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700 Lämmer sind seit Anfang Januar in Bleckede bereits geboren worden, 100 weitere erwartet Schäfer Stefan Erb noch, bevor die erste Lammzeit in diesem Jahr für ihn endet. Foto: t&w
700 Lämmer sind seit Anfang Januar in Bleckede bereits geboren worden, 100 weitere erwartet Schäfer Stefan Erb noch, bevor die erste Lammzeit in diesem Jahr für ihn endet. Foto: t&w

Schichtdienst im Schafstall

off Bleckede. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt nicht. Seit Anfang Januar herrscht Lammzeit im Stall von Stefan Erb, rund um die Uhr kommt ein Tier nach dem nächsten zur Welt und das heißt für den Schäfer und sein Team: Schichtdienst. Bis in rund anderthalb Wochen die erste Lammphase endet, ist der Stall Tag und Nacht besetzt. Danach können Erb und seine Kollegen ein paar Wochen wieder durchschlafen, bis im April die zweite Geburtssaison beginnt und nochmal 500 Mutterschafe zum Lammen in den Stall kommen.

Die ersten Lämmer sind in Bleckede kurz nach Neujahr geboren, bis jetzt sind 700 weitere dazu gekommen. Haben Erb und sein Team auch die zweite Lammzeit geschafft, ist die Herde des Schäfers um insgesamt rund 1700 Tiere größer. Allerdings nicht lange. Vier bis sieben Monate bleiben die Lämmer bei ihren Müttern, dann werden sie verkauft und geschlachtet.

Rund die Hälfte von Erbs Schafen bekommt Zwillinge, manche bringen sogar Drillinge zur Welt. Die Geburt selbst verläuft in der Regel unproblematisch, „helfen müssen wir dabei nur selten“, sagt Erb. Damit sich Mutter und Lämmer in der großen Herde nicht verlieren, werden aber vor allem die Zwillings- und Drillingsgeburten nach dem Lammen für einige Tage von den anderen Tieren getrennt. Außerdem müssen der Schäfer und seine Kollegen darauf achten, dass alle Lämmer genug Milch bekommen, notfalls mit der Flasche zufüttern. „Bisher läuft alles super“, sagt Erb. Das Schmallenberg-Virus, das 2012 Hunderte Totgeburten ausgelöst hatte, scheint überstanden.

Mittendrin in der Lammzeit stecken derzeit auch die Schäfer in der Lüneburger Heide. „Die ersten Lämmer sind Anfang Januar geboren“, sagt Heike Brenken vom Verein Naturschutzpark (VNP). Insgesamt kommen in den sechs Herden des Vereins jedes Jahr mehr als 2000 Heidschnucken zur Welt. Rund 400 weibliche und zehn bis zwölf männliche Tiere behält der Naturschutzpark als Nachzucht, „die restlichen Lämmer werden im Alter von sechs bis 18 Monaten geschlachtet“, sagt Brenken.

Die Nachfrage nach Heidschnuckenfleisch ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen, musste der Verein einen Teil seiner Tiere früher auch an Händler verkaufen, „werden jetzt fast alle Tiere von zwei Schlachtern aus der Region geschlachtet und von regionalen Gastwirten verarbeitet“, sagt Brenken.

Geboren werden die Lämmer auch beim VNP in Ställen, in denen die neugeborenen Heidschnucken die ersten Wochen ihres Lebens verbringen. Ende März/Anfang April ziehen die Schäfer mit ihren Tieren dann über die Heideflächen, wo die Heidschnucken ihren Hauptjob verrichten: die Heidepflege. Nur durch ihren ständigen Verbiss von aufkommenden Gehölzen, Gräsern und Kraut kann die Heide als Kulturlandschaft erhalten bleiben. Wer das unterstützen möchte, kann beim VNP eine ganz persönliche Patenschaft für eine der Heidschnucken übernehmen. Mehr Informationen dazu: www.verein-naturschutzpark.de.