Donnerstag , 29. September 2016
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Den Spitzenplatz hat der Haussperling auch in diesem Jahr bei der Nabu-Vogelzählung in Stadt und Landkreis erobert. Foto: haase
Den Spitzenplatz hat der Haussperling auch in diesem Jahr bei der Nabu-Vogelzählung in Stadt und Landkreis erobert. Foto: haase

Ein Spatz kommt selten allein – „Stunde der Wintervögel“

emi Lüneburg. Der Haussperling ist erneut der häufigste Wintervogel in Lüneburgs Gärten. Wie im Vorjahr sicherte sich der Spatz den Spitzenplatz bei der großen Nabu-Vogelzählung „Stunde der Wintervögel“ vom 9. bis 11. Januar 2015. Dahinter hat der Feldsperling, 2014 noch auf Platz drei, die Kohlmeise inzwischen überholt und ist auf den zweiten Rang vorgerückt. Insgesamt 327 Vogelfreunde aus Stadt und Kreis und damit 33 mehr als im Jahr 2014 haben bei der Aktion ihre Beobachtungen notiert. Sie zählten in 227 Gärten 10 321 Vögel, ein Jahr zuvor waren es mit 223 Gärten und 9619 Vögeln ähnlich viele gewesen.

„Wir hatten wegen Sturm und Regen in diesem Jahr mit weniger Teilnehmern gerechnet“, sagt Vogelkundler Frank Allmer vom Nabu Lüneburg, „dass es doch so viele waren, zeigt, dass es ein wachsendes Interesse an solchen Themen gibt.“ An der Vogelzählung seien biologische Veränderungen im Winterverhalten und Trends bei den Beständen ablesbar. „Wir können erkennen, wo es gefährlich wird.“ Und gegebenenfalls mit Maßnahmen gegensteuern.

Dafür, dass der Haussperling erneut den Schnabel vorn hat, hat der 75-Jährige folgende Erklärung: „Eigentlich wurde er nur in 64 Prozent der Gärten beobachtet, aber ein Spatz kommt selten allein. Die sind immer in Trupps unterwegs. So kommt die große Zahl zustande.“ Rund sieben Haussperlinge pro Garten wurden in Stadt und Kreis beobachtet. Auch niedersachsen- und deutschlandweit belegt der Haussperling den Spitzenplatz.

Der eigentliche Gewinner der Aktion in und um Lüneburg ist nach Allmers Ansicht aber der Gimpel, auch als Dompfaff bekannt. 152 Exemplare wurden in 25 Prozent der Gärten gezählt. „Die Zahl hat deutlich zugenommen.“ Die Vögel flögen aus Skandinavien ein, „und nur, wenn es wirklich kalt ist, ziehen sie weiter nach Süden. Jetzt bleiben sie hier.“ Auch Star, Singdrossel, Bachstelze und sogar einige Kraniche wurden im Lüneburger Raum gesichtet. „Eins kann man sagen“, so Allmer, „die Vögel haben den warmen Winter ausgenutzt“.

Infos zur „Stunde der Wintervögel gibt es unter: http://niedersachsen.nabu.de/aktionen/sdw/ergebnis/.