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Das  zweite Fahrradparkhaus am Bahnhof wurde 2013 eröffnet. Die Kapazitäten für die vielen Pendler reichen nach Einschätzung der Stadt aber schon nicht mehr aus. Foto: t&w
Das zweite Fahrradparkhaus am Bahnhof wurde 2013 eröffnet. Die Kapazitäten für die vielen Pendler reichen nach Einschätzung der Stadt aber schon nicht mehr aus. Foto: t&w

Stadt will drittes Fahrradparkhaus

red/sp Lüneburg. Das zweite Fahrradparkhaus ist noch nicht mal zwei Jahre alt, da denkt die Stadt schon über ein drittes nach. Doch für einen solchen Bau bräuchte sie Platz, dabei denkt Oberbürgermeister Ulrich Mädge an Flächen der Deutschen Bahn (DB).

Rückenwind für Verhandlungen mit dem Unternehmen erhofft sich Lüneburgs Verwaltungschef von einem Gespräch mit Kirsten Lühmann. Als verkehrspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag und Mitglied im Aufsichtsrat der DB kam die Politikerin jetzt ins Rathaus. Mädge, die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze und Heiko Dörbaum als Vorsitzender des städtischen Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung schilderten, welche Notwendigkeiten sie für die künftige Gestaltung des Bahnhofs und dessen Umfeld sehen und wo es bei der Umsetzung hakt.

Mädge erklärt die Situation: „Auch nach zweimaligem Ausbau des Bahnhofs, zunächst um die Jahrtausendwende, zuletzt in diesen Jahren, ist absehbar, dass die steigenden Nutzerzahlen nicht den jetzigen örtlichen Möglichkeiten entsprechen. Wir brauchen zum Beispiel Platz für ein drittes Fahrradparkhaus. Die Züge, die vom Westbahnhof von und nach Hamburg rollen, sind nicht barrierefrei zugänglich. Fast überall gibt es seit langem positive Signale und Zusagen. Nur wenn wir dann konkret werden wollen, werden Maßnahmen geschoben, der Preis für Flächen steigt ins Unbezahlbare oder sie werden von der Bahn anders verplant. Das nenne ich unkooperativ. Dabei sollten Bahn und Stadt dasselbe Ziel haben: es Pendlern, Geschäfts- und anderen Reisenden so bequem wie möglich zu machen, auf die umweltfreundliche Bahn umzusteigen.“

Hiltrud Lotze sagt: „Die Bahn ist ein umweltfreundliches Verkehrsmittel und für die Pendler eine attraktive Alternative zum Auto. Wir ziehen deswegen gemeinsam an einem Strang, um die Situation am Lüneburger Bahnhof weiter zu verbessern.“

Die Runde sprach auch über weitere Bahnthemen. Die Lüneburger sehen es als erforderlich an, dass wie ursprünglich vorgesehen beide Bahnbrücken kurzfristig saniert werden. Zwischenzeitlich hatte die DB angekündigt, erstmal nur die Brücke an der Bleckeder Landstraße zu sanieren, voraussichtlich 2015. Die Sanierung der Brücke an der Lünertorstraße wurde geschoben, auch weil es noch Unstimmigkeiten über die Breite unter der neuen Brücke gibt. Die Stadt fordert eine ausreichende Breite, um mehr Platz für Geh- und Radwege und somit mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer an der Stelle realisieren zu können.

Kirsten Lühmann geht mit den Zielen durchaus konform: „Lüneburg als eines von neun Oberzentren des Landes Niedersachsen und in nur 50 Kilometer Entfernung von der Metropole Hamburg benötigt eine Haltestelleninfrastruktur, die sich an die steigenden Fahrgastzahlen anpasst. Dringend benötigt werden die verschiedenen Ausbau- und Sanierungsmaßnahmen wie zusätzliche Fahrradparkplätze. Innerhalb des DB-Konzerns scheint es schwierig zu sein, dafür entscheidungsfähige Ansprechpartner zu finden, die mit der Stadt über konkrete Maßnahmen verhandeln können. Dies muss jedoch zeitnah geschehen, und dafür werde ich mich einsetzen.“