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Maulwürfe sind dieser Tage wieder fleißig am Werk. Besonders im Kurpark haben sie ganze Arbeit geleistet, die kleinen Erdhügel stehen dort dicht an dicht. Ein Anblick, der viele Menschen verwundert oder verärgert. Foto: be
Maulwürfe sind dieser Tage wieder fleißig am Werk. Besonders im Kurpark haben sie ganze Arbeit geleistet, die kleinen Erdhügel stehen dort dicht an dicht. Ein Anblick, der viele Menschen verwundert oder verärgert. Foto: be

Maulwürfe machen Kurpark zur Kraterlandschaft

jdr Lüneburg. Erdhügel wohin das Auge blickt Talpa europaea, der in unseren Gefilden beheimatete Europäische Maulwurf, hat den Lüneburger Kurpark fleißig untertunnelt und eine erstaunliche Kraterlandschaft hinterlassen. „Der ganze Rasen ist umgepflügt“, ärgert sich der Lüneburger Herbert Klement und findet: „Das ist kein schöner Anblick.“ Der ehemalige Naturbeauftragte der früheren Bezirksregierung stört sich an der Kulisse, die das ausdrücklich per Gesetz geschützte Tier hinterlassen hat. Zwar sind die kleinen Haufen immer mal wieder in Lüneburgs schönster Grünanlage zu sehen, doch seiner Einschätzung nach „gab es noch nie so viele Maulwürfe, alle 40 Zentimeter ist ein Erdhügel zu sehen“. Ästhetikfreund Klement sei zwar bewusst, dass man nicht gegen das Tier vorgehen darf, wohl aber am Erscheinungsbild der Grünflächen feilen kann. „Ich habe kein Rezept, aber ich wünsche mir, dass etwas gegen die Haufenflut unternommen wird.“

Für Thomas Mitschke, Vorsitzender des Naturschutzbundes Lüneburg, ist die Wahrnehmung der Maulwurfs-Überpopulation subjektiv. „Unsere Natur funktioniert so das Problem liegt hier eindeutig beim Menschen, beim falschen Verständnis von Ordnung und Sauberkeit“, findet der Naturschützer. Dass der Maulwurf in dieser Jahreszeit aktiver ist, führt Mitschke auf die Futtersuche der Tiere zurück. Die aktuell eher feuchte und lockere Erde ermögliche es ihnen, anders als bei trockenem oder hartem Boden auch oberflächennah auf Beutejagd zu gehen. „Zudem ist der Maulwurf ein sehr geräuschempfindliches Tier, und momentan ist im Kurpark einfach weniger los, kaum Erschütterung, das nutzt er natürlich aus“, erläutert der Experte.

Bei der städtischen Tochtergesellschaft Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH, die für die Pflege der öffentlichen Grünanlagen in der Hansestadt zuständig ist, versichert Frank Stanowski, kommissarischer Leiter des Betriebshofes: „Wir machen das, was in unserer Macht steht: die Flächen abharken, sie damit glätten und den Boden durch Tritte wieder verdichten. Mitunter werden hier und dort auch Rasensamen nachgesät.“ Das werde beizeiten geschehen, noch vor der Mähsaison. Stanowski stellt aber klar: „Wir stellen keineswegs Fallen auf oder lauern den Tieren sonst irgendwie auf der Maulwurf ist streng geschützt, denn er ist ein für die Bodenstruktur nützliches Tier.“

8 Kommentare

  1. Maulwurf der Erste

    warum fliegen eigentlich die menschen nach den kanaren? unser kurpark sieht doch ähnlich aus.

    • entweder heißt es „nach den kanaren HIN“ oder „auf die Kanaren“.

      • Nein! Niemand fliegt „nach den Kanaren hin“. Man fliegt entweder „auf die Kanaren“, „über die Kanaren“ oder „auf den Kanaren“ (zum Beispiel Heißluftballon). „HIN“ kann man allenfalls „zu den Kanaren“ schwimmen, paddeln oder treiben (z. B. als Wasserleiche) oder lang in einer Bar „auf den Kanaren“ schlagen bzw. angelegentlich „mit den Kanaren“ über seine Luftmatratze pinkeln. „Nach den Kanaren“ kann dann zwar nicht mehr viel kommen, aber vor dem Segelflug „nach dem Handkompass“ untersucht man dann doch erstmal den Rasen im Kurpark.

