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Alle nach Oedeme  das geht nicht. Wie lassen sich Schülerströme lenken, ohne die Wahlfreiheit der Eltern und ihrer Kinder massiv einzuschränken? Diese Frage könnte aus Sicht der CDU ein Dialogforum zum Thema klären. Foto: t&w
Alle nach Oedeme das geht nicht. Wie lassen sich Schülerströme lenken, ohne die Wahlfreiheit der Eltern und ihrer Kinder massiv einzuschränken? Diese Frage könnte aus Sicht der CDU ein Dialogforum zum Thema klären. Foto: t&w

Planen statt reagieren – CDU regt Dialogforum zur Lenkung der Schülerströme an

ahe Lüneburg. Trotz der Einsicht bei der Verwaltung und der politischen Gegenseite, die nach heftiger Kritik vom ursprünglichen Vorhaben mit strikten Vorgaben abgerückt sind und die Fesseln wieder gelöst haben, ist beim Thema Lenkung der Schülerströme die Kuh aus Sicht der CDU noch nicht vom Eis. „Jetzt ist eine grundsätzliche Planung erforderlich“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende Günter Dubber. Er und seine Parteikollegen aus der Stadt Lüneburg möchten Schulleiter, Verwaltungsfachleute, Politiker, Eltern- und Schülervertreter an einen Tisch bringen, damit alle gemeinsam nach Gründen für die unterschiedliche Beliebtheit der Gymnasien suchen und mögliche Konzepte zur besseren Verteilung der Schülerströme bei größtmöglicher Wahlfreiheit erarbeiten. Gleichzeitig üben die Christdemokraten scharfe Kritik am Vorgehen der Kreis- und der Stadtverwaltung.

„Wir waren sehr verwundert, wie hier mit Bürgern und politischen Gremien umgegangen wurde. Nur abnicken lassen, was man vorhat, das kann es nicht sein. Das Vorgehen hatte schon absolutistische Züge“, verschießt Niels Webersinn, Fraktionsvorsitzender im Lüneburger Rat, verbale Giftpfeile in Richtung Landrat und Oberbürgermeister. „Wir haben in Lüneburg Bürgerversammlungen zu fast jedem Thema, selbst bei Straßenumbenennungen, nur ausgerechnet hier nicht, wo doch so viele davon betroffen sind. Das zeugt entweder von mangelndem Respekt gegenüber den Bürgern, oder die beiden Verwaltungschefs sind doch nicht mehr so fit in ihrem Handeln, wie sie vor der jüngsten Kommunalwahl noch behauptet haben. Wir können uns doch nicht ständig über schwindende Wahlbeteiligung beklagen und hier den Eltern suggerieren, dass ihre Meinung nicht zählt.“

Dubber spricht von „Gutsherrenart“, nach der die beiden SPD-Verwaltungschefs neue Regeln für den Zugang zu den Gymnasien hätten durchsetzen wollen mit einem „Schulbezirk für Oedeme durch die Hintertür“. Stattdessen sei nun die Zeit, „endlich aufzuhören, nur zu reagieren und Einzelfälle zu regeln durch das Verschieben von Containern“, sondern langfristig zu planen. „Wir fordern das seit langem.“

Auch wenn das Gymnasium Oedeme nach dem Einlenken nun wieder siebenzügig werden könnte, sei damit das grundsätzliche Problem der unterschiedlichen Beliebtheit der Schulen nicht gelöst. Deshalb hatte Dr. Gerhard Scharf im Schulausschuss bereits vorgeschlagen, die an Schule Beteiligten in einem Dialogforum zusammenzubringen. Für die Arbeit in diesem Forum sähe er drei Kernthesen als gesetzt: „Wir wollen alle keine Schulbezirke. Wir möchten alle den Eltern so weit wie möglich ihre Wahlfreiheit lassen. Und die Schulträger möchten ihre bestehenden Schulen vernünftig auslasten und ausbauen. Grundsätzlich haben wir in Lüneburg ja eine positive Entwicklung und müssen nicht wie andere Städte und Kreise Schulen schließen. Aber Stadtschule und Landkreisschule diese Unterscheidung würde ich persönlich gar nicht machen.“

Dieses Dialogforum könnte Regeln festlegen, welches Gymnasium wie viele Schüler aus welchen Bereichen aufnimmt. Denn, und da sind sich die Christdemokraten mit den Verwaltungen einig, eine Schule immer weiter ausbauen, während eine andere leersteht, das wäre eine Verschwendung von Steuergeld. Scharf macht daher deutlich: „Auch in der Dialog­runde muss man klarmachen: Auch ohne Schulbezirke muss man die Elternwünsche in gewissem Maß kanalisieren. Es können nicht alle nach Oedeme, wenn gleichzeitig die Raabe-Schule halb leer stünde.“ Bei der Runde soll es deshalb auch Ursachenforschung für das Anwahlverhalten geben. Warum wollen so viele nach Oedeme? Wie lässt sich gegebenenfalls die Attraktivität der anderen Gymnasien steigern? Lassen sich pädagogische Angebote miteinander abstimmen?

Für Dubber wäre ein solches Forum „Gold wert für der Schulentwicklungsplanung. Wichtig wäre, alle Schulen, also auch die Gymnasien außerhalb der Stadt Lüneburg da einzubeziehen“. Die Runde müsste auch nicht jedes Jahr in gleicher Besetzung tagen, wenn man sich auf die Grundregeln geeinigt habe und sich das Verfahren eingespielt hätte, reiche es aus, wenn dann wieder die Schulleiter allein zusammenkommen es sei denn, es gäbe wieder eine gravierende Änderung.

Aus Sicht der CDU sollte das Dialogforum nun so früh wie möglich zusammenkommen. Scharf: „Die Verwaltungen sind am Zug. Der Vorschlag steht.“

 

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