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Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (M.) befindet sich mit den Vertretern der Bürgerinitiativen auf einer Linie. Im Hintergrund haben Aktivisten die in 450 Meter Entfernung von Westergellersen verlaufende Variante einer Neubau-Bahntrasse mit Holzkreuzen markiert. Foto: dth
Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers (M.) befindet sich mit den Vertretern der Bürgerinitiativen auf einer Linie. Im Hintergrund haben Aktivisten die in 450 Meter Entfernung von Westergellersen verlaufende Variante einer Neubau-Bahntrasse mit Holzkreuzen markiert. Foto: dth

Schulterschluss für Lühmann-Variante – Landtagsabgeordnete und Bügerinitiativen treten für weiteren Ausbau der Bahnstrecke Lüneburg-Uelzen ein

dth Westergellersen. Kurz vor Beginn des „Dialogforums Schiene Nord“ in Celle übt die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers den Schulterschluss mit den hiesigen Bürgerinitiativen gegen Neubautrassen der Deutschen Bahn. Längst einig waren sich beide Seiten in ihrer grundsätzlichen Kritik an den von der Bahn vorgestellten Alternativ-Varianten zur umstrittenen Y-Trasse. Die Strecke soll dazu beitragen, die steigenden Güterverkehre aus den deutschen Nordseehäfen zu bewältigen. Verständigt haben sich Landtagsabgeordnete und BIs jetzt auf einen gemeinsamen Favoriten als Alternativvorschlag: den Ausbau der Bestandsstrecke Lüneburg-Uelzen sowie weitere Ertüchtigungen der Strecken Rotenburg-Verden, der Amerika-Linie sowie einer Verdichtung zwischen Nienburg und Wunstorf. Diskutiert wird jener Vorschlag unter dem Titel „Lühmann-Variante“, benannt nach der SPD-Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann aus dem Wahlkreis Celle-Uelzen. Im vergangenen Jahr wurde die SPD-Politikerin als Mitglied in den Aufsichtsrat der Deutschen Bahn AG berufen.

Nach dem Vorbild des „Aktionsbündnisses für die Ostheide“ im Kreis Uelzen haben in den vergangenen Wochen auch die Westergellerser östlich und westlich ihrer Gemeinde die zwei diskutierten Neubautrassen Ashausen-Unterlüß und As­hausen-Suderburg mit großen Holzkreuzen symbolisch abgesteckt. Gemeinsam mit Tanja Kohnke-Wensing von „Keine Trasse durch Gellersen“ sowie Eberhard Leopold vom nördlichen Dachverein „Bürgerbündnis für die Nordheide“ und weiteren Mitstreitern vergegenwärtigte sich gestern Landtagsabgeordnete Schröder-Ehlers noch einmal die Nähe der möglichen Neubautrassen zu den Dörfern im westlichen Teil des Landkreises Lüneburg. Als sich im vergangenen September die BI in Westergellersen formierte, sprach seinerzeit auch Schröder-Ehlers vor den besorgten Bürgern in der vollen Mehrzweckhalle. Sie teilte die Kritik und warnte zugleich vor einem Ausbau der Bestandsstrecke über Lüneburg. „Den Ausbau der Bestandsstrecke können wir den Lüneburgern nicht antun“, hatte sie gesagt. Das hört sich nun anders an.

Schröder-Ehlers: „Ich sage immer noch ganz klar, dass nach dem dreigleisigen Ausbau Stelle-Lüneburg weitere Gleise im Norden Lüneburgs nicht zu machen sind.“ Gleichwohl: „Die Fortführung des dreigleisigen Ausbaus von Lüneburg nach Uelzen erscheint mir als ein gangbarer Kompromiss aber nur mit zusätzlichem Lärmschutz.“ Nun will Schröder-Ehlers auch bei ihren Landtagskollegen für die Lühmann-Variante werben.

Auf diesen Kurs hatten sich jüngst auch die Vertreter der Bürgerinitiativen bei einem Treffen in Walsrode verständigt, den sie mit ihren Vertretern beim Dialogforum ab Freitag in Celle verfolgen wollen.

Insgesamt wird sich das vom Land initiierte Dialogforum aus 74 Teilnehmern zusammensetzen, das teilt die mit der Moderation beauftragte Agentur „vom Hoff Kommunikation“ mit. Sprecher Marcel Winter: „Darunter befinden sich 18 Vertreter von Bürgerinitiativen. Politische Repräsentanten aus Kommunen und Kreisen belegen 38 Plätze. Zudem werden auch Verbände sowie weitere Institutionen vertreten sein.“

Darunter ist auch der „Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland“ (BUND) vertreten, der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hingegen nicht. Das kritisiert Fritz Kaune, Beirat der Nabu-Kreisgruppe Uelzen. Zur Begründung habe es aus dem zuständigen Ministerium geheißen, dass der Nabu bisher weniger in der Diskussion in Erscheinung getreten sei. Kaune und Mitstreiter rufen nun Nabu-Mitglieder auf, Eingaben beim Niedersächsischen Verkehrsministerium und der Agentur „vom Hoff“ zu tätigen, um einen Forums-Sitz für den Nabu zu erstreiten.

Die Bürgerinitiativen haben derweil Pläne für eine Demonstration am Freitag beim Tagungshotel in Celle zurückgestellt, das teilt Eckehard Niemann vom Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen (LBU) mit. „Aber etliche Mitglieder von Bürgerinitiativen werden wohl vor dem Tagungsort mit Schildern eine Art von Begrüßung und begleitender Ermunterung der Dialogforums-Teilnehmer stattfinden lassen.“ Diese Kundgebung werde von Vertretern des „Aktionsbündnisses für die Ostheide“ angemeldet werden.