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Fast 18 000 Binnenschiffe mit einer Ladung von nahezu elf Millionen Tonnen passierten im vergangenen Jahr die Schleuse Geesthacht. Foto: tja
Fast 18 000 Binnenschiffe mit einer Ladung von nahezu elf Millionen Tonnen passierten im vergangenen Jahr die Schleuse Geesthacht. Foto: tja

Rekordumschlag an Schleuse Geesthacht

tja Geesthacht. Ebenso wie der Elbe-Seitenkanal mit dem Schiffshebewerk Scharnebeck hat die Schleuse Geesthacht einen neuen Rekord zu verzeichnen: Mit einem Plus von 11,75 Prozent stieg die Ladungsmenge der im vergangenen Jahr geschleusten Schiffe auf 10,956 Millionen Tonnen. So viel wie noch nie in der Geschichte der Schleuse. Im Jahr zuvor waren es 9,803 Millionen Tonnen, 2012 sogar nur 9,252 Millionen Tonnen. „Die Entwicklung zeigt, dass die Elbe als Verkehrsweg für den Warentransport immer wichtiger wird“, erklärt Bettina Kalytta, Leiterin des Lauenburger Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA).

Und: Einem weiteren Wachstum steht nichts im Wege. „Die Schifffahrt bietet noch Kapazitäten, um weitere Ladung aufzunehmen“, sagt die Expertin. Damit an der Schleuse die Abwicklung reibungslos läuft, hat das WSA in den vergangenen Jahren mehr als 20 Millionen Euro in die Sanierung des Bauwerks investiert. 2007 wurde das Vorhaben geplant und in den vergangenen vier Jahren umgesetzt. Erstmals seit mehr als zehn Jahren stehen jetzt bei Bedarf beide Schleusenkammern zur Verfügung. Unter anderem wurden neue Tore, Antriebe und Versorgungsleitungen eingebaut. Der Leitstand, von dem aus die Schleusenwärter die Technik bedienen, wurde komplett erneuert. Auf zahlreichen Monitoren haben sie die Zufahrten zur Schleuse im Blick, können außerdem die verschiedenen Funktionen und Signale steuern.

Vor der Sanierung war es so, dass zeitweise lange Staus herrschten, weil die Technik versagt hatte. „Wir mussten eine Kammer immer schonen, weil wir nur noch eine begrenzte Zahl von Lastwechseln zur Verfügung hatten, mehr gab die Konstruktion einfach nicht her“, berichtet Kalytta. Doch Staus an der Schleuse, die als Nadelöhr für die Schifffahrt galt, sollen jetzt der Vergangenheit angehören.

2014 wurden in der Schleuse 16738 Frachter registriert. Im Jahr zuvor waren es 16495, 2012 nur 16097. Die durchschnittliche Tragfähigkeit der immer größer werdenden Schiffe stiegt von 1203 Tonnen in 2012 über 1256 in 2013 auf 1267 in 2014. Im Jahr 1963, kurz nach der Inbetriebnahme der Schleuse, lag die durchschnittliche Tragfähigkeit noch bei 362 Tonnen. Damals wurden 29100 Binnenschiffe in der Schleuse registriert, die 4,370 Millionen Tonnen Ladung dabei hatten. Der Bau der Schleuse (zwei Kammern, jeweils 230 Meter lang und 25 Meter breit), wurde nötig, um nach dem Bau des 1960 eingeweihten Stauwehrs die Schifffahrt auf der Elbe zu gewährleisten. Dank der Schleuse können Schiffen den Höhenunterschied, der rund vier Meter beträgt, überwinden.