Donnerstag , 29. September 2016
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Für 1,277 Millionen Euro wird das Waldbad Amelinghausen gründlich saniert. Unter anderem damit befasst ist Stephan Kaufmann von der Samtgemeindeverwaltung. Pünktlich zum Saisonbeginn soll das Bad eröffnet werden. Foto: t&w
Für 1,277 Millionen Euro wird das Waldbad Amelinghausen gründlich saniert. Unter anderem damit befasst ist Stephan Kaufmann von der Samtgemeindeverwaltung. Pünktlich zum Saisonbeginn soll das Bad eröffnet werden. Foto: t&w

Amelinghausen: Waldbadsanierung schreitet voran

dth Amelinghausen. Derzeit laufen zwei Millionen-Euro-schwere Sanierungsprojekte in der Samtgemeinde Amelinghausen. Zum einen wird das Waldbad auf Vordermann gebracht, dessen Badleiter ab dieser Saison zum Waldbad Salzhausen abwandert – ein Nachfolger wird bereits gesucht. Zum anderen läuft der nächste Bauabschnitt bei Sanierung und Umgestaltung des Amelinghausener Schulzentrums, in dem zuletzt überraschend weitere Schadstoffe entdeckt wurden. Zu beiden Projekten gaben die jeweils verantwortlichen Akteure jetzt einen Sachstandsbericht im Bauausschuss der Samtgemeinde.

Wie berichtet, soll vor allem die Betriebstechnik des 1970 eingeweihten Freibades erneuert werden angefangen von der Filtrationsanlage über die Umwälzpumpen bis hin zum Bau eines Technikgebäudes. Außerdem sollen die Wasserkreisläufe für Schwimmbecken und Lehrschwimmbecken voneinander getrennt werden. Dadurch können zum Beispiel die Becken unterschiedlich beheizt und entsprechend unterschiedlich genutzt werden.

Thomas Meyer von „Purena“ stellte den Stand der Arbeiten dar, bei denen auch die Außenanlagen mit angefasst werden sollen. Laut Meyer halte die Maßnahme das Budget von 1,277 Millionen Euro ein. Auch der Zeitplan werde eingehalten, einer Wiedereröffnung zum Saisonstart stünde derzeit nichts im Wege.

Allein die Pläne für die Rutsche fallen wider Erwarten ins Wasser. Eigentlich sollte für 20000 Euro eine neue Wasserrutsche beschafft werden. Laut Bauamtsleiter Michael Göbel sei aber für das Geld „nichts Vergleichbares mit dem Spaßfaktor erhältlich. Und wir wollen dort auch keine kleinere Rutsche hinstellen.“ Also solle die alte Wasserrutsche, mit einer Podesthöhe von immerhin drei Metern, aufgearbeitet werden und seinen Platz im neugestalteten Waldbad finden.

Zu Verzögerungen ist es indes auf Amelinghausens größter Baustelle gekommen. Wie berichtet, wird das Schulzentrum saniert und umgestaltet. Künftig soll in dem Komplex neben Krippe und Grundschule auch der Sozialraum seinen Platz finden und eine Art Mehrgenerationen-Campus bilden. Architekt Ralf Horn von der Arbeitsgemeinschaft Horn und Rabeler infomierte den Ausschuss darüber, dass nicht nur witterungsbedingt das Wärmedämmverbundsystem noch nicht montiert werden konnte. Zudem habe die für die Fenster beauftragte Bautischlerei Insolvenz angemeldet. Horn: „Wir sind aber zuversichtlich, dass das bestellte Material noch an Land kommt.“

Zu weiteren Verzögerungen habe der Fund weiterer Schadstoffe im Verwaltungsbereich geführt. So musste im Lehrerzimmer der Putz abgeschlagen werden, weil dort eine erhöhte PAK-Konzentration gefunden wurde: „Polyzyklisch aromatische Kohlenwasserstoffe“ entstehen auch beim Rauchen von Zigaretten. Horn: „Uns wurde die Aufgabe gestellt, alle Räume freizumessen.“

Doch nicht nur die Spuren des Zigarettenkonsums vergangener Jahrzehnte der Lehrerschaft hängen in den Wänden. Horn: „Wir haben einen Holzbalken entdeckt, von dem wir statisch nicht nachvollziehen konnten, was der da soll.“ Eine Schadstoffmessung habe aber ergeben, „dass ein alter Telegraphenmast im Vergleich dazu fast schadstofffrei ist“, betonte Horn. Durch den zusätzlichen Aufwand seien in dem Bauabschnitt 27000 Euro Mehrkosten entstanden. Das könne aber mit Einsparungen an anderer Stelle kompensiert werden. Das Budget von 2,323 Millionen Euro werde eingehalten. Im Sommer solle der nächste Bauabschnitt in abwandelter Form beginnen. Mit einer Fertigstellung aller Baumaßnahmen wird im Herbst 2017 gerechnet.