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Der Verbindungsweg zwischen Kaland- und Haagestraße sollte einmal mit versenkbaren Pollern gesperrt werden. Die Lösung griff nie, nun sind die Hindernisse, die zuletzt schon reichlich schräg standen, abgebaut worden. Foto: t&w
Der Verbindungsweg zwischen Kaland- und Haagestraße sollte einmal mit versenkbaren Pollern gesperrt werden. Die Lösung griff nie, nun sind die Hindernisse, die zuletzt schon reichlich schräg standen, abgebaut worden. Foto: t&w

Es hat sich ausgepollert – Ein 22000 Euro teurer Irrtum der Lüneburger Verkehrspolitik ist nun Geschichte

ca Lüneburg. Sie waren so etwas wie Zeitzeugen der Lüneburger Verkehrspolitik, doch jetzt sind die beiden Poller, die zwischen Kaland- und Haagestraße noch windschief vor sich hindösten, verschwunden. 400 Euro hat sich die Stadt die Beseitigung nach eigener Auskunft kosten lassen. „Aus Gründen der Verkehrssicherheit wurden sie abgebaut“, sagt Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck. Die Zylinder hätten sich immer weiter geneigt und wären möglicherweise umgekippt.

Eigentlich waren mal vier der versenkbaren Hindernisse geplant gewesen. Über zwei Röhren lagen aber immer Platten, ein Auf und Ab gab es nie.

Die Geschichte reicht weit zurück. Mitte der 90er-Jahre wurde die Verkehrsberuhigung der Innenstadt umgesetzt. Der Platz Am Sande wurde auch wenn man das heute angesichts der vielen Busse, Taxen und Handwerkerwagen kaum glauben mag im Prinzip gesperrt. Anwohner und Politik hatten die Sorge, die Kalandstraße werde so zur Magistrale, um in Richtung Scharff-Kreuzung zu gelangen, man fürchtete zwischen Roter Straße und Johanniskirche ein Fahrzeugaufkommen wie auf einer Autobahn.

Da im Rathaus auch ungewöhnliche Ideen eine Chance haben, kamen beachtenswerte Vorschläge zusammen, sozusagen als Notwehr gegen die Blechlawine: Ein Graben sollte so angelegt werden, dass nur Lkw-Reifen das Hindernis hätten überwinden können. Auch ein Betonblock war eine Option, der hätte unwilligen Fahrern die Ölwanne vom Auto gerissen. Auch die Lösung Dreirad und Rutscheauto, nämlich eine Spielstraße, waberte durch die Diskussion und wurde dann auch Wirklichkeit.

Als das Bauamt und die Ratspolitiker die vielfältigen Geistesblitze im Aktenkeller in der Abteilung Kuriositätenkabinett verstaut hatten, kam man auf die Lösung, die noch heute Realität ist: Die Kalandstraße wurde in Höhe Schule unterbrochen, eine Zufahrt verbindet Kaland- und Haagestraße.

Doch zunächst hatten Anwohner Bedenken. Sie sahen sich verkehrsumtost, zumal Anlieger, darunter auch die LZ, noch Baupläne für die benachbarten Grundstücke hatten. Poller sollten des nächtens alles Hin und Her unmöglich machen. So wurden die versenkbaren Poller gesetzt. 22000 Euro teuer. Und nie gebraucht.