        Übrigens, im Zuge der Ermittlungen um den BND-Untersuchungsausschuß des Bundestages (Maulwurfbefragung) hat sich Hans Leyendecker von der Süddeutschen überraschend zurückhaltend zu den harten Übergriffen der Staatsanwaltschaft auf Journalisten geäußert. Wörtlich bezeichnete Leyendecker die Übergriffe als „Quatsch“, als „überflüssig“ und „lästig“: „Das ist kein richtiger Anschlag auf die Pressefreiheit“. Milde gestimmt zeigte sich Leyendecker auch in seiner Sicht auf die Korruptionsaffären in Sachsen und anderswo („Mätzchen, einfach nur Mätzchen“), auf die erhöhten Milchpreise („beeindruckt mich nicht“), den Streik der Lokführer („pah!“), den neuen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche („da lachen doch die Hühner“), die Waldbrände auf den Kanaren („keine richtige Katastrophe“) und um Hiroshima („Budenzauber“). In weiteren Nachrichten: Die Prophetin Kassandra erwartet eine positive Gesamtbilanz für 2015, im Grunde sei „alles in Butter“, so eine Pressemitteilung: „Ich freue mich auf eine entspannte und unaufgeregte zweite Jahreshälfte.“

        • (@ Kurt) Ich weiß das „nach den Kanaren hin“ falsch ist. Allerdings kann man hier die meisten Leute nicht „öffentlich“ auf ihre Fehler hinweisen (ohne das diese sich dann in endlooooose Beiträge ergiessen WIESO/WESHALB/WARUM). Deshalb habe ich es mit etwas Ironie versucht.

          • karl valentin hätte ihnen bestimmt eine passende antwort gegeben. menschen, die meinen , fehler zu monieren, sollten mal darüber nachdenken, ob diese vielleicht mit absicht gemacht wurden. so mancher charakter kommt da zum vorschein. manchmal ist man dann hin und weg.

          • Ron, die unbelehrbare Dickfälligkeit, die Sie meinen, ist hier schon tausende Male angesprochen worden, im Guten, im Direkten und im Indirekten, so wie unten. Aber sie ist per definitionem eben unbelehrbar. Da hilft nur Ignorieren. Den Verkehrslärm an der Scholze Kreuzung und die Palminschwaden an der Lüner Rennbahn 9 beachten Sie ja auch schon lange nicht mehr.

            »Skepsis sucht nach Stärken, Pseudoskepsis lauert auf Schwächen. Skepsis wartet ab, Pseudoskepsis drängt sich auf. Die Schaumkrone der Pseudoskepsis bildet die Verschwörungstheorie, welche die Beweislast mithilfe des Zweifels schlicht umdreht: Zweifel an A werden als Beweis für B betrachtet. Idiotien werden als “Tests” deklariert. Und im Nachhinein war sowieso jede begangene Dummheit genau andersherum “gemeint”. Wer reagiert, hat verloren. Er hat sich “Schuhe” angezogen und ist vom Eselsdung zum Esel gemacht worden. “Wer mit einem Scheißdreck rammelt – er gewinne oder verliere: er gehet beschissen davon”, warnte bereits Luther.« http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/214659-lueneburgs-steuer-pirouetten-auf-hotelbetten#comment-34989

            »Klaus Bruns , hören Sie auf, anderen in Ihrem fürchterlich selbstgefälligen Überlegenheitswahn “Schuhe” bereitzustellen und sich darüber zu freuen, wenn sie sich diese – wie allein SIE meinen – “anziehen”, während sie in Wirklichkeit nur naiv, wohlmeinend und dumm genug waren, auf Sie zu reagieren!« http://www.landeszeitung.de/blog/blog-jj/213379-die-archillesferse-des-lueneburger-oberbuergermeisters#comment-34255

  2. Jasmin Pötzel, ich könnte ihnen ja jetzt mit goethe antworten, aber ich glaube, es lohnt nicht. lesen und verstehen, ist hier oft zweierlei. sie dürfen sogar diesen kommentar übersehen. warum tun sie es nicht?

  3. Wir erschrecken über unsere eigenen Sünden, wenn wir sie an anderen erblicken.

    Johann Wolfgang von Goethe