Donnerstag , 8. Dezember 2016
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Der gültige Freizeitpass half Vera Perten nicht, die Schülerin aus Melbeck sollte für eine Tour nach Lüneburg gleich dreifach bezahlen. Foto: t&w
Der gültige Freizeitpass half Vera Perten nicht, die Schülerin aus Melbeck sollte für eine Tour nach Lüneburg gleich dreifach bezahlen. Foto: t&w

Melbecker Schülerin sollte für falsch ausgestellte Bustickets zahlen

us Lüneburg. „Erst als ich wütend wurde, war er bereit, mir mein Geld wieder zurückzugeben“, erzählt Vera Perten. Eigentlich wollte die siebzehnjährige Schülerin per Bus aus Melbeck zu einem wichtigen Treffen nach Lüneburg fahren. Doch aus der geplanten Tour wurde nichts, denn sie war nicht bereit, einen zu Unrecht verlangten erhöhten Fahrpreis zu zahlen. Am Ende war sie sogar noch froh, überhaupt ihr schon überreichtes Geld zurückbekommen zu haben.

Der Vorfall ereignete sich an einem Freitag. An dem Nachmittag bestieg Vera den VOG-Bus in Melbeck und zeigte ihren Schüler-Freizeitpass vor, woraufhin der Busfahrer eine Kindertageskarte und eine Erweiterungskarte für Schulfahrkarten ausstellte. „Das war nicht korrekt, ich wollte nur eine Tageskarte haben, die ich mit dem Freizeitpass zum Kindertarif bekomme“, erklärt die junge Melbeckerin. Das habe sie auch dem Busfahrer gesagt. Als der daraufhin noch eine weitere Tageskarte ausstellte und die Schülerin aufforderte, nun alle drei Tickets zu bezahlen, weigerte sie sich und wollte schließlich den Bus wieder verlassen, „aber der Mann hielt mein Geld fest“. Erst als sie laut wurde, erhielt sie ihr Geld zurück und konnte den Bus verlassen.

Sie wandte sich daraufhin an die KVG, die auch für die im Landkreis fahrenden VOG-Busse zuständig ist. Dort sagte man ihr, dass man leider nichts machen könne, sie hätte lediglich auf den nächsten Bus warten oder sich ein Taxi nehmen können, das allerdings hätte sie dann auch selbst bezahlen müssen. „Ich hatte nicht das Gefühl, Kundin zu sein“, zeigte sich die 17-Jährige nach dem Gespräch enttäuscht, „ich hätte zumindest erwartet, dass es eine Entschuldigung gibt.“

KVG-Betriebsleiter Hartmut Müller bedauert den Vorgang. „Dafür kann ich mich nur entschuldigen, das entspricht auch nicht unserer Philosophie“, sagt er. Busfahrer seien grundsätzlich verpflichtet, falsch ausgestellte Tickets zurückzunehmen, selbstverständlich könne das nicht dem Fahrgast angelastet werden. Jeder Busfahrer sei zudem angehalten, sich bei Unklarheiten mit der Einsatzzentrale in Verbindung zu setzen. Dass der Busfahrer den Freizeitpass offenbar nicht kannte, wolle er zum Anlass nehmen, die Mitarbeiter über dieses HVV-Produkt besser zu informieren. Danach können Schüler für 7,70 Euro im Monat den Freizeitpass der HVV für Schüler erwerben, mit dem sie ab nachmittags den Bus zu Kindertarifen nutzen können.

„Die Kundin hätte in diesem Fall auch tatsächlich ein Taxi nehmen können“, führt Müller aus. Gezahlt hätte das die KVG.Das Unternehmen erstatte die Taxikosten immer dann, wenn ein Verschulden des Unternehmens vorliege, „so wie in diesem Fall“. Nicht gezahlt werde lediglich bei Fremdverschulden wie Verkehrsunfällen und witterungsbedingten Ausfällen, wenn beispielsweise ein Baum die Straße blockiere. „Wichtig ist in diesen Fällen, die Taxi-Quittung mit einer Beschreibung des Vorgangs schriftlich bei uns einzureichen.“

Sollten der Melbecker Schülerin Kosten entstanden sein, stellt Müller klar, möge sie diese bitte ebenfalls bei der KVG einreichen, sie würden dann übernommen.

5 Kommentare

  1. Ja genau, die Kosten für Taxi werden durch die KVG erstattet. Lach lach. Ja vielleicht nach 1000 mal Schriftverkehr und nach 2 Jahren bis zur endgültigen Klärung. Nachdem die Presse eingeschaltet wurde, hätte man bestimmt die Kosten für ein Mietauto auch übernommen.
    Alles Quatsch mit Banane.

  2. Hallo
    die junge Melbeckerin hat nur ihren pass vorgezeigt und bestimmt nichst gesagt was sie wollte.

    Was soll der Fahrer denn tun.Was würden sie machen wenn einer vor ihnen steht und zeigt nur

    den ausweiß??? Rätzelraten kann der Busfahrer auch nicht.Mn muß schon sagen was mann will.

