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Wie sich das Bild von der Welt wandelt, zeigen die berühmte Kopie der Ebstorfer Weltkarte und historische Globen. Foto: t&w
Wie sich das Bild von der Welt wandelt, zeigen die berühmte Kopie der Ebstorfer Weltkarte und historische Globen. Foto: t&w

Mit einem Festakt in der Johanniskirche und rund 1000 Besuchern an der Willy-Brandt-Straße öffnete das Museum Lüneburg + + + Mit Fotogalerie, Programm und LZplay-Video

oc Lüneburg. Am Tag eins wurde das Museum Lüneburg geflutet. An die 1000 Besucher strömten in die sieben Säle, die an der Willy-Brandt-Straße das Mit- und Gegeneinander von Natur, Mensch und Kultur vermitteln. An diesem regenreichen 1. März hätte die Sonne ruhig scheinen dürfen. Denn Lüneburg hat sein kulturelles Gedächtnis zurückbekommen. Das neue Haus vereint die Bestände von Fürstentum- und Naturmuseum mit denen der Stadtarchäologie zu einem Ort, der Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen will.

Die Eröffnung begann mit einem Schlüsselbund samt kleinem Engel, den Superintendentin Christine Schmid beim Festakt in der Johanniskirche an Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder übergab. Am Ende stand die symbolische Schlüsselübergabe durch den Architekten Jörg Springer. Dazwischen war Zeit zu Dank, Rück- und Ausblick. „Wir sichern die Zukunft unserer kulturellen Herkunft“, sagte Oberbürgermeister Ulrich Mädge zu dem 11-Millionen-Euro-Bau, der vor drei Jahren begonnen wurde. Mädge wertete das Museum als „Höhepunkt“ der neu geordneten Museumslandschaft und betonte, wie sehr Kultur die Identität der Stadt spiegelt: „Wir sehen die Ausgaben für Kultur nicht als Kosten, sondern als Investition.“

Zu den Aufgaben, die sich Museen stellen müssen, bezog die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajic, Position. Museen seien Wissensspeicher und Orte kultureller Bildung, „und sie sind öffentlicher Raum, in dem sich Menschen begegnen und austauschen“. Kulturelle Teilhabe und Öffnung für neue Publikumsschichten seien zentrale Herausforderungen. Mit Projekten wie „Theater trifft Museum“, „7 Tage – 7 Räume“ und einer preislich sehr moderaten Jahreskarte sei man in Lüneburg auf gutem Wege.

Die Johanniskirche als Ort für den Festakt war gefüllt wie bei großen Konzerten oder zu Weihnachten. Eine Videowand übertrug Musizierende und Redende ins Seitenschiff. Das neue Museum sei eine „Kultureinrichtung, die eine große Bereicherung für die niedersächsische Museumslandschaft darstellt“, befand Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin der Niedersächischen Sparkassenstiftung und Geschäftsführerin der VGH-Stiftung. Sie hatte bereits bei einem vorausgegangenen Sponsorenempfang am Sonntagmittag eine „spannende, zeitgemäße Dauerausstellung“ gesehen, die Medien sparsam, aber sehr wirkungsvoll einsetze.

In diese Richtung ging auch Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas, der in launigen Worten die hautnahe Inszenierung auch wertvoller historischer Sammlungsgegenstände hervorhob. Die Klosterkammer gehört mit neun wertvollen Exponaten zu den wichtigen Leihgebern des Museums. Wie Hans Eveslage, Präsident der Stiftung Niedersachsen, vertrat Biallas zudem wichtige Förderer des Baus. Die Kosten übernahm etwa zur Hälfte die Stadt Lüneburg, neben Stiftungen und Sponsoren trugen die Europäische Union, auch der Landkreis Lüneburg, zur Realisierung bei.

Eveslage erinnerte an die schwierige Ausgangslage mit einem Museum, dessen Ausstellung „in die Jahre gekommen“ war. Zugleich musste eine nur sehr lückenhafte Inventarisierung auf den Stand der Zeit gebracht werden. Wie wichtig es ist, Exponate in Beziehung zu setzen, ihre Bedeutung in sinnigem Kontext zu präsentieren, machte in einem knappen, anschaulichen Festvortrag Prof. Dr. Hansjörg Küster von der Universität Hannover deutlich. Er spielte dabei ein wenig mit den Kernbegriffen des Museum, also dem Zusammenklang von Natur, Mensch und Kultur.

Musikalisch begleitet wurde der Festakt vom Motettenchor St. Johannis und vom Blechbläserensemble Lappland. Um bei den vielen Reden des Festakts zügig durchzukommen, solle man doch zwischen den Beiträgen nicht klatschen, hatte Dr. Heike Düselder bei der Begrüßung vorgeschlagen. Das Publikum sah das anders. Szenenapplaus gab es, als Oberbürgermeister Mädge die Museumsdirektorin als „Glücksgriff“ für Lüneburg bezeichnete. Dr. Düselder, die ihr Amt im August 2012 antrat, als die grundsätzliche Konzeption bereits festgelegt war, habe seither „viele mitgenommen, begeistert und Vorurteile abgebaut“.

