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Von ihrer Idee eines essbaren Campus wollen die Studenten Diego Gatica Correa und Mariel Starkgraff jetzt die Uni-Nachbarschaft am Bockelsberg überzeugen. Foto: t&w
Von ihrer Idee eines essbaren Campus wollen die Studenten Diego Gatica Correa und Mariel Starkgraff jetzt die Uni-Nachbarschaft am Bockelsberg überzeugen. Foto: t&w

Nachbarschaftsprojekt am Bockelsberg: Studenten wollen Grünflächen der Leuphana bewirtschaften

mm Lüneburg. Auf dem Uni-Campus an der Scharnhorststraße sollen Gärten entstehen. Am Boden, an Wänden und auf Dächern. Ein Biotop gibt es auf dem Leuphana-Gelände bereits, allerdings sind viele der übrigen Grünflächen noch ungenutzt. Doch sie könnten gemeinschaftlich bewirtschaftet werden. Das ist die Idee einer Gruppe von Studenten. Sie haben deshalb die Nachbarschaftsinitiative „Essbarer Campus“ ins Leben gerufen.

Für das gemeinsame Gärtnern an der Leuphana wollen die Studenten Anwohner vom Bockelsberg gewinnen. Darüber hinaus sollen auch Menschen, die nicht in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, mit einbezogen werden. Ein erstes Treffen für Informationen und Austausch ist geplant für Donnerstag, 19. Februar, 17.30 Uhr, im Geschwister-Scholl-Haus, Carl-von-Ossietzky-Straße 9. Vorab erklären die Gruppenvertreter Diego Gatica Correa und Mariel Starkgraff der LZ, wie sie auf die Idee kamen und nun das Campus-Bild nachhaltig verändern wollen.

Triebfeder für das Projekt „Essbarer Campus“ ist eine Bachelorarbeit im Fach Umweltwissenschaften. Die von Diego. Sie ist für ihn der Anstoß, über ein neues Projekt in Lüneburg nachzudenken. In der Arbeit beschäftigt sich der 25-Jährige mit den Mapuche, einer indigenen Bevölkerung in Teilen von Chile und Argentinien. Von ihnen möchte eine Dorfgemeinschaft eine eigene Schule errichten. „Sie wollen dabei selbst bestimmen, wie gelernt und die Umgebung gestaltet werden soll“, sagt Diego. Er denkt weiter, stellt sich die Frage, ob auch in Lüneburg „so ein Traum verwirklicht werden könnte“. Sein Traum ist der von öffentlichen Gärten in der Stadt. Und er braucht gar nicht viel weiter zu denken. Der Raum wäre da. An der Uni, wo selbstbestimmt gelernt werden soll. Und wo es genügend Gestaltungpotenzial im Grünen gibt.

Diego sucht sich gleichgesinnte Studenten. Sie treiben das Projekt voran. Ohne dafür aber Kreditpunkte für ihr Studium einzuheimsen. Ihr Antrieb ist die reine Freude am gemeinschaftlichen Gärtnern. Es könnten etwa Blumenbeete angelegt und Obstbäume gepflanzt werden. Nach oben schaut Mariel Starkgraff: „An Gebäudewänden könnten sich Pflanzen hochranken.“ Auch sollten die teils begrünten Dächer wie auf der Uni-Bibliothek zum Gärtnern genutzt werden.

Anklang findet die Idee auch bei der Uni-Leitung. Über ihren Ombudsmann ließen die Studenten die Verwaltung von ihren Plänen unterrichten, die stehe der Idee aufgeschlossen gegenüber, sagt Diego.

Nun sollen die Nachbarn am Bockelsberg mit eingebunden werden. Um erste Aufmerksamkeit zu erzeugen, haben die Studenten Postkarten gestaltet. Das Motiv zeigt eine grobe Kartierung vom Campus mit Stellen, an denen schon Essbares gedeiht. Die Postkarten landen in den Briefkästen am Bockelsberg. Die Adressaten sollen ankreuzen, ob sie den Nachbarschaftsgarten unterstützen würden, und die Karte dann wieder in einer der aufgestellten Sammelboxen abgeben.

Diskutiert werden soll das Konzept beim erwähnten Info-Treffen im Geschwister-Scholl-Haus. Dann wird auch der Film „Sprechende Gärten“ gezeigt, der von sieben Gartenprojekten in Berlin berichtet. Weiter ist eine Baumführung am Dienstag, 24. Februar, 14 bis 16 Uhr, auf der Spielwiese zwischen Bibliothek und Studio 21 bei der Konferenzwoche „Klima.Wandel.Gerechtigkeit“ geplant.

Bei einer Träume-Werkstatt am Sonnabend, 28. Februar, 12 bis 17 Uhr, auf der Mensa-Wiese sollen noch mehr Ideen gesammelt werden. Fragen gibt es noch viele: Was gehört zum Garten? Wo können Flächen genutzt werden? Was soll wachsen? Wie werden Beete und neue Grünflächen gepflegt und wer ist dafür verantwortlich? Die Ergebnisse der Werkstatt werden in unterschiedlichen Formen präsentiert wie Malen, Tanzen, Schreiben und Modellieren. Es folgt die Dokumentation der Bilder, Träume und Ergebnisse. Und im Frühjahr könne dann der Anbau beginnen, hoffen Diego und Mariel.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dafür beim Yooweedoo Ideenwettbewerb 2015 unter www.wettbewerb.yooweedoo.org/wettbewerb2015/ abstimmen.