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Dem Planwagen wird ein Rad fehlen, deshalb steht er schräg. Tischler Nico Jaeger (l.) und Montageleiter Marek Maciejewski sind mit dem Aufbau beschäftigt. Foto: be
Dem Planwagen wird ein Rad fehlen, deshalb steht er schräg. Tischler Nico Jaeger (l.) und Montageleiter Marek Maciejewski sind mit dem Aufbau beschäftigt. Foto: be

„Planwagenfahrt“ im Kurpark – Spielplatz wird umgebaut

mm Lüneburg. Gerade noch rechtzeitig vor dem Frost konnten die Arbeiter auf der Baustelle im Kurpark einen Planwagen aus Holz festbetonieren. Ein wichtiges Etappenziel, denn schon Ende Februar soll der bei Kindern wie Eltern beliebte Spielplatz wieder begehbar sein. Dann unter neuem Motto.

Einzigartig sei der modernisierte Spielplatz, denn „ein zweites Mal wird es so eine Anlage in Deutschland wohl nicht geben“, sagt Montageleiter Marek Maciejewski von der Firma merry go round aus Teltow. Das Einzigartige: Kinder können den Weg des Salzes nachspielen.

Das kommt an mit einem Schiff. Über Land soll das Weiße Gold, das einst die Stadt Lüneburg reich machte, weiter transportiert werden. Der Planwagen gerät ins Spiel. Jedoch gibt es ein Problem: Dem Gefährt fehlt ein Rad, der Wagen steht in Schieflage. Durch die Kippstellung ist er leichter zu erobern. Das geht über eine Kletterwand. Und es gibt noch mehr Klettergeräte, nämlich Bockstützen, die den Halterungen von historischen Pumpgestängen zur Salzförderung nachempfunden sind.

Auf dem Spielplatz kann auch das verlorene Wagenrad wiederentdeckt werden in Form eines kleines Karussells. Und auch umherliegende Ware kann aufgestöbert werden, das sind Holzelemente, die Salzsäcke und -kisten darstellen. Etwas aus der Rolle fällt eine Vogelnestschaukel, die ihren Platz zwischen Schiff und Planwagen hat. Für die neuen Spielgeräte hat die Stadt reichlich Geld in die Hand genommen, etwa 70000 Euro haben die beiden Bauabschnitte gekostet.

„Die alten Spielgeräte waren in die Jahre gekommen“, begründet Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck die Investition. An den Planungen waren auch Kinder beteiligt. „Das ist seit mehr als 20 Jahren üblich in der Hansestadt. Bei Neuanlage oder Umgestaltung von Spielgeräten werden die im Umfeld wohnenden oder auch Kita-Kinder und ihre Eltern miteinbezogen, vor allem auch in Neubaugebieten“, sagt Susanne Moenck.

Für den besonderen Spielplatz wurde nicht an den Materialkosten gespart. Es sei in diesem Fall keine „Stangenware“ verwendet, sondern vielmehr Holz aus Douglasie, Lerche und Robinie verbaut worden, sagt Maciejewski. Der erste Bauabschnitt, eine Wasser-Matsch-Anlage, wurde bereits im Jahr 2013 fertiggestellt. Für die Modernisierung wurden aus dem städtischen Etat damals 50000 Euro aufgewendet. Auch diese Anlage gehört zum neuen Motto: Ein Siedebecken, in dem Salz gekocht werden kann. Die Anlage ist rollstuhlgerecht. Richtig losgehen mit dem Plantschen kann es ab dem 15. Mai, dann wird auf allen städtischen Spielplätzen das Wasser wieder angestellt.

Noch steht nicht fest, wann mit dem vierten Bauabschnitt auf dem Kurpark-Spielplatz begonnen wird, es sollten noch weitere Sitzgelegenheiten und eine Balancierstange folgen.