Die Stadt Lüneburg, sagte die Direktorin, sei selbst ein Exponat. Das ist eine große Herausforderung für Museumsmacher.

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Video von Hans-Martin Koch:

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Architekt Jörg Springer bei der Eröffnung des Museums Lüneburg: Video-Interview von Hans-Herbert Jenckel

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Hier eine aktuelle Fotogalerie: Fotos: JJ

 

sp Lüneburg. Lüneburg. Drei Jahre waren es vom Spatenstich für die Erweiterung bis zur Eröffnung – jetzt ist es soweit: Das neue Museum Lüneburg an der Willy-Brandt-Straße öffnet feierlich seine Pforten. Nach dem großen Festakt an diesem Sonntag, 1. März 2015, laden Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder und ihr Team von Montag bis Sonntag (2. bis 8. März) täglich von 11 bis 17 Uhr zur Eröffnungswoche ein. Alle Lüneburger und Gäste haben dann bei freiem Eintritt die Gelegenheit, das völlig umgebaute, erweiterte und neu konzipierte Haus ausführlich kennen zu lernen. Das neue Museum ist eines der größten Bauprojekte Lüneburgs seit den 1960er-Jahren. Es präsentiert die Stadt- und Regionalgeschichte von der Eiszeit bis ins 21. Jahrhundert mit Wandbildern, Texten und rund 1300 Exponaten in Vitrinen und Räumen.

Vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Museum, ebenso wie aus den Bereichen Bau und Kultur der Hansestadt Lüneburg fast rund um die Uhr gearbeitet, damit das Haus nun Lüneburgs Geschichte und das Zusammenspiel von Natur- und Kulturgeschichte ganz neu präsentiert. Oberbürgermeister Ulrich Mädge dankt allen Akteuren ganz herzlich: „Bildung und Kultur gehören zusammen und ich freue mich schon darauf, Schulklassen durch das Museum laufen zu sehen. Dieses Projekt ist eine Investition in unsere Zukunft.“

Zur Eröffnung erwartet die Hansestadt unter anderem Niedersachsens Kulturministerin, Gabriele Heinen-Kljajić. Sie sagt: „Mit dem Museum wird die Stadt Lüneburg um einen Ort der kulturellen Begegnung reicher. Hier ist es auf beeindruckende Art gelungen, die Museumslandschaft neu zu ordnen und fit für die Zukunft zu machen. Dazu gratuliere ich herzlich.“

Hervorgegangen ist das neue Haus aus dem Museum für das Fürstentum Lüneburg, dem Naturmuseum und der Lüneburger Stadtarchäologie. Das Ausstellungskonzept im Museum Lüneburg verbindet die vormals in verschiedenen Häusern getrennten Bereiche Natur, Kultur und Archäologie unter einem Dach, ganz modern und mit modernen Medien. Sieben Abteilungen beleuchten in wechselnden historischen Zusammenhängen die Rolle des Menschen als Nutzer und Gestalter der Umwelt. Dabei umfassen die kulturhistorischen Sammlungen früheste archäologische Spuren des Menschen bis zur Kunst der Gegenwart. Die Bestände der naturkundlichen Sammlungen verfügen über zoologische, botanische und geologische Objekte, die vor allem die heimische Natur abbilden. Und die Sammlungen der Stadtarchäologie dokumentieren die materielle Kultur und Lebenswelt des Mittelalters und der Neuzeit in Lüneburg. Das interdisziplinäre Ausstellungskonzept bringt die drei Sammlungsbestände zusammen und verzahnt sie miteinander. Erstmals wird in Lüneburg auch die Zeit des Nationalsozialismus abgebildet.
In der Dauerausstellung zeigt das Museum einzigartige Exponate, darunter die Reproduktion der Ebstorfer Weltkarte, die Lunasäule, das Pferdeskelett aus Rullstorf, einen Einbaum aus dem späten Mittelalter und besondere Funde der Stadtarchäologie.

So interdisziplinär, wie das Haus angelegt ist, freut sich Museumsdirektorin Dr. Heike Düselder besonders auch auf die künftig noch intensivere Zusammenarbeit mit ganz verschiedenen Kultureinrichtungen aus Stadt und Region. „Wir haben damit bereits in der Bauphase begonnen, es wurden Lesungen, Vorträge oder auch eine große Modenschau ins Haus geholt. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft gehen und setzen hier allesamt auf ein möglichst offenes Konzept, das hoffentlich Anklang findet.“ Immerhin bietet das neue Haus auf insgesamt 3150 Quadratmetern Raum dafür – plus: eine ganz neue Perspektive auf die Innenstadt dank der großen Terrasse mit Café direkt an der Ilmenau.

