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Auf dieser noch unbebauten Fläche zwischen der Dorette-von-Stern-Straße und dem Grundstück der Asylbewerber-Unterkünfte am Meisterweg sollen Wohnungen entstehen. Foto: be
Auf dieser noch unbebauten Fläche zwischen der Dorette-von-Stern-Straße und dem Grundstück der Asylbewerber-Unterkünfte am Meisterweg sollen Wohnungen entstehen. Foto: be

Speicherviertel soll wachsen

as Lüneburg. Auf dem zehn Hektar großen Gelände der ehemaligen Standortverwaltung zwischen Meisterweg, Rabensteinstraße und der Bahnlinie Lüneburg-Lübeck wächst seit Jahren das Speicherquartier. Wohnen, Gewerbe und die Kulturbäckerei haben das Viertel neu belebt. Im nördlichen Bereich hatte die Lebenshilfe einst ihre Werkstätten ansiedeln wollen, doch daraus ist nichts geworden. Nun plant die Stadt, diesen Teilbereich einer anderen Nutzung zuzuführen: Vor allem Wohnungen sollen entstehen. Dazu muss der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Das Thema beschäftigt den Bauausschuss in seiner Sitzung am Montag, 23. Februar.

1,2 Hektar groß ist die Fläche, die sich zwischen der Dorette-von-Stern-Straße und dem Grundstück der Asylbewerber-Unterkünfte am Meisterweg befindet. Im bestehenden, rechtskräftigen Bebauungsplan ist sie noch als Gewerbegebiet ausgewiesen. Künftig soll dort Mischgebiet festgelegt werden. Damit könnten dort Gebäude mit einer maximalen Länge von 50 Metern mit zwei bis drei Vollgeschossen sowie Staffelgeschoss für Wohnungen entstehen. Denn Wohnraum ist in Lüneburg stark nachgefragt, laut Gesetzesvorgabe sind die Kommunen zur Innen- vor Außenverdichtung verpflichtet. Ausgeschlossen sind große Lebensmittelmärkte und Geschäftshäuser, damit keine Konkurrenzsituation zu den benachbarten Versorgungszentren Loewe-Center und dem geplanten Lebensmittelmarkt im Hanseviertel entsteht.

Die Haupterschließung erfolgt über die Dorette-von-Stern-Straße, von der aus eine Stichstraße mit Wendehammer ins Gebiet gehen soll. An dieser geplanten Straße sollen Stellplätze angeordnet sein. Im geänderten B-Plan wird auch festgesetzt, dass ein Drittel des Energiebedarfs für die Wohngebäude aus regenerativen Energien erzeugt werden muss.

Neben einem Verkehrs- sowie Umweltgutachten liegt der Stadt auch ein Lärmgutachten vor. Danach überschreitet der Gewerbelärm der angrenzenden Betriebe im Speicherquartier weder tags noch nachts die geltenden Immissionsrichtlinien. Durch den zusätzlichen Straßenverkehr ist nicht mit erheblich mehr Lärm zu rechnen. Bezüglich des Lärms, der von der Eisenbahnstrecke ausgeht, heißt es, dass die Grenzwerte tagsüber eingehalten, nachts aber „überwiegend überschritten“ werden. Deshalb sollen Wohn- und Schlafzimmer zur lärmabgewandten Seite entstehen, Schlaf- und Kinderzimmer bei Bedarf schallgedämmte Lüftungen erhalten.

Laut Stadtbaurätin Heike Gundermann soll die Satzung für den geänderten Bebauungsplan noch in diesem Jahr vom Rat beschlossen werden. Als Bauherr ist unter anderem die Lüneburger Wohnungs GmbH (Lüwobau) im Gespräch.