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Im Juni 2013 stand das Wasser der Elbe in der Lauenburger Altstadt und richtete Millionenschäden an. Jetzt feilen Stadt und Land an einem Hochwasserschutzkonzept. Foto: A/tja
Im Juni 2013 stand das Wasser der Elbe in der Lauenburger Altstadt und richtete Millionenschäden an. Jetzt feilen Stadt und Land an einem Hochwasserschutzkonzept. Foto: A/tja

Minister erläutert am Mittwoch Hochwasserschutzpläne in Lauenburg

lz Lauenburg. Um die Verbesserung des Hochwasserschutzes in Lauenburg weiter voranzutreiben, hat das Land Schleswig-Holstein weitere Untersuchungen des Baugrundes in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dienen als notwendige Basis, um über die technische Form der zu errichtenden Hochwasserschutzanlagen zu entscheiden.

„Gut, dass wir einen weiteren Schritt zum Hochwasserschutz in Lauenburg gemeinsam mit der Stadt Lauenburg und dem örtlichen Wasser- und Bodenverband gehen“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck.“ Und auch Lauenburgs Bürgermeister Andreas Thiede ist zufrieden, nachdem es zuletzt Irritationen und Meinungsverschiedenheiten zwischen den Verantwortlichen in der Landeshaupt- und der Elbstadt gegeben hatte. „Damit hat Umweltminister Habeck auch zu diesem Thema Wort gehalten“, ebnet Thiede mit versöhnlichen Worten den Weg für den Besuch Habecks am morgigen Mittwoch.

Ab 15 Uhr wird der Minister in der Heinrich-Osterwold-Halle (Elbstraße 145a) mit Vertretern der Stadt und interessierten Bürgern über die Verbesserung des Hochwasserschutzes sprechen. Dabei werden die Beteiligten auch einen Überblick über den Fortgang der Planungen in den einzelnen Bereichen geben.

Anhand der Ergebnisse der jetzt in Auftrag gegebenen Baugrunduntersuchungen wird insbesondere festzulegen sein, ob die im Hochwasserschutzkonzept zur Altstadt von der Stadt favorisierte Variante C, der Bau von zwei tiefgegründeten Spundwänden, notwendig ist und welche bautechnischen und hydrologischen Folgen sich daraus ergeben. Zwei Kieler Büros werden die Untersuchungen unter Führung des Geologischen Landesdienstes durchführen.

Für die Standsicherheit der zu errichtenden Hochwasserschutzanlagen sind der geologische Schichtaufbau, die Tragfähigkeit des Untergrundes sowie die Grundwasserverhältnisse bestimmend. Daher ist es zwingend erforderlich über die wichtige Analyse der Schadensbeobachtungen der Anwohner hinaus den Kenntnisstand über die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge auf eine sichere Datenbasis zu stellen.

Die jetzt vorgenommenen Auswertungen der weitgehend nur punktuell vorliegenden Datenbestände zeigen im Bereich des Elbufers und des Elbhangs von Lauenburg erhebliche Lücken sowohl im Hinblick auf die flächenmäßige Abdeckung als auch die Qualität auf. Um Abhilfe zu schaffen, sind etwa Messbrunnen, an denen Grundwasserstände ermittelt werden können, zu bauen.

Insgesamt sollen für den Themenschwerpunkt Hydrogeologie zunächst 20 Aufschlussbohrungen zu Grundwassermessstellen ausgebaut werden. Vorgesehen sind fünf Bohrungen im Bereich des Elb­ufers, sowie 15 Bohrungen auf dem oberen Elbhang. Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Grund- und Elbwasser zu erfassen, um die Tragfähigkeit des Baugrundes bewerten zu können. Auch muss im Bereich des Geesthangs, der Unterstadt und des unteren Elbhangs der Baugrund aufgeschlossen werden. Zirka 50 Bürgerinnen und Bürger, die die anstehenden Untersuchungen aktiv unterstützen möchten, haben sich zwischenzeitlich bei der Stadtverwaltung gemeldet. Die Ergebnisse, die bis zum Jahresende vorliegen sollen, werden dann vorgestellt und mit allen Beteiligten diskutiert.