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Entlasten wollen CDU und UWG im Samtgemeinderat Amelinghausen das kreiseigene Gymnasium in Oedeme. Dazu soll die Ausnahme, dass Kinder aus der Gemeinde Soderstorf das Gymnasium in Salzhausen besuchen dürfen, auf die ganze Samtgemeinde ausgeweitet werden. Foto: A/t&w
Entlasten wollen CDU und UWG im Samtgemeinderat Amelinghausen das kreiseigene Gymnasium in Oedeme. Dazu soll die Ausnahme, dass Kinder aus der Gemeinde Soderstorf das Gymnasium in Salzhausen besuchen dürfen, auf die ganze Samtgemeinde ausgeweitet werden. Foto: A/t&w

Gymnasium Salzhausen soll Oedeme entlasten

dth Amelinghausen. Aus der Ausnahme soll eine Regel werden: Mehrheitlich hat sich der Samtgemeinderat Amelinghausen dafür ausgesprochen, sich beim Landkreis Lüneburg dafür einzusetzen, allen Schülern der Samtgemeinde grundsätzlich eine „landkreisübergreifende Beschulung“ zu ermöglichen: So solle Amelinghausener Schülern der Weg zum Gymnasium in Salzhausen im Kreis Harburg eröffnet werden. Inwieweit das umsetzbar ist, bleibt offen. Ein weiteres Thema der jüngsten Sitzung des Samtgemeinderates am Dienstagabend war die Ausschreibung von Ökostromlieferungen.

Angesichts der Diskussion um die starke Nachfrage am Gymnasium im Schulzentrum Oedeme in der Stadt Lüneburg, holte die Gruppe CDU/UWG einen Antrag von 2011 wieder aus der Schublade. Die Ausnahme, die einst für Kinder der Gemeinde Soderstorf geschaffen wurde, das Gymnasium Salzhausen zu besuchen, solle nun auf die ganze Samtgemeinde Amelinghausen ausgeweitet werden. CDU-Mann Dominik Wehling sieht darin ein Mittel, die Amelinghausener Schüler wohnortnäher unterzubringen und gleichzeitig das Gymnasium Oedeme zu entlasten: „So können wir dort Druck aus dem Kessel nehmen!“ Dafür stieg der Druck bei Wolfgang Marten (SPD): „Es ist nicht unsere Aufgabe, dem Landkreis zu sagen, wie er seine Schulpolitik machen soll!“

Für eine kreisübergreifende Beschulung sprach sich auch Gisela Plaschka (FDP) aus. Der Vorwurf seitens Detlev Schulz-Hendel (Grüne), sie sei wegen ihrer Tätigkeit als Lehrkraft in Salzhausen befangen, wurde in der Sache von Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker (parteilos) zurückgewiesen.

Und Wehling von der CDU legte nach: „In anderen Bereichen halten wir in Amelinghausen Angebote vor, weil wir es unseren Bürgern nicht zumuten wollen, dafür extra nach Lüneburg zu fahren.“ Beispielsweise die Kfz-Zulassungsstelle. „Wa­rum muten wir das dann unseren Kindern zu?“

Oskar Bauer (SPD) warf in die Waagschale, dass der Landkreis Lüneburg pro Schüler in Salzhausen rund 4800 Euro jährlich an Ausgleichszahlungen an Harburg leisten müsse. Der Grüne Schulz-Hendel: „Und außerdem ist unsere Schule auch die IGS Embsen.“ Verwaltungschef Völker meinte, dass die „Schülerlandverschickung nach Oedeme noch verträglich“ sei. Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und Völker setzten CDU/UWG und Plaschka den Antrag durch.

Zu Beginn der Ökostrom-Debatte freute sich Detlev Schulz-Hendel (Grüne), dass sich auch bei der Bürgermeisterrunde Ende Januar herauskristalliert habe, dass „endlich die Zeit reif sei, benötigte Stromlieferungen auszuschreiben“. Dem pflichtete ungewohnt harmonisch CDU-Fraktionschef Dominik Wehling bei: „Grundsätzlich unterstütze ich das.“ Die Mehrkosten von mehr als 2800 Euro im Jahr seien „zu verkraften“ oder gegebenenfalls an anderer Stelle im Haushalt der Samtgemeinde einzusparen.

Kritisch äußerte sich dazu Wolfgang Marten (SPD), mit Blick auf eine ähnlich gefasste Entscheidung zuletzt auf Landkreisebene: „Beim Landkreis hat das dazu geführt, dass wir jetzt Ökostrom von einem Wasserkraftwerk in Österreich beziehen. Wollen wir das?“ Denn die Ausschreibungskriterien sehen offenbar vor, dass nur Ökostrom aus nicht geförderten Erneuerbaren Energien-Anlagen bezogen wird. Oskar Bauer (SPD) sah vor diesem Hintergrund die Mehrkosten als „rausgeschmissenes Geld“, da sei es sinnvoller, der Rathausverwaltung einen neuen, stromsparenden Geschirrspüler zu kaufen. Dazu der Grüne Schulz-Hendel: „Wir können auch beides machen.“ Mehrheitlich, bei fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung, sprach sich der Rat fraktionsübergreifend dafür aus, für die Jahre 2016 und 2017 sich an der Ausschreibung für Ökostromlieferungen zu beteiligen. Der Rat behält sich die abschließende Entscheidung, ob „Normal-“ oder „Ökostrom“ bezogen werden soll, vor.

One comment

  1. Dafür stieg der Druck bei Wolfgang Marten (SPD): “Es ist nicht unsere Aufgabe, dem Landkreis zu sagen, wie er seine Schulpolitik machen soll!”
    nein, eure aufgabe ist, für lösungen zu sorgen. gute vorschläge gehören dazu. ich finde parteien zum kotzen. deren vereinsbrillen sorgen dafür, dass die bürger mehr leiden müssen, als es notwendig wäre.