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Maximilian Jasker züchtet in Neuhaus vom Aussterben bedrohte Haustierrassen wie Cröllwitzer Puten und Leinegänse. Gerne möchte er seine kleine Arche mit anderen Kindern teilen, doch es gibt unerwartete Probleme. Foto: A/t&w
Maximilian Jasker züchtet in Neuhaus vom Aussterben bedrohte Haustierrassen wie Cröllwitzer Puten und Leinegänse. Gerne möchte er seine kleine Arche mit anderen Kindern teilen, doch es gibt unerwartete Probleme. Foto: A/t&w

Neuhaus: Pläne für Kinder-Arche auf Eis

lz Neuhaus. Die Pläne für eine „Kinder-Arche“ in Deutschlands erster Arche-Region liegen vorerst auf Eis. Offenbar verhindern Grundstücksangelegenheiten den gewünschten Baubeginn: Wegen eines unerwartet langen Pachtvertrags in der Nachbarschaft gibt es keine Zufahrt zu dem Gelände. Der einzige Weg führt derzeit über einen Deich und ist gesperrt. Der 13-jährige Schüler Maximilian Jasker und seine Familie wollten im September die Kinder-Arche mit vielen Tieren und öffentlichem Zugang eröffnen. Zur Feier hat sich auch TV-Hundeprofi Martin Rütter angesagt.

In seiner „tierischen“ Fernsehschau auf „Vox“ hatte Max am Jahresende vor einem Millionenpublikum über seine Kinder-Arche-berichtet. Und kam mit einem 10000-Euro-Scheck nach Hause gespendet von dem TV-Star für das Projekt.

Seit Jahren züchtet der Neuhäuser Schüler Maximilian Tiere der Rote-Liste-Rassen. 98 hat er insgesamt zur Zeit. Schafe, Kaninchen und Hütehunde, dazu Ziegen, Puten, Gänse und vieles mehr. Mit seiner Kinder-Arche will der Schüler Gleichaltrige auf die Probleme der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen aufmerksam machen. In einem bestehenden Stall am Flüsschen Krainke soll ein Freiluft-Klassenzimmer eingerichtet werden. Mit vielen Tieren, einem Spielplatz und einem kleinen Streichelzoo inmitten der Auenlandschaft. Alles in Abstimmung mit dem Archezentrum Neuhaus.

Jetzt der vorläufige Stopp: Ohne Zufahrt könne er nicht bauen, sagt Vater Jens Jasker. Zudem brauche er die benachbarte Wiese für die Außenanlagen. Die sei aber länger verpachtet als bisher angenommen und erst im Herbst 2016 frei.

Max ist enttäuscht von dem vorläufigen Stopp. „Das ist schade. Wir haben den Raum. Wir haben die Tiere. Aber wir können leider nicht anfangen zu bauen.“ Dabei habe er bereits Anfragen von Schulen aus dem Großraum Hamburg. Unterdessen gehen neue Spenden bei Maximilian ein. Unter anderem hat er einen Welpen für seine Hütehunde-Zucht aus Sachsen-Anhalt bekommen, aus der Elbmarsch kam ein Futterautomat für die Kaninchen, der örtliche Stromversorger will den Stall der Kinder-Arche mit Elektrizität versorgen. Und viele private Spender haben Geld für das Projekt geschickt. In den nächsten Tagen will Familie Jasker das Bau-Problem zunächst mit TV-Star und Hauptspender Rütter besprechen. Auch die Gemeinde sei eingeschaltet. Von dort heißt es, dass die Angelegenheit bereits im Bau- und Verwaltungsausschuss beraten worden sei und der Rat im März die endgültige Entscheidung treffen werde. Jens Jasker: „Wir haben viel Zuspruch. Vielleicht gibt es einen Weg“.