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So sieht der Pass der Republik Freies Wendland aus, den Dannenbergs Bürgermeisterin Elke Mundhenk dem inzwischen berühmten Ex-Geheimdienstler Snowden ausgestellt hat. Foto: nh
So sieht der Pass der Republik Freies Wendland aus, den Dannenbergs Bürgermeisterin Elke Mundhenk dem inzwischen berühmten Ex-Geheimdienstler Snowden ausgestellt hat. Foto: nh

Ein Pass für Edward Snowden

bp Dannenberg. Es ist eher unwahrscheinlich, dass Edward Snowden jemals etwas von der Republik Freies Wendland gehört hat. Und auch, ob er Wert darauf legt, dass sich an diesem Zustand der partiellen Unwissenheit etwas ändern möge, sei dahingestellt. Womöglich bleibt dem ehemaligen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA aber gar nichts anderes übrig, als zumindest zur Kenntnis zu nehmen, dass die Idee einer solchen Freien Republik existiert. Denn Dannenbergs Bürgermeisterin Elke Mundhenk (Grüne) hat im Anschluss an die Veranstaltung zum Thema digitale Bürgerrechte am Wochenende in Dannenberg für ihn einen sogenannten Wendenpass ausgefüllt und mit einem Bild des von den Vereinigten Staaten gejagten Geheimnisverräters versehen.

Den Pass übergab Mundhenk anschließend dem grünen Bundestagsabgeordneten Konstantin von Notz, Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss. Der versicherte, Snowden den Pass schnellstmöglich zukommen zu lassen. Ob Letzterer sich darüber freut, ist eine Frage, die wohl für immer unbeantwortet bleiben wird. Selbst wenn Snowden, wofür sich von Notz einsetzt, jemals Asyl in Deutschland bekommen und als Zeuge vor dem Untersuchungsausschuss in Berlin aussagen sollte, gibt es mit einiger Sicherheit wichtigere Fragen zu beantworten als: „Mr. Snowden, fühlen Sie sich eigentlich eher als Amerikaner oder sind Sie schon ein Vollblut-Wende?“

Davon abgesehen konstatiert die hiesige Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden (Grüne), dass „die Mehrheit der Menschen in Deutschland dafür ist, Edward Snowden Asyl in Deutschland zu gewähren“, sich die schwarz-rote Bundesregierung aber nicht traue, „diesen überfälligen Schritt zu gehen“. Insofern sei der „widerspenstigen Region in Ost-Niedersachsen“ mit der Pass-Übergabe ein „symbolischer Schritt“ gelungen.