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Tiefe Löcher und eine Deckschicht, die bröckelt: Die Schlaglochpiste vor unseren Häusern muss dringend saniert werden, fordern Erika Senne (vorne l.), Karin Koschek (vorne r.) und weitere Anwohner. Foto: t&w
Tiefe Löcher und eine Deckschicht, die bröckelt: Die Schlaglochpiste vor unseren Häusern muss dringend saniert werden, fordern Erika Senne (vorne l.), Karin Koschek (vorne r.) und weitere Anwohner. Foto: t&w

Anwohner dringen auf Sanierung von Stichstraße am Kreideberg

as Lüneburg. Taschenlampen haben Erika und Bernd Senne sowie ihre Nachbarn immer parat, wenn sie abends Besuch bekommen. Damit leuchten sie dann den Stichweg an der Magdeburger Straße zu den Häusern 18 bis 32 aus, damit ihre Besucher nicht stürzen. Denn die Stichstraße am Kreideberg ist eine echte Schlaglochpiste, Straßenlaternen gibt es nicht. „Auch tagsüber ist die Straße eine gefährliche Stolperfalle, selbst für die Anwohner, die durchweg älter sind“, sagt Erika Senne. Deshalb fordern die Anwohner endlich eine Sanierung und Beleuchtung. Das Problem: Niemand kann aktuell so recht sagen, wem die Straße gehört und wer damit zuständig wäre.

Die Einfamilienhäuser an der Stichstraße wurden Ende der 60er-Jahre gebaut. „Auf Erbpachtgrundstücken, die Erbpacht zieht die Söder Betriebe Verwaltungsgesellschaft mbH für die Eigentümer ein“, erläutert das Ehepaar Senne. An die Verwaltungsgesellschaft hätten sich die Anwohner schon vor Jahren gewandt mit der Bitte, dass an der maroden Stichstraße etwas gemacht werde und Laternen installiert werden. „Von dort wurde uns mitgeteilt, dass man die Stichstraße der Stadt geschenkt habe.“ Auf Nachfrage der LZ bei der Verwaltungsgesellschaft heißt es, das stimme so nicht ganz. Vielmehr habe der Eigentümer das Eigentum im Juli 2005 aufgegeben, das sei im Grundbuch eingetragen. Damit gehe das Eigentum nach Auffassung der Gesellschaft automatisch an die Stadt. An die haben sich die Sennes dann erstmals 2010 gewandt, als sie in ihr Haus zogen. Und auch andere Anwohner hofften auf Aufklärung. Seitens der Stadt habe es geheißen, man wisse nichts von einer Schenkung. „Seitdem hängen wir in der Luft und stolpern über die Straße“, ärgern sich auch Karin und Wolfgang Koschek. Es könne doch nicht sein, dass die Straße Niemandsland ist.

Der Straßenbelag hat sich in den Jahren zunehmend aufgelöst, tiefe Löcher sind entstanden. Ein Fußtritt gegen den Belag und er bröckelt. Dr. Sigrid Gosch-Hasenack berichtet: „Mein Mann ist 88 Jahre alt. Er geht nur noch mit Blick nach unten über den Weg, ist schon oft gestolpert. Das ist auch schon anderen passiert. Hier wohnen nur ältere Menschen.“ Wer gehbehindert sei und sich mit Rollator fortbewegen müsse, für den sei der Weg mittlerweile unpassierbar, ergänzt Erika Senne. Im Winter komme noch dazu, dass die Schneemaschine nicht die Löcher erfasse, so dass sich dort Eis festsetzt. Die Anwohner befürchten, dass irgendwann jemand mal so übel stürzen könnte, dass er ins Krankenhaus muss. Darüber hinaus bewegt sie die rechtliche Frage: „Was ist, wenn jemand verunglückt? Wer wird dann in Regress genommen?“

Inzwischen haben die Anwohner ihr Problem Bürgermeister Andreas Meihsies geschildert. „Er war vor Ort und hat gesagt, er werde sich der Sache annehmen“, berichtet Erika Senne. Meihsies, der für die Grünen im Rat der Stadt sitzt, sagt gegenüber der LZ: „Ich habe inzwischen mit der Fachbereichsleiterin Straßen- und Ingenieurbau, Frau Hesebeck, gesprochen. Sie will abklären, wie die Eigentumsverhältnisse sind und ob eine Sanierung möglich ist.“

Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck kann noch nicht für Aufklärung sorgen, sie erklärt: „Die Rechtslage in diesem Fall ist wirklich sehr kompliziert, auch die Frage des Eigentums ist noch nicht abschließend geklärt. Insofern sind hier alle gut beraten, den Fall einer fachkundigen Verwaltung zu überlassen. Wir haben das Anliegen der Sennes und der anderen Anwohner im Blick.“ Sie verweist in dem Zusammenhang darauf, dass die Stadt am Kreideberg im vergangenen Jahr allein 100000 Euro unter anderem für Wohnwege-Sanierung ausgegeben habe. „Und die Arbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen, der Kreideberg ist ja ein Riesengebiet.“ Ob und wann die Stichstraße gemacht wird, bleibt allerdings offen.

2 Kommentare

  1. Na, das ist doch mal eine intelligente Strategie: ich verschenke meine Altlast und bin damit jede Verantwortung los. Das wäre doch mal ein Modell für die Kernkraftwerksbetreiber.

  2. dieses ist ein thema zum warm anziehen. die grundsteuer sollte bei allen leicht erhöht werden, damit, wenn es die strasse vor der haustür betrifft , nicht dafür sorgt, dass menschen ihre häuser verkaufen, oder verlassen müssen, wenn sie für die reparatur, von der gemeinde zur kasse gebeten werden.