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Das tägliche Mittagessen mit den Mitschülern in der Schule - wie auf diesem Archivbild aus der Mensa der Schule Im Roten Felde - ist nur ein Bestandteil des Ganztagsschulkonzeptes. Ein Thema, das den Stadtelternrat weiterhin beschäftigen wird. Foto: A/t&w
Das tägliche Mittagessen mit den Mitschülern in der Schule - wie auf diesem Archivbild aus der Mensa der Schule Im Roten Felde - ist nur ein Bestandteil des Ganztagsschulkonzeptes. Ein Thema, das den Stadtelternrat weiterhin beschäftigen wird. Foto: A/t&w

Stadtelternrat: Ziel ist das Ende des Rucksack-Verkehrs

us Lüneburg. Wieviele Eltern er genau vertritt, kann Stephan Seeger gar nicht sagen. „Rund 200 Schüler sind es an der Grundschule Lüne. Wenn man diese Zahl mit vier also Eltern und Großeltern multipliziert, kommen schon mal 800 Personen allein an dieser Schule zusammen. Unsere Stimme hat also durchaus Gewicht.“ Stephan Seeger ist Vorsitzender des Stadtelternrats, Stimme der Eltern aller Kinder, die in der Hansestadt eine Schule besuchen. Jüngst wurde er in seinem Amt bestätigt, nachdem er sich schon in den beiden vorangegangenen Jahren für die Wünsche und Belange der Schüler-Eltern eingesetzt hat.

„Schulobst für alle“ war eines der Themen, für das sich Stephan Seeger in seiner ersten Amtszeit stark gemacht hat. Inzwischen werde jede zweite Grundschule mit frischem Obst versorgt, „besser wäre es natürlich, wenn alle unterstützt würden“, sagt der 39-Jährige. Auch in die G8/G9-Diskussion, also die Wiedereinführung der neun Jahre Gymnasialschulzeit bis zum Abitur, hatte sich der Stadtelternrat eingebracht, „aber das läuft ja jetzt“.

Was noch nicht richtig laufe, sei das Thema Ganztagsschule. Zwar heiße es immer wieder, dass diese Schulform von der Elternschaft gewünscht werde, doch seine Beobachtung sei eine andere. „Ein Drittel der Eltern will, dass ihre Kinder mittags zu Hause sind, andere sind froh, wenn die Schule die Betreuung auch am Nachmittag übernimmt“, sagt Seeger und warnt, Schulen eine reine „Abstellfunktion“ zuzuschreiben. „Ganztagsschule als solche ergibt Sinn, aber dann auch mit allen Konsequenzen.“ Mit anderen Worten: die bauliche, finanzielle und personelle Ausstattung müsse stimmen, Übergangszeiten sollten möglichst kurz sein. Um den tatsächlichen Betreuungsbedarf in der Stadt zu ermitteln, will der Stadtelternrat jetzt eine Umfrage an den Schulen starten. „Die Erhebungen der einzelnen Schulen sind in der Regel nicht miteinander vergleichbar.“

Stichwort Inklusion: Zwar stehe der Stadtelternrat grundsätzlich geschlossen hinter dem Inklusions-Gedanken, sieht aber Herausforderungen in der Umsetzung und in der Übergangsphase. „Hier gilt die Bitte an alle Eltern, uns über Schwierigkeiten insbesondere bei den vielen Einzelfällen zu informieren, damit wir diese sammeln und publik machen können“. Aktuell setzt sich der Stadtelternrat mit einer Resolution für den Erhalt der Sprachheilklassen an der Heiligengeistschule ein. Ihr Tenor: Keine Auflösung der Klassen, solange keine gleichwertige Förderung an den Regelschulen möglich ist.

Ein weiteres Anliegen ist das „Forum Schulströme“. Ziel sei eine zentrale Informationsveranstaltung für Eltern von Kindern, die vor dem Wechsel auf eine weiterführende Schule stehen. Bislang erlebe er alljährlich einen „Rucksack-Verkehr“, Eltern pendelten von einer Schule zur anderen, um sich dort über die Aufnahme-Chancen ihrer Kinder zu informieren. Mit einer zentralen Veranstaltung aber könne über alle unterschiedlichen Schulformen informiert und eine Entscheidungshilfe gegeben werden. „Denn nicht die Frage, an welcher Schule man sein Kind gern hätte, sondern die Frage, welche Schulform den Fähigkeiten des Kindes angemessen ist, sollte im Mittelpunkt stehen.“

Begrüßt wird vom Stadtelternrat der von der Stadt angekündigte Bildungsfonds: „Wir hoffen, dass dies zu einer deutlichen Beschleunigung bei den anstehenden Sanierungsarbeiten an den Schulen führt.“ Die finanzielle Ausstattung allein reiche indes nicht, da ein Hemmnis immer auch die begenzten Kapazitäten der für die Arbeiten zuständige Gebäudewirtschaft sei. „Wir schauen uns genau an, was da passiert“, sagt Seeger.

Auch wenn der Elternvertreter nicht bange ist, Diskussionen anzuregen und Konflikte auszutragen, von einem Konfrontationskurs hält er nichts. „Klare Ansagen sind wichtig, aber man muss auch das Machbare im Auge behalten.“

One comment

  1. was ich nicht verstehe , ist , warum schulhefte ständig hin und her transportiert werden müssen. die rücken der kinder sind am wachsen. die kinder leiden am meisten von dieser unsäglichen dummheit . ich wünsche mir, dass kinder völlig frei von belastungen zur schule gehen können. mit belastungen, meine ich alle, die kontraproduktiv sind. dazu gehören auch am anfang zensuren.