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Ausschnitt aus dem offiziellen Musikvideo zur Leuphana Konferenzwoche: Die Studenten haben mehr als  350 Programmpunkte in ihrem ersten Semester auf die Beine gestellt. Foto: YouTube
Ausschnitt aus dem offiziellen Musikvideo zur Leuphana Konferenzwoche: Die Studenten haben mehr als 350 Programmpunkte in ihrem ersten Semester auf die Beine gestellt. Foto: YouTube

Studenten präsentieren Ergebnisse des ersten Semesters an der Leuphana bei Konferenzwoche + + + Mit LZplay-Video

mm Lüneburg. Die Stadt kannten viele von ihnen im letzten Jahr noch nicht. Etwa 1500 Erstsemester haben im Oktober 2014 ihr Studium an der Leuphana Universität begonnen. Sie haben sich seither ausgiebig mit dem Thema Nachhaltigkeit in sämtlichen Lebensbereichen beschäftigt. Nun ist das erste Uni-Semester vorüber, zum Abschluss steht die Konferenzwoche „Klima.Wandel.Gerechtigkeit“ vom 24. bis 26. Februar an. Und der Forschungsnachwuchs hat in mehr als 60 Seminaren aus dem für alle verpflichtenden Modul „Wissenschaft trägt Verantwortung“ mehr als 350 Programmpunkte auf die Beine gestellt. Daran mitgewirkt hat auch das Seminar „Urbane Universität“.

Das Ziel der urbanen Universität: Lüneburger Bürger sollen mehr ins studentische Leben an der Uni und drumherum eingebunden werden. Wie bei dem Projekt urbane Mensa, die in etwa vergleichbar wäre mit der Tafel. Denn es sollten Menschen aus unterschiedlichen Schichten und Altersgruppen an einem zentralen Treffpunkt in der Stadt zusammenkommen, um gemeinsam zu speisen. Am ehesten sollten Nahrungsmittel, die sonst im Haushalt über wären oder in Supermärkten wegen minderer Qualität aussortiert würden, für die Zubereitung von Gerichten verwendet werden.

Ein anderes menschliches Grundbedürfnis ist Gegenstand der Gruppe Tauschrausch: nämlich Kleidung. Die Studenten organisierten einen Kleidertauschmarkt am Campus Rotes Feld. „Die Leute standen Schlange, es sind mehr als 200 gekommen, darunter viele Familien“, berichtet BWL-Studentin Jannika Niermann. Die Kunden bekamen für ihre abgegebenen Kleidungsstücke Wertmarken, mit denen sie sich dann andere aussuchen konnten. Auch für die übrig gebliebenen Klamotten gab es noch Verwendung, sie wurden an Flüchtlinge gespendet.

Dem Tauschgeschäft verschrieben hat sich eine weitere Gruppe aus dem Seminar. Vertrauensvoller Austausch tauften sie ihr Projekt. Geteilt werden sollen immaterielle Güter. Und zwar nach dem Prinzip Biete/Suche. Etwa: „Ich biete Stricken und suche Gitarrenunterricht“, erklärt Student Maximilian Hellmuth. Erste Angebote werden an Pinnwände geheftet. Die Gelegenheit dazu gibt es bei der Konferenzwoche am Mittwoch, 25. Februar, ab 16.30 Uhr auf der Spielwiese.

Ebenfalls Mittwoch wird der urbane Veranstaltungskalender präsentiert. Die Idee: Über eine Internetseite sollen Veranstaltungen wie Lesungen, Theater und Konzerte angekündigt werden. Die Studenten stellten die Frage: „Wie schaffen wir es, Studenten und Nichtstudenten besser zusammenzubringen?“ Zudem sei es für Neulinge in der Stadt nicht immer leicht, über Veranstaltungen auf dem Laufenden zu bleiben. Der Kalender soll Abhilfe schaffen.

Im Hörsaalgang, in Vorlesungssälen und auf der Spielwiese zwischen Uni-Bibliothek und Fitnessstudio wird die Konferenzwoche mit Leben gefüllt. Die Studenten laden die Bevölkerung ein, sich ein eigenes Bild zu machen und den Campus zu besuchen. Ein ausführliches Programm gibt es auf der Internetseite: http://www.leuphana.de/konferenzwoche.html.

2 Kommentare

  1. Jesses, das klingt ja alles sehr nach dem leicht überkandidelten Missionierungseifer von Menschen, die ganz neu einer fidelen Erlösungssekte beigetreten sind.

    Und für diesen peinlichen Kokolores unter dem Karnevalsmotto “Wissenschaft trägt Verantwortung“ MUSS man tatsächlich ein ganzes Semester opfern?

    Wird an der Leuphana eigentlich auch studiert? Oder lernt man dort nur, wie man fremde Leute mit seinen albernen Konzepten für gehobene Kindergeburtstagsfeiern bedrängt?

    Herrn Redaktionsstudiensassessor Maximilian Matthies möchte ich fragen: Wie habe ich mir „einen Punkt“ vorzustellen, den man „auf die Beine stellen“ kann? Könnten Sie mir davon mal eine Skizze machen?

    • Jolanthe Frömberg

      Applaus, Applaus !

      Ich war von 2006 bis 2012 als Undergraduate und Graduate an der Stanford School of Earth Sciences, wo ich Biophysik (Cellular Biophysics) studiert habe, bevor ich zur Promotion nach Göttingen gegangen bin.

      Auf den Gedanken, uns zu zwingen (bzw. zu „verpflichten“), uns ein volles Semester lang als Transmissionsagenten des Hochschulmarketings missbrauchen zu lassen, damit wir uns in den Städten San Francisco und Palo Alto den dortigen Stadtbewohnern als „Brückenbauer in die Gesellschaft“ aufdrängen, e.g. als Reklameabgesandte der „Urbanen Universität“ Klinken putzen und die Kalifornischen Bürger „aus unterschiedlichen Schichten und Altersgruppen“ ins „studentische Leben an der Uni und drumherum einbinden“ (= für die „Relevanz“ der Uni trommeln und werben), ist dort niemand gekommen.

      Wir durften uns vom ersten Tag an, unseren Studieninteressen widmen und hatten Lehrer, die uns vom ersten Tag an als gleichberechtigte Gesprächspartner ernst genommen haben. Und nie hat irgendwer vom „Forschungsnachwuchs“ versucht, verkaufspropagandistische „Programmpunkte auf die Beine zu stellen“ und uns als „brand ambassadors“ in so eine „organisierte“ Vermarktungsinitiative zu nötigen.

      Das Abenteuer, uns unser urbanes Umfeld zu „erschließen“, haben wir als „Studierende“ trotzdem genossen, — ganz allein und ohne uns vom Universitätspräsidium dabei gängeln zu lassen.