    Gruß Silke

  3. Die Busfahrern der KVG sollten regelmäßig geschult werden wie man sich gegenüber dem Fahrgast verhält. Leider kommt es immer wieder vor das Schüler an der Bushaltestelle stehen gelassen werden, oder an Haltestellen nicht gehalten werden, obwohl der Knopf gedrückt wurde.
    Die meisten Busfahrer der KVG sind nett und höflich, nur die schwarzen Schafe sollten aussortiert werden. So ein Vorfall wie im Artikel ist meiner Meinung eine Abmahnung des Busfahrers wert.

    • Ich stimme ihnen zu , dass die meisten Busfahrer der KVG hilfsbereit und freundlich sind. Doch die „schwarzen Schafe“ sind dafür manchmal extrem. Sie meinen häufig nur durch die Masse und Größe ihres Bus die StVo auf den Kopf stellen und eigene Regeln schaffen zu können. Ich beobachte das immer wieder sowohl als Busnutzerin, als auch als Autofahrerin.

      Das beste Beispiel dafür ist die Thorner Straße durch die meine Buslinie fahren muss. Diese Straße ist bekanntlich auf einer Seite ständig durch parkende Fahrzeuge stark eingeengt. Und zwar so, dass in der Mitte eigentlich nicht zwei weitere Fahrzeuge Gefahrlos aneinander vorbei kommen können. Wer also auf der Seite der parkenden Fahrzeuge fährt, muss dem Gegenverkehr in Lücken (gibt es vor den Garagen dort mehrfach) ausweichen. Doch manche Busfahrer denken nicht daran auszuweichen und halten einfach drauf. Und dann steht man sich mitten auf der Straße gegenüber. Der große Bus gegen den deutlich kleineren PKW. Und so stehen sie manchmal lange, denn manche Busfahrer haben offensichtlich alle Zeit der Welt. Das Ende dieses Duells zwischen David und Goliath ist unterschiedlich. Überwiegend setzen die PKW’s zurück, doch manchmal scheint die Geduld des PKW-Fahrers zu siegen und der Busfahrer muss beweisen, dass er seinen Busführerschein zu Recht erhalten hat.

      Doch so kann es nicht sein! Natürlich gibt es Sonderregelungen an Bushaltestellen, doch das kann nicht bedeuten, dass die sonstigen Verkehrsregeln für Busfahrer auch außer Kraft gesetzt sind. Ähnliches gilt auch für viele Taxifahrer, die den Straßenverkehr durch rücksichtsloses Verhalten häufig erheblich gefährden.

      Aber ob als Fußgänger, Radfahrer, Busbenutzer oder Autofahrer scheint mit der Straßenverkehr inzwischen mehr als Schlachtfeld, als ein Verkehrsweg für alle die ihn nutzen. Rücksicht scheint ein unbekanntes Fremdwort zu sein.

  4. Dass das Bahnpersonal, bzw. generell kaum ein Angestellter des HVVs etwas über den Freizeitpass zu wissen scheint, ist mir auch schon des öfteren aufgefallen. Zum Beispiel als ich in Hamburg zum HVV Schalter gegangen bin um Informationen zum Geltungsbereich zu bekommen, strich der Mitarbeiter einfach Hamburg und Schleswig-Holstein durch und verlangte 40€, da ich ja laut ihm mit ungültiger Fahrkarte gefahren war. Ich erklärte ihm, dass ich keine 40€ bei mir trüge und so nahm er meine Personalien auf. Raus aus dem Gebäude rief ich sofort beim HVV an und schilderte den Vorfall. Der erste Mitarbeiter kannte den Pass nicht einmal! Der zweite half mir, entschuldigte sich und klärte mit dem Mann vom Schalter, dass ich Recht hatte.
    Der Hamburg Aufenthalt war allerdings gelaufen, ich mit meinen Nerven am Ende und letzendlich kam nicht einmal eine Entschuldigung des Mannes, der das alles verschuldet hatte.
    Generell (also unabhängig vom Freizeitpass) fällt mir auf, dass sehr viele der Angestellten beim HVV sehr sehr unfreundlich sind. Kauft man eine neue Monatskarte (ohne vorher schon mal eine gehabt zu haben) wird nur sehr unfreundlich darauf hingewiesen, dass man bitte auch seine „rote Karte“ geben soll. Schade, wenn man so etwas nicht besitzt.
    Ganz zu schweigen von den Busfahrern, die durch Unpünktlichkeit, Genervtheit und Unfreundlichkeit glänzen. Wie oft habe ich es schon erlebt, dass jemand dem Bus hinterhergerannt ist und die Busfahrer entweder gelacht oder sogar noch gewunken haben?! – Ich weiß natürlich, dass das Busfahren besonders wenn Schüler unterwegs sind sehr anstrengend ist, aber dennoch sollte differenziert werden und ganz besonders sollten Busfahrer eine Schulung in Sachen Fahrkarten die außerhalb des Umkreises von 5km hinausreichen gemacht werden.