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Seit Monaten ist der Sicherungskasten in Höhe Apotheke/Sparkasse zerstört, hängen Kabel heraus. Foto: ca
Seit Monaten ist der Sicherungskasten in Höhe Apotheke/Sparkasse zerstört, hängen Kabel heraus. Foto: ca

Defekter Hauptstromkasten am Platz Am Sande wird seit Monaten nicht repariert

ca Lüneburg. Die beiden Absperrgitter gehören inzwischen zum Mobiliar des Platzes Am Sande wie Buswartehäuschen und Bänke: Seit Monaten sichern sie die Überreste eines zerstörten Sicherungskastens. Ein paar abisolierte Kabelenden ragen aus Müll und Laub, die sich in der Grube gesammelt haben. Vermutlich schon während des Stadtfestes im Juni vergangenen Jahres sei der Kasten in Höhe der Sparkasse umgefahren worden, glaubt sich ein Anwohner zu erinnern. Als die LZ jetzt im Rathaus anrief, schickte die Verwaltung einen Mitarbeiter aus dem Tiefbauamt los, der staunte vor Ort: „Das kann man doch nicht so offen lassen.“

Doch, konnte man. Vor allem: Die Stadt konnte. Denn der Stromverteiler gehört nicht dem Energieversorger E.on Avacon. „Der ist städtisch, das hängt mit Veranstaltungen zusammen“, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Diesen Sachstand ermittelte bis zum zweiten Anruf der LZ zwischenzeitlich auch die Stadt. Pressesprecherin Sarah Cramer von Clausbruch räumt ein: „Der Kasten gehört jeweils zur Hälfte der Stadt und der Marketinggesellschaft.“

Es ist der Hauptversorgungskasten für den Platz, er wird bei Veranstaltungen wie dem Stadtfest und den Sülfmeistertagen benötigt, um Bühnen, Stände und Karussells mit Strom zu beliefern. Seit Jahren betreut Elektriker Rolf Cordes die Energieversorgung der Feste. Er sagt, dass der Strom abgeschaltet sei und keine Gefahr vorliege. Ansonsten schweigt er und verweist an die Verwaltung.

Doch warum ist das Ganze nicht längst repariert? Offiziell halten sich mehrere Ansprechpartner bedeckt, doch ohne Namensnennung sagen sie, dass die alte Geschäftsführung das Thema beiseite geschoben habe, wohl auch aus Kostengründen. Bekanntlich hatte das Stadtmarketing im Jahr 2013 ein Minus in Höhe von 132000 Euro eingefahren, daran hatte die Gesellschaft im vergangenen Jahr noch zu knapsen. In der Folge ist der alte Geschäftsführer gegangen.

Seinen Posten hat kommissarisch Wirtschaftsförderer Gerhard Voigts übernommen. Der weiß nichts von „Liquidationsproblemen, das war vor meiner Zeit“. Man warte auf einen Kostenvoranschlag. Ansonsten nehme die Stadt zu dieser Frage Stellung. So eine Prognose ist offenbar keine große Sache. Ein Fachmann schätzt die Ausgabe aus dem Stand auf höchstens 5000 bis 6000 Euro. Eine vergleichsweise kleine Summe, der Etat fürs Stadtfest bewegte sich in vergangenen Jahren bei weit mehr als 100000 Euro.

Im Rathaus sagt auch Pressesprecherin Cramer von Clausbruch: „Wir warten auf einen Kostenvoranschlag.“ In den nächsten vier Wochen solls dann losgehen. Eigentlich ist auch keine Eile geboten, denn Stadtfest ist ja erst wieder im Sommer.