Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Dichter Qualm steigt über der westlichen Altstadt auf. Ein Dachgeschoss in der Unteren Ohlingerstraße ist in Brand geraten. Foto: be
Dichter Qualm steigt über der westlichen Altstadt auf. Ein Dachgeschoss in der Unteren Ohlingerstraße ist in Brand geraten. Foto: be

Brand in der Altstadt: Schock am Morgen +++ mit LZplay-Video

us Lüneburg. „Ich wurde um kurz vor sieben Uhr durch Geräusche und Knistern geweckt und dachte zuerst, es würde regnen. Als ich dann die Tür zum Dachboden öffnete, schlug mir schon Rauch entgegen“, erzählt Martina Robinson. Sie wohnt an der Unteren Ohlingerstraße in der Westlichen Altstadt, direkt neben dem Haus, das gestern Morgen am Dach lichterloh brannte.

Kurz vor 7 Uhr brach das Feuer im Haus Nummer 30 aus. Schnell griff es auch auf das Nebenhaus Nr. 29 über. Mit vier Löschzügen rückte die Lüneburger Feuerwehr an, mehr als 70 Einsatzkräfte brachten das Feuer am Vormittag schließlich unter Kontrolle. Ein Bewohner wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.
Löste Zigarette den Brand aus?

Nach ersten Ermittlungen war das Feuer in der Dachgeschosswohnung eines 55 Jahre alten Bewohners ausgebrochen. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass eine glimmende Zigarettenkippe den Brand ausgelöst hat. „Der Bewohner der Wohnung wollte das nicht ausschließen, wir ermitteln aber weiter“, sagte Polizeipressesprecherin Antje Freudenberg. Nach Schätzungen der Polizei liegt der Schaden im sechsstelligen Bereich.

„Wir wurden um 6.56 Uhr alarmiert“, berichtete der stellvertretende Stadtbrandmeister Volker Gätjens, der den Einsatz vor Ort leitete. Bis auf ein Glutnest, das die Feuerwehr in einer Zwischendecke von Haus 30 vermutete, hatte sie den Brand früh unter Kontrolle gebracht, um die Mittagszeit waren sämtliche Löscharbeiten abgeschlossen. Neben dem Dachgeschoss, das komplett ausbrannte, war auch die darunter liegende Wohnung zu Schaden gekommen, „zum Teil durch das Löschwasser, aber auch durch einen Rohrbruch in der direkt angrenzenden Heizungsanlage, vermutlich durch die Hitze“, sagte Gätjens.

Nachbarin Martina Robinson, die mit ihrem Sohn Devin in Nr. 29 wohnt, berichtet: „Die Häuser 30 und 29 gehören zusammen und sind im Dachgeschoss nur durch eine Pappwand getrennt. Es ist ein Jammer, das Haus wurde erst vor zwei Jahren komplett renoviert, vor einem halben Jahr wurde der Dachstuhl erneuert.“ Wann sie ihre Wohnung wieder betreten kann, konnte sie gestern noch nicht sagen. „Wir werden jetzt erstmal bei meiner Tochter unterkommen, die in der Nachbarschaft wohnt.“

Einsatzleiter Gätjens geht nicht davon aus, dass die betroffenen Wohnungen schon in Kürze wieder bewohnbar sein werden: „Der Brandgeruch geht quer durchs ganze Haus, da ist derzeit kein längerer Aufenthalt möglich.“ Etwa 15 Personen mussten gestern ihre Wohnungen verlassen, teils eilten sie noch in Schlafanzug oder Bademantel auf die Straße. Für die Betroffenen hat die Stadt Notunterkünfte angeboten, „aktuell gibt es aber keinen Bedarf“, erklärte Stadtpressesprecherin Sarah Cramer von Clausbruch. Die jetzt obdachlos gewordenen Bewohner seien bei Freunden untergekommen.

Viel Lob für die Feuerwehr verteilte Nachbarin Hana Weissmann. „Die Einsatzkäfte waren ruckzuck da, das war wirklich toll“, sagte die Bewohnerin des Hauses 28. Sorge bereitet ihr allerdings die Enge der Straße: „Hier parken immer sehr viele Autos. Zum Glück waren viele Besitzer noch zu Haus und konnten ihr Fahrzeug entfernen. Vielleicht wäre es doch sinnvoll, hier mal über ein Parkverbot nachzudenken“, regt Hana Weissmann an.