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Die Fütterung ist ein Baustein für den Erfolg im Stall von Marlies und Wolfgang Dittmer. Rund um die Uhr haben die Kühe etwas zu fressen, bekommen zusätzlich zu Mais- und Grassilage sowie Kraftfutter auch noch Heu. Foto: t&w
Die Fütterung ist ein Baustein für den Erfolg im Stall von Marlies und Wolfgang Dittmer. Rund um die Uhr haben die Kühe etwas zu fressen, bekommen zusätzlich zu Mais- und Grassilage sowie Kraftfutter auch noch Heu. Foto: t&w

Das Geheimnis der Milchprofis – Marlies und Wolfgang Dittmer aus Lüdershausen ausgezeichnet

off Lüdershausen. Montag, kurz nach elf, im Kuhstall von Wolfgang Dittmer. Es ist ruhig, die meisten Kühe liegen, nur vereinzelt steht eine Schwarzbunte am Fresstisch oder mit gespitzten Ohren im Laufgang. Nichts scheint besonders. Zumindest nicht auf den ersten Blick. Doch wenn der 62 Jahre alte Landwirt die jüngste Auswertung seiner 75 Kühe vorliest, sind selbst Fachtierärzte an der Tiermedizinischen Hochschule Hannover (TiHo) beeindruckt. Leistung, Eutergesundheit und Alter der Tiere sind rekordverdächtig. Für Dr. Nils Grabowski von der TiHo ein klarer Beweis: „Diesen Kühen geht es überdurchschnittlich gut.“

Vom Milchkontrollverein Elbe-Weser (MKV) ist Wolfgang Dittmer für seine „hervorragende Herdenleistung“ jetzt sogar zum „Milchprofi 2014“ ernannt worden, ein Preis, den der Verband in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben hat. „Mit dieser Auszeichnung wollen wir Betriebe belohnen, die nicht nur gute Leistungen, sondern auch eine gute Tiergesundheit vorweisen können“, sagt Regionalleiter Jürgen Thiele. Ausgewertet hat der MKV dafür insgesamt 387 Betriebe aus den Kreisen Lüneburg, Uelzen, Lüchow-Dannenberg, Soltau-Fallingbostel und Harburg (MKV-Region Ost), mit Abstand auf Platz eins: Wolfgang und Marlies Dittmer aus Lüdershausen. Sehr gute Platzierungen erreichten auch Marcus Dittmer aus Barum (Kreis Lüneburg) und Gerd Lütgens aus Brietlingen.

Insgesamt drei Werte stehen auf der Urkunde der „Milchprofis 2014“: Produktionsleistung (357 Eiweiß kg), Eutergesundheit Kontrollkühe (139000 Zellgehalt) und Lebensleistung (57519 Milch kg). Besonders beeindruckend für den Fachmann der TiHo Hannover: Eutergesundheit und Lebensleistung. „Da kann ich nur sagen, Hut ab! Das sind wirklich hervorragende Zahlen“, sagt er. Während die niedrige Zellzahl auf einen guten Gesundheitszustand der Kühe schließen lässt, zeigt die Lebensleistung: Im Schnitt erreichen Dittmers Kühe ein Alter von acht Jahren und werden damit doppelt so alt wie Niedersachsens Durchschnittskuh.

Dittmers Geheimnis? „Wir tun alles, damit sich unsere Kühe wohlfühlen“, sagt er. Die Tiere, die vor der Geburt nicht mehr gemolken werden, kommen auf die Weide. Die Liegeboxen werden sorgfältig gereinigt, die Klauen regelmäßig gepflegt. Neben Maissilage, Grassilage und Kraftfutter bekommen die Kühe zusätzlich Heu außerdem 24 Stunden Zugang zu Futter. „Beim Melken achten wir darauf, den Zwölf-Stunden-Rhythmus einzuhalten.“ Und im Umgang mit den Kühen gibt es bei Dittmers weder Hektik, noch Schreien. „Bei uns herrscht Ruhe und Freundlichkeit im Stall.“ Eine Philosophie, die ihnen die Kühe danken und die nun auch ganz offiziell belohnt wird.

In anderen Bundesländern gibt es Auszeichnungen wie die zum „Milchprofi“ schon seit mehreren Jahren. Ein klares Zeichen für ein neues Selbstverständnis in der gesamten Milchviehhaltung. „Früher stand die Milchleistung einer Kuh an erster Stelle“, sagt Jürgen Thiele vom Milchkontrollverein. „Heute legt man zunehmend Wert auf gute Gesundheit und eine lange Nutzungsdauer.“ Dazu gehören neue Ansätze in der Zucht. Dazu gehört aber auch ein möglichst hoher Kuhkomfort. „Und ein gutes Management der Betriebsleiter“, sagt Thiele.

Fragt man die Lüdershausener Wolfgang und Marlies Dittmer, ist unterm Strich vor allem eins entscheidend: „Ein Herz für Kühe gepaart mit Sachverstand und Spaß an der Arbeit.“