Donnerstag , 29. September 2016
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Ömer (v.l.), Andrej, Lukas, Furkan und Anel treffen sich oft zum Billardspielen im Jugendzentrum Salzhausen. Sie wünschen sich ein selbstverwaltetes Billardcafé. Foto: t&w
Ömer (v.l.), Andrej, Lukas, Furkan und Anel treffen sich oft zum Billardspielen im Jugendzentrum Salzhausen. Sie wünschen sich ein selbstverwaltetes Billardcafé. Foto: t&w

Jugendarbeit im Fokus – Sozialpädagogin will Konzept weiterentwickeln

emi Salzhausen. Ist das aktuelle Konzept der Jugendarbeit in Salzhausen veraltet? Fest steht: Seit es im Jahr 2008 entwickelt wurde, hat sich viel verändert. Neben der Arbeit im direkten Kontakt mit den Jugendlichen kümmert sich Jugendpflegerin Monika Rase heute um eine Vielzahl weiterer Aufgaben. „Ich komme an meine Grenzen, sagt die 54-Jährige. Gemeinsam mit Anke Nobis, Geschäftsführerin der Reso-Fabrik, hat sie ein Diskussionspapier erarbeitet, das als Grundlage für ein weiterführendes Konzept der Jugendarbeit herangezogen werden könnte. Das Schriftstück inklusive eines Haushaltplanentwurfes sorgte jetzt im Jugendausschuss der Gemeinde für Verwirrung. Vielen Ausschussmitgliedern war nicht klar, worüber sie eigentlich abstimmen sollten. Einige fühlten sich überrumpelt.

Als Monika Rase vor acht Jahren begann, als Honorarkraft im Salzhäuser Jugendzentrum (JUZ) zu arbeiten, hatte der Keller noch dreimal pro Woche geöffnet, heute steht er viermal pro Woche offen und zieht immer mehr Jugendliche an. Seit 2009 kümmert sich Rase als Vollzeitfachkraft der Reso-Fabrik, ein im Kreis Harburg tätiger, gemeinnütziger Verein, um die Jugendarbeit in Salzhausen.

Aus Sicht von Rase und Nobis hat sich die Jugendarbeit in der Gemeinde gut entwickelt. Damit der Prozess erfolgreich weitergeführt werden könne, müssten allerdings Ressourcen ausgebaut werden, machten sie jetzt klar. Dafür sei mehr Personal notwendig. Etwa, um ein Konzept für das selbstverwaltete Billardcafé zu entwickeln, das sich die Jugendlichen im Rahmen der Mitarbeit am Strategie- und Handlungskonzept Salzhausen 2025 gewünscht hatten. Auch die Zusammenarbeit mit den Schulen müsse ausgebaut werden.

An dieser Stelle schaltete sich Salzhausens Gemeindedirektor ein. Auch seitens der Lehrer sei eine engere Kooperation gewünscht, sagte Wolfgang Krause. Er schlug deshalb vor, das „Konzept“ von Rase und Nobis in einer Brückenschlag-Sitzung zwischen Schule, Kirche, JUZ und Gemeinde diskutieren zu lassen. Das ging der Ausschussvorsitzenden zu schnell, sie fühlte sich übergangen. „Ich habe das Gefühl, uns wird ein Konzept übergestülpt“, sagte Elisabeth Mestmacher. „Es müssen Ziele definiert werden. Ich möchte, dass wir auch mitreden und fordern dürfen!“

So hatte auch Lisa Ringwald die Beratungen zum Thema verstanden, ihre Fraktion (SPD) hatte extra einen eigenen Konzept-Entwurf mitgebracht. Schließlich fragte Petra Forche (SPD) irritiert: „Was sollen wir hier heute eigentlich machen?“ Bernd Hintze (CDU) forderte gar: „Ich will, dass wir das abbrechen!“

Schließlich verständigten sich die Jugendausschussmitglieder darauf, zeitnah ein Arbeitstreffen anzuberaumen, um sich ausführlich über das Thema auszutauschen. Die Ergebnisse sollen in die nächste Brückenschlag-Sitzung eingebracht werden.

Dass das Konzept der Jugendarbeit in Salzhausen weiterentwickelt werden muss, darüber waren sich alle Anwesenden einig. Nur die Diskussion über das Wie wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen.