Aktuell
Home | Lokales | Wieder einmal Streit ums Mäxx
Das ehemalige Café Mäxx  jetzt heißt das Lokal Bellys  kommt nicht zur Ruhe. Der Vermieter hat eine Räumungsklage gegen den Wirt angestrengt und will, dass der im Laufe des Jahres geht. Foto: A/be
Das ehemalige Café Mäxx jetzt heißt das Lokal Bellys kommt nicht zur Ruhe. Der Vermieter hat eine Räumungsklage gegen den Wirt angestrengt und will, dass der im Laufe des Jahres geht. Foto: A/be

Wieder einmal Streit ums Mäxx

ca Lüneburg. Es war ein Prozess der Merkwürdigkeiten: Der Hausbesitzer kam nicht, obwohl die Richterin sein Erscheinen angeordnet hatte. Sein Anwalt will die Legitimation für sein Mandat nachreichen, und obwohl es um eine Güteverhandlung ging also einen Kompromiss , hat der Eigentümer bereits einen neuen Mietvertrag geschlossen. Wenn es sich um das Café Mäxx dreht, kann das Publikum mit Überraschungen rechnen. So auch gestern Morgen im Landgericht. Dort verhandelte die 3. Zivilkammer über eine Räumungsklage: Der Hausbesitzer möchte, dass sein Hauptmieter das Gebäude verlässt. Der wehrt sich dagegen.

Die Vorsitzende gab den Beteiligten gleich mit auf den Weg, der Fall sei juristisch und wirtschaftlich schwierig. Es sei strittig, ob ein schriftlicher oder nur mündlicher Mietvertrag vorliege und ob zwei Dutzend Parkplätze auch Teil des Vertrages seien. Möglicherweise müsse man dies gesondert betrachten.

Die Richterin schilderte den Hintergrund: 1987 hatte ein Lüneburger Automaten-Aufsteller mit dem damaligen, inzwischen verstorbenen Hausbesitzer einen Mietvertrag über das Objekt geschlossen. Der Spielhallenbetreiber wiederum schloss sein Casino und vermietete das Haus am Schrangenplatz als Lokal weiter. Diese Geschichte ist bekannt: Mehmet Sevim betrieb das Mäxx. Nach Problemen mit der Steuerfahndung setzte er sich 2011 ab. Dann stieg eine neue Gesellschaft ein, die Levante GmbH. Auch die hatte Besuch von den Steuerermittlern und segelte in die Insolvenz. Schließlich war Schluss für Levante und ihren Gesellschafter. Der Automatenaufsteller hatte seine Gesellschaft für das Mäxx vor Monaten verkauft. Nun betreibt ein neuer Wirt das Lokal, das nun Bellys heißt, und ist als Rechtsnachfolger Hauptmieter.

Doch der Hausbesitzer will das Gebäude leer haben. Sein Anwalt erklärte, der Kompromiss könne nur darin liegen, dass das Haus möglichst schnell, spätestens bis Ende des Jahres geräumt werde. Das kommt allerdings für den Automatenaufsteller und den Wirt nicht infrage, sie beantragten, die Klage abzuweisen.

Die Richterin will einen zweiten Gütetermin voraussichtlich im März ansetzen. Die Kontrahenten haben Zeit, Schriftsätze zu strittigen Themen einzureichen. Zudem wolle sie prüfen, ein Ordnungsgeld gegen den nicht erschienenen Hausbesitzer zu verhängen. Das könnte saftig ausfallen. Die Miete für das Objekt scheint sich bei um die 12000 Euro zu bewegen. Das ergab sich aus Äußerungen der Beteiligten.

Raum für Spekulationen lässt der neue Mietvertrag zu, den der Hauseigentümer laut seinem Anwalt mit der Lünemäxx GmbH geschlossen hat. Schon der Name erinnert an vergangene Zeiten. Der Sitz des Unternehmens liegt in Sarstedt bei Hildesheim. Aus der Ecke kommen Mehmet Sevim und der Gesellschafter der Ex-Betreiberin Levante GmbH, der saß als Zuschauer im Saal. Und so fragten sich die Anwälte der Gegenseite, ob da alte Verbindungen wieder aufleben sollen.