Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Johannes Klaffke, Jasper Kahrs und Jonas Bannert (von links) bilden das neue Sprecherteam der Studentenvertretung an der Lüneburger Universität. Foto: t&w
Johannes Klaffke, Jasper Kahrs und Jonas Bannert (von links) bilden das neue Sprecherteam der Studentenvertretung an der Lüneburger Universität. Foto: t&w

Frischer Wind im AStA: Trio spricht für die Studenten

mm Lüneburg. Sie heißen Johannes, Jonas und Jasper, das Männertrio bildet das neue Sprecherkollektiv im Allgemeinem Studierendenausschuss (AStA) an der Leuphana Universität. Dabei hätten sich die Studenten weibliche Verstärkung an ihrer Seite gewünscht, allerdings gab es keine Kandidatin. Das Sprechertrio hat aber mehr gemeinsam, als nur den selben Anfangsbuchstaben beim Vornamen, auch inhaltlich und programmatisch sind sich Johannes Klaffke, Jonas Bannert und Jasper Kahrs sehr nahe. Eines ihrer zentralen Anliegen ist: Sie wollen Flüchtlinge in Studenten-WG`s unterbringen.

Für ein Jahr wurden die Sprecher vom Studierendenparlament gewählt, wahrscheinlich aber nur bis August wird Jonas Bannert der Riege angehören. Der 24-Jährige plant ein Masterstudium an einer anderen Universität, zurzeit schreibt er an seiner Bachelorarbeit in Umweltwissenschaft. Politisch aktiv im AStA ist Jonas schon länger. Mit dem Antirassismus-Referat hat er unter anderem im letzten Jahr das politische Sonar-Festival organisiert. Das Motto lautete: „Refugees Welcome“ – Flüchtlinge willkommen. Nun möchte Jonas seine neue Position nutzen, um noch stärker für eine Willkommenskultur zu werben.

Und er hat auch eine Idee wie: „Über Internetplattformen für WG-Gesuche könnten Flüchtlinge in Lüneburg an Studenten-WG`s vermittelt werden“, sagt er. Dazu setzt er auf eine Zusammenarbeit mit der Willkommensinitiative, denn erstmal müsse klar sein, welche Asylbewerber aus den Flüchtlingsheimen überhaupt ausziehen dürften. Auch sei es eventuell möglich, Flüchtlinge als Gasthörer an die Uni zu holen. „Es gibt ja genügend englischsprachige Vorlesungen. Allerdings müssen auch hier wieder rechtliche Fragen geklärt werden“, sagt Jonas.

Noch andere rechtliche Fragen beschäftigen die neuen AStA-Sprecher. Wie etwa die Forderung nach einer Aufhebung der gesetzlich verankerten professoralen Mehrheit in akademischen Gremien. Mit der Neuerung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes solle eine gleichberechtigte Vertretung aller Statusgruppen beispielsweise im Senat der Universität eingeführt werden, erklärt Johannes Klaffke. Das ist eine Forderung der Landes-astenkonferenz, die von den Lüneburger Vertretern unterstützt wird. Der mit 30 Jahren älteste Student unter den Sprechern reist zusammen mit Jasper Kahrs nach Hannover, um sich dort mit den AStA-Vertretern anderer niedersächsischer Hochschulen auszutauschen.

Den Kontakt zu anderen Asten hielten schon die Vorgänger des neuen Sprecherkollektivs. „Wir wollen an die Arbeit anknüpfen, aber darüber hinaus auch noch eigene Schwerpunkte setzen“, sagt Jasper Kahrs. Der 23-Jährige studiert Kulturwissenschaft im siebten Semester. Er tritt ein für eine bessere Vernetzung von Studenten auf dem Campus. Oft wüssten viele gar nicht, wer überhaupt ihre Repräsentanten seien. „Es könnte ja eine Zeitung geben, in der die Gesichter aus den entscheidenden Gremien einmal vorgestellt werden“, sagt er.

Mangels Vernetzung untereinander, käme es schon vor, dass Entscheidungen von Uni-Leitung und „geheimtagenden Stiftungsrat“ über die Köpfe der Studenten hinweg gefällt würden. Wie beim Bau des neuen Zentralgebäudes. „Viele kritische Punkte wie Bauzeitverlängerung und Kostensteigerung, die auch von den Studenten prophezeit wurden, sind eingetreten. Wäre die Studentenschaft besser vernetzt gewesen, hätte es eine stärkere Stimme dagegen gegeben“, meint Jasper. Seine beiden Mitstreiter nicken eifrig.