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Die Lüneburgerin Anna Abraham war für das THW zu einem Hilfseinsatz in Ghana. Sie unterstützte in Westafrika den Kampf gegen Ebola. Sie traf dort auch UN-Geberalsekretär Ban Ki-moon. Foto: thw
Die Lüneburgerin Anna Abraham war für das THW zu einem Hilfseinsatz in Ghana. Sie unterstützte in Westafrika den Kampf gegen Ebola. Sie traf dort auch UN-Geberalsekretär Ban Ki-moon. Foto: thw

Kampf gegen Ebola – Lüneburgerin Anna Abraham hilft in Ghana

ca Lüneburg. Erst herrschte beinahe Panik, und nun spielt das Thema in Deutschland kaum eine Rolle mehr: Ebola. Doch in Afrika wütet die zumeist tödliche Krankheit nach wie vor. Die Lüneburgerin Anna Abraham hat vier Wochen lang geholfen, Einsätze in Westafrika zu koordinieren. Für das Technische Hilfswerk (THW) hat sie Material besorgt: Desinfektionsmittel, Laster, Zelte. Mehrere Organisationen arbeiten in Ghana zusammen, um unter dem Mandat der Vereinten Nationen gegen die Ausbreitung der Seuche zu kämpfen und den Menschen beizustehen so gut es geht.

In Ghana liegt eine Basis. Das Land gilt als ebolafrei. „Der nächste bekannte Fall war 1000 Kilometer von uns entfernt“, sagt die 31-Jährige. Sie selber sei mit keinem Kranken in Kontakt gekommen. In Accra, der Hauptstadt des Landes, habe die UN auf ein bestehendes Camp zurückgegriffen, um von dort aus Einsätze zu dirigieren. Die ehrenamtlichen Profis des THW, die ihren Auftrag vom Auswärtigen Amt erhielten, waren für Materialbeschaffung zuständig.

Anna Abraham kennt das Geschäft. Vor eineinhalb Jahren hat sie im syrisch-jordanischen Grenzgebiet ein Flüchtlingslager für 100000 Menschen mit aufgebaut. Auch dieses Mal ging es um Infrastruktur. Mit Kollegen hat sie 400 Motorräder samt Kühlboxen beschafft. Der Hintergrund: Eine Ebola-Infizierung lässt sich mit einem Bluttest feststellen. Da es in den betroffenen Ländern wie Liberia und Sierra Leone unter anderem an vernünftigen Straßen fehlt, können Proben mit den Geländemaschinen einfacher zu Laboren gebracht werden. Das verkürzt die Untersuchungszeit von fünf Tagen auf einen.

„Wir versuchen, Hilfsgüter vor Ort zu beschaffen“, sagt die Grundschullehrerin. Mit einheimischen Händlern hat sie Gespräche geführt und gefeilscht. Neben den Motorrädern besorgte sie 13 Lastwagen, um etwa Zelte zu transportieren, dazu 54 Generatoren, um in lokalen Lagern Strom erzeugen zu können, aber auch Tausende Liter Desinfektionsmittel wurden geliefert: „Das Auswärtige Amt hat dem THW für den Einsatz mehrere Millionen Euro zur Verfügung gestellt“, sagt Anna Abraham und ergänzt. „Die Hälfte davon ging durch meine Hände.“

Doch dies sei nur ein Aspekt der Situation. Aus Gesprächen mit anderen Helfern, die alle unter dem sogenannten Unmeer-Mandat arbeiten, weiß sie, dass es innerhalb der Bevölkerung in den Ebola-Gebieten an Aufklärung mangelt. Es komme dadurch zu weiteren Infizierungen, da Hinterbliebene ihre Toten beispielsweise zum Abschied küssen. Überhaupt würden Erkrankte oftmals nicht von der Gemeinschaft abgesondert: „Man gibt die Menschen nicht weg.“ Denn aus den Erfahrungen in Bürgerkriegsregionen wissen die Einheimischen, dass Familienangehörige in Lazaretten von marodierenden Banden oftmals hingemetzelt wurden.

Doch nicht nur in Afrika, auch in Deutschland sei die Unsicherheit groß. Rückkehrer berichten, dass sie auf Ängste einer möglichen Ansteckung gestoßen seien.

Bei ihr sei es anders gelaufen. Sie habe ihre Kollegen und Eltern der Schüler über ihren Einsatz informiert. Auch darüber, dass sie eben in einem ungefährlichen Gebiet gewesen sei, sie regelmäßig Fieber messe, denn erhöhte Temperatur kann ein Symptom einer Erkrankung sein. „Ich wurde gut wieder aufgenommen“, freut sich die Lehrerin, die für den ehrenamtlichen Einsatz vor allem ihre Ferien über den Jahreswechsel genutzt hat.

Das hat sie gerne gemacht, denn sie fühlt sich belohnt, da sie anderen helfen konnte. Und sie hat ein besonderes Geschenk mitgenommen. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat die Helfer in Westafrika besucht, auch die Zentrale in ­Accra. Dort hat er Anna Abraham die Hand geschüttelt. Sie hatte ein bisschen mehr Glück als andere: Der Südkoreaner hat sich mit ihr fotografieren lassen. Die THW-Helferin strahlt: „Das Bild kann ich noch meinen Enkeln zeigen.“