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Pickenpack zählt zu den größten Tiefkühlfischproduzenten in Deutschland. Trotzdem ist die Lage schwierig für das Unternehmen: Das Werk hat Personal abgebaut. Foto: A./t&w
Pickenpack zählt zu den größten Tiefkühlfischproduzenten in Deutschland. Trotzdem ist die Lage schwierig für das Unternehmen: Das Werk hat Personal abgebaut. Foto: A./t&w

Die Chance nach Pickenpack

ca Lüneburg. Für 67 ehemalige Beschäftigte des Tiefkühlfischherstellers Pickenpack gibt es neue Jobchancen, sie entwickeln in einer Transfergesellschaft neue Perspektiven. Rund 20 von ihnen können Praktika in Betrieben ableisten und haben Aussicht auf eine feste Anstellung in den jeweiligen Unternehmen. Die anderen Kollegen sind noch dabei, sich zu orientieren, zudem durchlaufen ein Dutzend Betroffene Fortbildungen. Diese erste Bilanz ziehen Dr. Gert Beelmann und sein Mitarbeiter Daniel Weitze von dem Unternehmen Quotac, das die Transfergesellschaft managt.

Wie berichtet, durchlebt Pickenpack raue Zeiten: Handelsketten drücken die Preise, viele Anbieter drängeln sich auf dem Markt. In der Vergangenheit gab es zudem Kritik aus dem Arbeitnehmerlager, das Pickenpack-Chef Finnbogi Baldvinsson und seinen Kollegen schlechtes Management vorwarf. So hatte es geheißen, dass Geschäftsführer auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen haben. Zudem empfinden Arbeitnehmer ein Schwesterunternehmen im ostfriesischen Riepe als Konkurrenz, die Produktion abziehe.

Im Herbst vergangenen Jahres fanden Geschäftsleitung, Betriebsrat und Gewerkschaft NGG einen Kompromiss: War zunächst von 170 Entlassungen die Rede gewesen, wurde die Zahl auf 90 gedrückt. An die richtete sich auch die Transfergesellschaft, die den Übergang zu einem anderen Arbeitgeber möglich machen sollte.

Beelmann und Weitzel nennen Beispiele für die Wünsche der Betroffenen, von denen viele keine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen, aber über Jahre an der Lüner Rennbahn tätig waren. So möchten einige Frauen im Hauswirtschaftsbereich von Pflegeeinrichtungen arbeiten. Die Transfergesellschaft bemüht sich, ihnen einen Einblick zu gewähren, wenn es gut läuft, steht am Ende ein neues Arbeitsverhältnis.

Aber auch Maschinenführer und Staplerfahrer suchen Stellen. Für sie kann Qualifizierung nötig sein. Sie müssen mit anderen Geräten als gewohnt fahren und eventuell Hochregallager bestücken. In Praktika lernen sie neue He­rausforderungen kennen und beherrschen. Gleichzeitig können interessierte Personalchefs in Unternehmen sehen, ob die Betreffenden in ihre Firma passen. Beelmann räumt ein, dass er und seine Mitarbeiter am Ende wohl nicht alle 67 Teilnehmer in neue Jobs vermitteln können, aber wohl die meisten. Daher suche Quotac noch Betriebe, die Beschäftigte brauchen und Praktikumsplätze anbieten. Kontakt unter Tel.: (04202)52200 oder (0176) 64245837.

One comment

  1. Ich war seit meiner ersten Vertragsunterschrift noch unter der Geschäftsführung Jan und Thies Pickenpack fast 30 Jahre in dem Unternehmen tätig als Verkaufsleiter, unter dem damaligen Vertriebsleiter Peter Brand, letztes Jahr wurde ich von heute auf Morgen beurlaubt, ohne jemals eine Abmahnung oder geschweige eine Kündigung bekommen zu haben, man spricht im Volksmunde „der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken“.
    Auch unter dem Familienunternehmen Pickenpack hatten wir Probleme, doch wir hatten Manager, die ihr Handwerk verstanden und ein Unternehmen auch bei rauer See durchbrachten in den sicheren Hafen.
    Oberste Priorität hatte immer der Ertrag, es wurden keine Geschäfte, egal ob Aldi oder Rewe, mit Verlust abgeschlossen. Wenn ihre Zeitung schreibt, dass durch den Wettbewerb mit anderen Anbietern die Welt sich für das Unternehmen so gewandelt hat ins Negative und hierdurch große Verluste gebracht hat, weis doch jeder „Insider“, wer der Verursacher ist…..
    Ich frage mich, wie lange sich die Familien Aktiengesellschaft Pacifik Andes dieses Management noch erlauben kann. Um nicht den Standort Lüneburg zu gefährden, gibt es nach meiner Erfahrung nur eine Möglichkeit, sich so schnell wie möglich von dieser „Führungsriege“ zu trennen.
    Mit freundlichen Grüßen, nach Lüneburg
    Michael Heuter