Das Büro Heidenreich & Springer Architekten aus Berlin hat den Erweiterungsbau realisiert, das Büro Ikon aus Hannover gestaltete die Dauerausstellung.

Die Baukosten in Höhe von rund 11 Mio. Euro tragen die Hansestadt Lüneburg und der Landkreis Lüneburg mit Hilfe von Fördermitteln der EU (EFRE) und einer Reihe von Stiftungen, darunter die Stiftung Niedersachsen und die Klosterkammer Hannover. Klosterkammer-Präsident Hans-Christian Biallas sagt: „Ich freue mich sehr, dass der ambitionierte Plan eines Museumsneubaus, in dem sich verschiedene Sammlungen vereinen, nun so einen guten Abschluss findet. Die Klosterkammer ist hierbei in zweierlei Hinsicht beteiligt: Auf der einen Seite unterstützen wir das Vorhaben mit einer Fördersumme von 300.000 Euro, auf der anderen Seite sind wir Leihgeber von neun Exponaten. Ich bin mir sicher, dass der Neubau, aber vor allem die Kunstgegenstände, viele neugierige und interessierte Besucher anlocken werden.“

Die Niedersächsische Sparkassenstiftung hat gemeinsam mit der Sparkasse Lüneburg die Neukonzeption der Museumsausstellung ermöglicht. Dr. Sabine Schormann, Stiftungsdirektorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, die die Neugestaltung von Beginn an inhaltlich begleitet hat, erläutert: „Die Gestaltung folgt neuen Konzepten und wurde in enger Abstimmung zwischen Architekten und Gestaltern entwickelt. Durch dieses Zusammenwirken ist eine interdisziplinäre Ausstellung entstanden, die Lust auf das Museum und seine Inhalte macht.“

 

Achtung, zeitweise Verkehrsänderung an der Scharff-Kreuzung am Sonntag

Mehr als 800 Gäste erwartet die Museumsstiftung Lüneburg zur feierlichen Eröffnung des neuen Museums am kommenden Sonntag, 1. März 2015. Besonderheit: Die Gäste nehmen an einem gemeinsamen kurzen Umzug teil von der St. Johanniskirche, in der die Festreden zu hören sind, zum Museum selbst, wo dann die offizielle Schlüsselübergabe stattfindet. Sonntagnachmittag wird es darum zeitweise eng an der Scharff-Kreuzung. Die Hansestadt bittet alle Verkehrsteilnehmer um besondere Umsicht und ein wenig Geduld vor Ort. Vor allem Autofahrer, die das Parkhaus Stadtmitte (am Wasserturm) nutzen wollen, sowie Buskunden halten bitte die Augen offen, da nicht alle Wege und Routen so zur Verfügung stehen wie sonst an verkaufsoffenen Sonntagen.

Was Autofahrer wissen sollten:
– Stadteinwärts bleibt die Zufahrt über Altenbrückertor- und Ilmenaustraße, zum Beispiel zum Karstadt-Parkhaus, den ganzen Tag über möglich
– In der Zeit ab 15.30 Uhr bis etwa 16.30 Uhr bleibt stadteinwärts das Straßenstück hinter der Ilmenaustraße bis zur St. Johanniskirche einschließlich der Straßen dazwischen auch für Busse, Taxen oder etwa Anlieger komplett gesperrt. In dieser Zeit ist auch das Park-Haus Stadtmitte (am Wasserturm) nicht erreichbar. Die Sperrung wird nur so lange aufrecht erhalten, bis der Umzug beendet ist.
– Für die Zeit des Umzugs wird die Rechtsabbiegespur der Altenbrückertorstraße in Richtung Willy-Brandt-Straße komplett für die Fußgänger zur Verfügung gestellt.
– Die übrigen Spuren stadtauswärts bleiben allesamt befahrbar, Autofahrer können von dort auch rechts abbiegen in die Willy-Brandt-Straße, sollten aber bitte besonders vorsichtig sein. Die Polizei regelt den Verkehr.

Was Buskunden wissen sollten:
– Die Busse der KVG fahren in der Zeit von 13 bis 15 Uhr und nach 17 Uhr so wie sonst auch üblich an verkaufsoffenen Sonntagen. Sie nutzen in dieser Zeit also auch den Platz Am Sande zum Ein- und Aussteigen.
– In der Zeit zwischen 15 und 17 Uhr weichen die Busse auf die Routen aus, die sonst zum Bespiel beim Stadtfest genutzt werden. Der Haupthalt ist in diesen Stunden nicht am Sand, sondern am Clamartpark.
– Aushänge an den Bushaltestellen informieren über die jeweiligen Änderungen.

 

Das Programm der Eröffnungswoche

 

FOTOS: Hans-Jürgen Wege

 

Alles rund ums Museum:

Alle Schätze sind schon da – Das neue Museum an der Willy-Brandt-Straße bekommt nun seinen Feinschliff

Viel Gewusel im neuen Museum

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Beim Museumsbau muss Stadt erneut drauflegen

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