Aktuell
Home | Lokales | Bienenbüttel | Bienenbüttel: Wolf in der Fotofalle
Dieser Wolf hat jetzt eine Fotofalle bei Bienenbüttel ausgelöst. Deutlich zu sehen ist, wie Isegrim interessiert am Boden schnuppert. Foto: nh
Dieser Wolf hat jetzt eine Fotofalle bei Bienenbüttel ausgelöst. Deutlich zu sehen ist, wie Isegrim interessiert am Boden schnuppert. Foto: nh

Bienenbüttel: Wolf in der Fotofalle

kre/lz Bienenbüttel. Ein Wolf ist bei Bienenbüttel in die Falle getappt genauer: in eine Fotofalle. Deutlich zu sehen ist, wie Isegrim interessiert am Boden schnüffelt. Ausgelöst wurde die Fotofalle am 7. Januar diesen Jahres. Der örtliche Hegering hat den Foto-Nachweis im Rahmen des Wolfsmonitorings an die Landesjägerschaft Niedersachsen weiter gemeldet.

Dass der Wolf zurück ist, hat ein Schafshalter bei Grünhagen bereits im Oktober 2013 leidvoll erfahren müssen: Damals wurden mehrere seiner Tiere auf der Weide gerissen (LZ berichtete). Anhand von Speichelproben konnte ein Wolfsrüde aus einem Rudel aus Brandenburg genetisch nachgewiesen werden. ,,Seitdem gab es keine weiteren Nachweise“, sagt Dr. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft.

Mit dem nun entstandenen Foto kann erneut ein Wolf in der Region dokumentiert werden. Ob es sich um einen Durchzügler oder ein ortstreues Tier handelt, ist bislang offen. ,,Um im Rahmen des Monitorings ein Tier als ortstreu zu bestätigen, sind mehrere Nachweise über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr notwendig“, erläutert die Expertin und fügt hinzu: ,,Als Nachweise werden eindeutige Fotos oder genetisches Material gewertet.“

Die Chancen, noch mehr Fotos von Wölfen in freier Wildbahn zu bekommen, stehen gut, denn: Der Freundeskreis freilebender Wölfe, der sich seit mehr als zehn Jahren für den Schutz und die Rückkehr des Wolfes einsetzt, möchte in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Lüneburg den Herdenschutz mit Hilfe von Wildkameras verbessern. Dazu wurden jetzt landesweit zehn Wildkameras, sogenannte Fotofallen, im Wert von 2500 Euro beschafft. Unterstützt wird das Projekt auch von der Bingo-Stifung.

Die Kameras sollen niedersachsenweit dort zum Einsatz kommen, wo es bereits Nutztierrisse gegeben hat. Mit Hilfe der Kameras hoffen die Wolfsbeauftragten, die Jagd- und Verhaltensweisen des Wolfes noch genauer studieren zu können. ,,Diese Erkenntnisse sind wichtig, um den Herdenschutz weiter zu optimieren“, erklärt der Lüneburger Wolfsberater Uwe Martens, denn: ,,Was als Herdenschutz-Maßnahme in der Lüneburger Heide funktioniert, muss noch lange keine gute Lösung für die stürmische Küste oder das steile Gebirge sein.“

Aufgrund der angrenzenden Wolfsterritorien Munster und Rheinmetall gehört die Region Bienenbüttel sowie der gesamte Landkreis Uelzen zur neuen „Förderkulisse Herdenschutz“. Innerhalb dieser Förderkulisse haben berufsgenossenschaftspflichtige Halter von Schafen, Ziegen und Gatterwild die Möglichkeit, beim Land Zuschüsse für die Aufrüstung von Zäunen zu beantragen, um einen wolfsabweisenden Grundschutz zu realisieren. ,,Hilfestellung bei der Antragstellung gibt auch die Landwirtschaftskammer“, betont Dr. Britta Habbe.

Erst vor wenigen Tagen war bei Betzendorf ein Wolfsrudel von einen Ehepaar bei einem Spaziergang gesichtet worden. Den Artikel dazu gibts hier.

2 Kommentare

  1. Schöner Schnappschuss von Isegrim 🙂

  2. Neues aus Amelinghausen:

    Wölfe jagen Spaziergängerin – Frau kollabiert!
    http://www.jaegermagazin.de/aktuelles/detail.php?objectID=5438&class=62

    Gibt es dazu nichts in der LZ?