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Der Hof der Musikschule soll auch künftig offen stehen und ein Ort der Begegnung bleiben. Rund 2100 Quadratmeter Fläche in den Gebäuden sollen für Wohnen und Arbeiten genutzt werden, 550 Quadratmeter stehen der Stiftung zur Verfügung. Foto: A/be
Der Hof der Musikschule soll auch künftig offen stehen und ein Ort der Begegnung bleiben. Rund 2100 Quadratmeter Fläche in den Gebäuden sollen für Wohnen und Arbeiten genutzt werden, 550 Quadratmeter stehen der Stiftung zur Verfügung. Foto: A/be

Buntes Leben in der alten Musikschule

ca Lüneburg. Sie helfen bei Behördengängen, bieten Sprachunterricht an, arbeiten gemeinsam im Kleingarten die Willkommensinitiative steht seit Monaten als Ansprechpartner für Flüchtlinge aus aller Welt zur Verfügung. Jetzt bekommen die ehrenamtlichen Helfer eine Art Zuhause. Die Ubuntu-Stiftung der Lüneburger Familie Krome hat einen Teil der ehemaligen Musikschule gekauft. In dem zur Katzenstraße stehenden Trakt sollen ein Kulturraum samt Café und darüber drei Wohnungen entstehen; Ziel ist eine „Begegnungsmöglichkeit zwischen Deutschen und Flüchtlingen auf Augenhöhe“. Jetzt stellten die Initiatoren erste Ideen ihres Projektes vor.

Wie berichtet, hat die Stadt einen großen Teil der alten Musikschule veräußert, um einen Neubau am Theater mitzufinanzieren. Die Conplan GmbH um Lars Straeter entwickelt das generationsübergreifende, auf enge Nachbarschaft orientierte Projekt, das Wohnen und Arbeiten verbindet. In 19 Wohnungen mit einer Fläche von 60 bis 140 Quadratmetern sollen Familien, Paare und Senioren leben. Die Hälfte davon ist vergeben. Daneben hat die Ubuntu-Stiftung einen Trakt gekauft, der in das Gesamtkonzept eingebunden wird.

Corinna Krome hat die Stiftung gegründet, sie hatte sich 2007 mit der Hilfe für Flüchtlinge aus Ruanda beschäftigt. Ubuntu ist ein Wort aus dem afrikanischen von einem blutigen Bürgerkrieg geschundenen Land und bedeutet Menschlichkeit. In den vergangenen Monaten hat sie sich Partner für ihr Anliegen gesucht: Michael Elsner vom Herbergsverein, Gabriel Siller vom Diakonieverband, Günther Wernecke von der Arbeiterwohlfahrt, Robin Dirks vom Studentenprojekt Akzeptanzforschung und eben Birger Rietz, einen der Motoren der Willkommensinitiative, die in Lüneburg rund 100 Mitstreiter besitzt.

Noch feile man an einer Konzeption, hieß es von den Beteiligten. „Als Arbeitstitel haben wir Kulturhaus gewählt“, sagte Corinna Krome. Neben Veranstaltungen soll es eine Rechtsberatung für Flüchtlinge geben. Ob ein Café als gastronomischer Betrieb geführt werde, sei offen. Denn Flüchtlinge haben oft nicht das Geld für einen Cappuccino zu den üblichen Preisen eines Lokals. An einem Beteiligungstag am 28. Februar können Lüneburger zusätzliche Ideen für das Kulturhaus einbringen.

Es geht auch um Geld. Zwar trägt die Stiftung den Erwerb und Umbau des Gebäudes, doch der laufende Betrieb soll über das Vermieten der Wohnungen und des Veranstaltungsraums hereinkommen. Hier haben die Geschäftsführer der Sozialverbände zugesagt, auch mit ihrem Wissen helfend zur Seite zu stehen. Entwickelt sich die Vision zur Realität, so der Wunsch, könnte das Kulturhaus zum „Exportschlager“ werden: Denkbar sei, solche Vorhaben auch in anderen Städten umzusetzen.

Wichtig ist den Akteuren und auch Conplan-Sprecher Straeter und seinen Wohnungsinteressenten, dass die alte Musikschule ein Ort der Begegnung bleibt: Der Innenhof, der umgestaltet wird, soll tagsüber offen stehen. Auch mit dem Jugendzentrum möchte man zusammenarbeiten. Die Planungen sollen noch ein gutes halbes Jahr dauern. Ende 2016, Anfang 2017 könnten alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein.