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Die bunten Ballons sind sichtbares Zeichen für die Forderungen der Gymnasiasten wie hier in Oedeme: Sie wollen wieder Klassenfahrten erleben dürfen. Foto: t&w
Die bunten Ballons sind sichtbares Zeichen für die Forderungen der Gymnasiasten wie hier in Oedeme: Sie wollen wieder Klassenfahrten erleben dürfen. Foto: t&w

Noch kein Schulfrieden in Sicht +++ Mit LZplay-Video

ahe Lüneburg. Dass ihre Lehrer verärgert sind, weil sie seit diesem Schuljahr für das gleiche Geld mehr arbeiten müssen, könnten sie durchaus nachvollziehen, sagt Julia Radke aus dem Schülersprecherteam des Gymnasiums Oedeme. Denn die eine Stunde zusätzlicher Unterricht müsse ja auch noch vor- und nachbereitet werden. Dass die Lehrer aber aus Verärgerung über die Kultusministerin die Klassenfahrten gestrichen haben und damit die Schüler die Leidtragenden des Konflikts sind, wollen sie und ihre Mitstreiter nicht stillschweigend akzeptieren. Deshalb organisierten sie unter Federführung von Tony Tran, Sprecher der Jahrgänge 9 und 10, eine Protestaktion. Nachdem das Johanneum am Mittwoch den Auftakt gemacht hatte, schlossen sich am Donnerstag die anderen Gymnasien in Stadt und Landkreis Lüneburg dem Aufbegehren an.

In Oedeme machten sich rund 500 Schüler auf zu einem „Wandertag“: Sie zogen einmal durch den Stadtteil, um ihrer Forderung auch lautstark Ausdruck zu verleihen, dass die gestrichenen Klassenfahrten wieder angeboten werden sollen. Im Anschluss ließen sie auf dem Sportplatz rund 600 mit Helium gefüllte Luftballons steigen. An der Wilhelm-Raabe-Schule lasen die Schülersprecher selbst verfasste Fantasygeschichten zum Thema Klassenfahrten vor.

Am Bernhard-Riemann-Gymnasium in Scharnebeck bildeten 800 Schüler eine Menschenkette rund ums Schulgebäude. Im Anschluss gab es Redebeiträge auf dem Sportplatz. „Es hat alles unglaublich gut geklappt“, bilanziert Schülersprecherin Lisa Wolgast. Sie nennt eine Kernaussage: „Wir fordern sowohl die Kultusministerin und die Lehrer auf, im Dialog eine angemessene Lösung zu finden, damit der Schulfrieden an den Gymnasien wieder einkehren kann. Dazu gehören auf der einen Seite eine angemessene Arbeitssituation der Lehrer und auf der anderen Seite die Klassen- und Kursfahrten, die pädagogisch wertvoll sind und die Schüler in ihrer sozialen Entwicklung prägen.“

Ihre Proteste hatten die Schülersprecherteams der Gymnasien im Vorfeld gemeinsam geplant, was sie fordern, erklären sie in einem offenen Brief an Kultusministerin Frauke Heiligenstadt auf www.klick-fuer-klassenfahrten.de.