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Ihr Mini-Bolide soll gewinnen: Lenny, Hanno, Clemens und Jan (v.l.) vom Gymnasium Oedeme. Foto: t&w
Ihr Mini-Bolide soll gewinnen: Lenny, Hanno, Clemens und Jan (v.l.) vom Gymnasium Oedeme. Foto: t&w

Landesmeisterschaft der Mini-Formel 1: Team Lusio hofft auf den Titel

mm Lüneburg. Mit durchschnittlich 240 km/h rasen die Boliden in der Formel 1 über die Rennstrecke. Der kleine Flitzer aus dem Rennstall Lusio schafft als Spitzengeschwindigkeit 100 km/h aus dem Stand. Denn besonders auf eines kommt es bei der Landesmeisterschaft um den schnellsten Formel 1-Mini-Boliden an: einen guten Start zu erwischen.

Der Start, zwei Tage vor der Meisterschaft, ist für das Team Lusio vom Gymnasium Oedeme allerdings holprig. Denn ein Mitglied fehlt bei der letzten Teambesprechung, ist krank geworden. Kjell wird die Landesmeisterschaft von „Formel 1 in der Schule“ morgen in Wolfsburg verpassen. Die vier anderen Jungs aus dem Team geben sich dennoch zuversichtlich: „Zusammen schaffen wir das.“ Zusammen müssen sie jetzt noch ihrem Auto den letzten Schliff geben.

Aus einem Stück Holz wurde der Mini-Rennwagen gefräst. Er ist etwas länger als die Handfläche seines Konstrukteurs, Jan Henze aus der 6. Klasse. Der Elfährige hält den frisch in Blau lackierten Flitzer vor sich gestreckt, nennt Eckdaten: „Knapp 65 Gramm schwer, 20,4 Zentimeter lang, etwa 90 km/h schnell, angetrieben durch eine Gaspatrone.“

Als nächstes müssten die Räder montiert werden. Das passiert erst, nachdem letzte Absprachen getroffen wurden. Wie wichtig die sind, haben die Schüler während der einjährigen Vorbereitungsphase auf die Meisterschaft gelernt. Die Rollen sind klar verteilt: Teamchef, Konstrukteur, Designer, Produktionsingenieur und Ressourcenmanager. Alles muss Hand in Hand gehen. Das hat bisher funktioniert.

Zuerst musste die Finanzierung gewuppt werden, das Team sammelte rund 500 Euro von Sponsoren. Dann wurde das Fahrzeug mit einer Software am Computer konstruiert und im virtuellen Windkanal immer wieder getestet. Nun steht die Jungfernfahrt bevor: Das Meisterschaftsrennen. Es geht um die schnellste Fahrzeit und eine gelungene Präsentation, die wird von einer Jury bewertet. Der Sieg wäre die Qualifikation für die Bundesmeisterschaft. Die Chancen stehen für das Team Lusio nicht schlecht. „Eigentlich sind wir schon Landesmeister, denn in unserer Alterklasse treten nur wir an“, sagt Teamchef Lenny Koch. Doch es muss die Mindestpunktzahl erreicht werden.

Das will auch das Senior-Team Dark Chance wieder schaffen und an den Erfolg aus dem vorigen Jahr anknüpfen. Damals bestiegen die fünf Schüler das Siegertreppchen, wurden Erster. „Wir müssen uns behaupten, wenn wir wieder weiterkommen wollen“, sagt Jonas Richter aus der 10. Klasse. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Dark Chance aber auch nicht. Das Fahrzeug sei komplett überarbeitet worden, einen Protoytypen gab es schon beim Sommerfest 2014.

Das vierte Mal geht Dark Chance an den Start, das jüngere Team Lusio zum ersten Mal mit vielen Tipps von den Erfahrenen. Etwa, dass beim Start auch die Reaktionszeit gemessen wird, bis der Mini-Bolide lossaust. Durch den Antrieb mit der Gaspatrone sind die Flitzer nach dem Start am schnellsten, werden dann langsamer, könnten am Ende aber unsanft gestoppt werden. Das darf nicht passieren. Denn bricht etwa der Front-Spoiler ab, hagelt es Minuspunkte. Die Teams sehen sich für alle Eventualitäten gewappnet: „Wir haben viel simuliert und getestet, jetzt bekommen die Fahrzeuge ihre Bewährungsprobe“, sagt Konstrukteur Jan.

19 Teams aus Niedersachsen und Bremen werden in Wolfsburg starten.