besonderes mit der Verkehrsführung in Lüneburg leben zu müssen. In den sechziger und siebziger Jahren (wenn ich es richtig erinnere) gab es mal ein Mitglied oder sogar Vorsitzenden im Lüneburger Verkehrsausschuss, der nicht mal einen Führerschein besaß. Ob es das Heute auch noch gibt?

  3. Na, das ist eine super Idee! Geradeaus fahren behindert den Rechtsabbiegeverkehr. Mein Erleben ist eigentlich etwas anders, vielleicht ist meine Wahrnehmung da auch etwas gestört? Sowohl an der Scharff-Kreuzung als auch an der Scholze-Kreuzung kommen die Rechtsabbieger besonders im Berufsverkehr nicht vom Fleck, weil die Grünphasen für Fußgänger und Radfahrer annähernd gleich lang sind wie die für Autofahrer. Jetzt, wo die Fahrradampeln an diesen Kreuzungen installiert sind, haben Radfahrer und Autofahrer gleich lange Grünphasen. Radler fahren hier zu 90% geradeaus. Das bedeutet doch, dass das Rechtsabbiegen weiterhin den Rückstau auf der Bleckeder Landstr. verursacht, bzw. sich diesen weiter aufbaut.

    Natürlich wurmt es mich als Fußgänger oder Radfahrer auch, wenn ich an einer Ampel gefühlt zu lange auf Grün warten muss.

    Und in Zeiten, wo alle das sogen. „Go Green“ predigen, ist diese Regelung doch kontraproduktiv für alle, die von der Bleckeder Landstr. aus welchen Gründen auch immer in die Lünertorstr. fahren müssen, nun vermeidbare Umwege fahren müssen oder gegen diese „Verkehrsregelung“ verstoßen und weiter geradeaus fahren.

  4. Absoluter Blödsinn!
    Der Verkehr staut sich dadurch das die Fußgänger und Radfahrer, die über die Scholzkreuzung wollen gleichzeitig mit den Rechtsabbiegern grün bekommen. Da sollte man sich mal Gedanken machen, als so ein Schwachsinn wie das Geradeausfahren zu untersagen. Aber das ist ja typisch für unsere Politiker. Strohdumm im Kopf!

  5. Fakt ist, dass es ja in diesem Bereich tatsächlich täglich zu Stauungen kam, weil man die Radfahrer und Fußgänger beim Rechtsabbiegen passieren lassen musste. Mir ist aber etwas unverständlich, inwieweit der Verkehr durch diese Maßnahme nun besser laufen soll: Wenn man von der Lünertorstraße nach rechts abbiegen will, muss man trotzdem die Radfahrer und Fußgänger, die geradeaus wollen passieren lassen. Insofern wird sich doch trotzdem der Verkehr dahinter stauen. Auch die Autos, die von der gegenüberliegenden Seite kommen können nicht links abbiegen, denn der Gegenverkehr hat freie Wahl der Spuren. Insofern verstehe ich zwar, dass hier etwas geschehen muss, habe aber Zweifel am Erfolg dieser Maßnahme. Oder wurde die Ampelschaltung geändert?

  6. Ich denke, da wird erst ein Schuh draus, wenn Fußgänger und Radfaher auch nur noch rechts abbiegen dürfen.

    Das planende Personal möge sich mal an der Scholze Kreuzug aufhalten und beobachten, was dort nachmittags los ist, wenn der Metronom die Berufspendler „ausspuckt“ und diese auf dem kürzesten Weg in die Stadt wollen.

  7. Vielleicht sollten die Schreiber hier mal die Kruzung besuchen bzw. ihr Hirn einschalten:
    Rechts abbiegende Autos aus der Bleckeder haben jetzt eine eigene Grünphase und kommen in Massen vor den Radfahrern und Fußgängern ungestört rechts um die Kurve! Aber Meckern ist halt einfacher…

    • Hirn eingeschaltet 😉

      Ich bin in den letzten Tagen dort leider nicht gewesen. Aus dem Artikel und auf dem Foto ist leider nicht ersichtlich, dass dort jetzt eine „Rechtsabbiegerampel“ ist.

      Trotzdem erschließt sich mir nicht, wenn der Rechtsabbiege – Verkehr eine eigene Grünphase hat, dass der Geradeausverkehr die Rechtsabbieger behindert wenn sie – wie in der jüngsten Vergangenheit – sich eine Fahrspur teilen!? Das geht in mein Hirn nicht rein, sorry.

  8. Dadurch, dass die Rechtsabbieger schon früher grün haben, wird nicht nur der Rückstau beseitigt, auch die Konflikte mit den geradeaus fahrenden Radfahrern werden weniger. Außerdem haben die Radfahrer jetzt durch die neuer Radfahrerampeln länger grün, was für den Radverkehr gut ist. Aus Sicht der Radfahrer hat sich die Situation deutlich verbessert! Das sollte man jetzt erst mal eine Zeit lang ausprobieren.

  9. Hermann Brakelmann

    Auch ich finde das Geradeausfahrverbot vom Bahnhof in die Lüner Straße ziemlich daneben. Anscheinend wird für die Polizei nur ein neues Betätigungsfeld gesucht, um arglose Radfahrer abzuzocken. Hätte die Stadt Radverkehr im Geradeausverkehr zulassen wollen, so hätte sie unter das VZ 209-31 bloß ein ZZ 1022-10 („Radverkehr frei“) zu schrauben brauchen. Das ist anscheinend nicht gewollt. So gilt die Geradeaussperre für alle (!) Fahrzeuge (lfd. Nr. 5-7 der Anlage 2 zu § 41 Absatz 1 StVO: „Wer ein Fahrzeug führt, muss der vorgeschriebenen Fahrtrichtung folgen.“).

    Bin gespannt, wie viele Radfahrende bei der nächsten Polizeikontrolle dem irreführenden letzten Satz in diesem LZ-Artikel auf den Leim gehen und die Bußgeldkasse füllen werden. Über so genannte Kampfradler, die sich über Verkehrsregeln hinwegsetzen, braucht man sich bei so einem dämlichen Geradeausfahrverbot nicht zu wundern!

  10. Erwin-Rüdiger Gast

    Herr Brakelmann, Sie hätten mal erleben sollen, was vorigen Donnerstag zwei Stunden lang an der Scholzekreuzung los war, als ich vom Bahnhof kommend, Richtung Lüner Straße fahrend mit meinem Zulassungs- und Kfz Steuer befreiten CHARLY Elektromobil Classic (Leistung der Asynchron-Elektromaschine 1,5 kW, Höchstgeschwindigkeit 15 km/h bei einem Leergewicht von 321kg(!), Durchschnittliche Reichweite: 110 km wegen Lithium Akku(!), Kofferraumvolumen 320 Liter(!), Innenraumbeheizung elektrisch(!), Wenderadius 4 m) um halb neun auf der Bleckeder vorne kurz hinter der Ampel mit einem Reifenschaden liegengeblieben bin. Erdbeben-Vulkanausbruch nichts dagegen! Ich bin zwar erst dreißig, aber ich habe den neuen Schwerbehindertenausweis im Scheckkartenformat mit einem Behinderungsgrad von 85 %, weil mein Körpergewicht 197 kg beträgt. Kann ich was dazu, dass der ADAC so lange gebraucht hat, zwischen den ganzen wildgewordenen Pkws und Lkws durchzukommen?