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Bis Ende 2016, so der ehrgeizige Plan der Samtgemeinde Elbmarsch, soll das Glasfasernetz für schnelle Internetverbindungen fertig sein. Voraussetzung: 60 Prozent der rund 5000 Haushalte ziehen mit. Foto: A
Bis Ende 2016, so der ehrgeizige Plan der Samtgemeinde Elbmarsch, soll das Glasfasernetz für schnelle Internetverbindungen fertig sein. Voraussetzung: 60 Prozent der rund 5000 Haushalte ziehen mit. Foto: A

Schnelles Internet für Bürger in der Samtgemeinde Elbmarsch zum Greifen nah

pet Marschacht. Mit Bandbreiten von 25, 50, 100 oder sogar 200 Mbit/s im Internet surfen, Videos ansehen, soziale Netzwerke nutzen oder Informationen austauschen für die meisten Haushalte in der Samtgemeinde Elbmarsch könnte das bis zum Jahresende 2016 Realität werden. Und für viele Kommunen, auch im Landkreis Lüneburg, in denen der Ausbau des Internets stockt, könnte die Elbmarsch zum Vorbild werden. Einzige Bedingung: 60 Prozent der Haushalte in den Gemeinden Tespe, Marschacht und Drage müssen bis zum 30. April einen Vertrag über die Installation eines Glasfaseranschlusses unterzeichnen.

„Eine längere Vorgeschichte“ habe die Einführung eines leistungsfähigen Breitbandnetzes in der Samtgemeinde, berichtete Bürgermeister Rolf Roth in Marschacht, wo das Projekt vorgestellt wurde. Und auf dem Weg dorthin seien bei Aufsichtsbehörden viele „dicke Bretter“ zu bohren gewesen. Dabei sei die Breitbandversorgung in der Samtgemeinde Elbmarsch „dramatisch schlecht“, wie Uwe Krabbe von der Beratungsfirma „LAN Consult“ erklärte. Nur wenige Prozent der Haushalte erreichen aktuell eine Bandbreite von 50 Mbit/s und mehr.

Schon 2007 habe der Landkreis Harburg die Internetanbindung im Kreisgebiet verbessern wollen, aber alle Versuche scheiterten in den Folgejahren, erinnert sich Uwe Luhmann. Neben Diana Wodetzki ist er Vorstand der samtgemeindeeigenen Gesellschaft öffentlichen Rechts „Elbmarsch Kommunal Service“, kurz „Elbkom“, die den Aufbau des Kabelnetzes in der Samtgemeinde Elbmarsch vorantreibt.

Neuen Schwung bekam das Vorhaben, als man 2012 in der Samtgemeinde auf die Aktivitäten in der hessischen Gemeinde Eichenzell aufmerksam wurde. Die hatte es geschafft, mithilfe eines dafür gegründeten Eigenbetriebs, versierter Berater und eines Kabelnetzbetreibers schnelles Internet für ihre Einwohner bereit zu stellen.
Das Eichenzeller Projekt überzeugte auch die Kommunalpolitiker aus der Elbmarsch: Ende 2013 wurde die „Elbkom“ gegründet, Ende vergangenen Jahres einigte man sich mit dem Kabelnetzbetreiber „pepcom“ aus München, inzwischen läuft auch die europaweite Ausschreibung für die umfangreichen Erschließungsmaßnahmen. Das Prinzip: Die Samtgemeinde trägt zunächst kreditfinanziert die auf zehn Millionen Euro geschätzten Erschließungskosten, ist dann auch Eigentümer des Kabelnetzes. Kabelnetzbetreiber pepcom pachtet das Netz und zahlt dafür an die Samtgemeinde.

Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer der pepcom, die bundesweit schon 850000 Haushalte mit Internet versorgt, Krabbe und Elbkom-Vorstand Luhmann stellten in Marschacht das weitere Vorgehen vor. Um die Versorgung der Samtgemeinde mit leistungsfähigem Breitband zu ermöglichen, müssen 60 Prozent der Haushalte, das sind 3000 von insgesamt etwa 5000, bis zum 30. April einen Vertrag mit pepcom abschließen für Erschließungs- und Anschlussarbeiten fallen bis dahin keine Kosten für die Einwohner an, wer später abschließt, muss dann zahlen. Alle Haushalte in der Samtgemeinde sind bereits schriftlich benachrichtigt.

Wird die Quote erreicht, können die Erschließungsarbeiten im Sommer beginnen, wenige Monate später die ersten Haushalte vom schnellen Internet profitieren, bis Ende 2016 sollen alle Haushalte, die dies beantragt haben, angeschlossen sein. Ein Preisbeispiel: 29,95 Euro im Monat kostet der Anschluss mit 50Mbit/s-Bandbreite, dazu kommen 2,95 Euro/Monat für einen Medienkonverter, Telefon- und Fernsehanschluss können, müssen aber nicht, gegen Aufpreis dazu gebucht werden.

Mächtig zu tun haben die Arbeiter, die ab Sommer Gräben buddeln und Kabel verlegen müssen: 100 Kilometer Glasfaserkabel entlang der Straßen, weitere 300 Kilometer Verbindungen zum überörtlichen Netz („Backboneleitungen“) sowie 1300 Kilometer Glasfaserkabel zu jedem einzelnen Haus müssen laut Luhmann in die Erde gebracht werden.

In den kommenden zwei Wochen sollen die Bürger an acht Abenden über die Einzelheiten des Mammutprojekts informiert werden (Termine siehe unten). Darüber hinaus informiert pepcom ab Dienstag, 24. Februar, im Rathaus der Samtgemeinde an einem Infostand (dienstags, 14 bis 17 Uhr, mittwochs, 8 bis 12.30 Uhr, sowie donnerstags, 8 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18.30 Uhr).

„Wir wollen die Sache jetzt zügig und knackig angehen“, erklärte Bürgermeister Roth. Wie er, ist auch pepcom-Chef Schmidt zuversichtlich: „Ich glaube fest daran, dass wir die Quote von 60 Prozent erreichen.“

Info-Termine
Vom 23. Februar bis zum 5. März wird es insgesamt acht abendliche Bürgerversammlungen geben, bei denen Vertreter der Samtgemeinde sowie die Verantwortlichen des Netzbetreibers zu allen Fragen Rede und Antwort stehen werden. Die Orte und Termine (jeweils 19.30 Uhr):
23. Februar, Avendorf: Feuerwehrhaus, Elbuferstraße 56 B, 21395 Tespe.
24. Februar, Tespe: Schützenhalle, Schulstraße 15, 21395 Tespe.
25. Februar, Bütlingen: Dorfgemeinschaftshaus, Bütlinger Straße 38, 21395 Tespe.
26. Februar, Marschacht: Grundschule Marschacht, Elbuferstraße 106, 21436 Marschacht.
2. März, Elbstorf, Schwinde, Stove: Gasthaus zur Rennbahn, Stover Strand 4, 21423 Drage.
3. März, Fahrenholz, Mover, Hunden: Hofcafé Marschendeel, Hundener Straße 21, 21423 Drage.
4. März, Drage, Drennhausen: Gasthaus Maak, Elbdeich 28, 21423 Drage.
5. März, Eichholz, Oldershausen: Harms Hus, Oldershausener Hauptstraße15, 21436 Marschacht.

One comment

  1. Ich würde es sofort tun!!!! Ich lebe weit weg, mitten in einem Dorf, wo ich leider auf das LTE Netz angewiesen bin…. Das ist absolut störanfällig, nervig, langsam… und die nette Volumenbegrenzung bei den saftigen Preisen das Allerletzte! Aber wenn man hier Internet haben will , ist man auf das LTE angewiesen.
    Ein absoluter Rücktritt vom schnellen DSL der Telekom früher.
    Wenn einem die Zukunft mit dem schnellen Internet angeboten wird, kann ich nur raten: Zugreifen. Es lohnt sich.